Greenpeace Magazin

Ausgabe 5.16

5.16 – Vorneweg

Schön, dass Sie da sind, liebe Leserinnen und Leser!

Die Idee mit der Doppelspitze sei doch eine „Schönwetterveranstaltung“, sagte der Grüne Winfried Kretschmann vor ein paar Monaten abschätzig. Dreißig Jahre lang habe er in seiner Partei erfolglos gegen dieses Prinzip gekämpft und schließlich resigniert. Beim Greenpeace Magazin verhält es sich ganz anders: Bei uns ist die gleichberechtigte Doppelspitze in der Chefredaktion mit einer klaren Perspektive für die Zukunft etwas vollkommen Neues. Kerstin Leesch, vor 23 Jahren zunächst als Fotoredakteurin, später als Artdirectorin und schließlich Chefredakteurin an Bord, teilt sich die Aufgaben nun mit Kurt Stukenberg, der vor sieben Jahren als freier Mitarbeiter beim Magazin angefangen hat. Mit der Tablet-Ausgabe, neuen Rubriken fürs Heft und einem stärkeren Schwerpunkt auf mutmachenden Lösungen sind die ersten Schritte zur Weiterentwicklung des Magazins getan – den Weg aber möchten wir mit Ihnen gemeinsam gehen: Schreiben Sie uns Lob, Kritik und Anregungen an gpm@greenpeace-magazin.de

In den großen Geschichten, die sich über mehrere Seiten erstrecken, steckt beim Recherchieren und Schreiben immer die meiste Arbeit – könnte man annehmen. Die vorliegende Ausgabe hat wieder einmal das Gegenteil bewiesen: In Hunderten Zuschriften haben Sie uns nach unserem Aufruf im Februar Rechercheaufträge zum Thema Essen erteilt. Dafür vielen Dank! Wir sollten nicht unerwähnt lassen, dass unsere Autorin Svenja Beller allein gut zwei Wochen unterwegs war, um in einer großen Reportage die Frage von Jara Radeck zu beantworten, welchen Fisch man noch guten Gewissens essen darf. Aber auch die Lösung des Rätsels von Dagmar Wiegel, wie viel Biohonig Deutschlands Bienen jährlich sammeln, war fast schon eine Investigativrecherche. Es brauchte die Konsultation von sieben Experten, um den offenbar gut gehüteten Geheimnissen der Imker auf die Spur zu kommen.

Sie kennen uns als politische Redaktion. Kein Wunder also, dass in Gesprächen mit Kollegen und auf Redaktionskonferenzen in den vergangenen Wochen immer wieder die düsteren Entwicklungen dieses Sommers Thema waren: der Aufstieg Donald Trumps, der Brexit, TTIP und die Lage in der Türkei. An einem Sonderheft wie diesem zu arbeiten, bereitet uns immer große Freude – doch die Beschränkung auf nur ein Thema schließt auch viel Berichtenswertes aus. Umso mehr journalistischen Eifer verwenden wir dann auf unsere Website: Hier gibt es keinen
Redaktionsschluss und genügend Raum für alle unsere Themen. greenpeace-magazin.de

Wie Sie wissen, ist das Greenpeace Magazin werbefrei. Bis auf die letzte Seite. Dort veröffentlichen wir – für das jeweilige Unternehmen kostenlos – die Anzeige, die uns in den vergangenen Wochen am besten gefallen hat. Natürlich lassen wir vorher unseren Kollegen Wolfgang Hassenstein und unsere Grafikerinnen das Motiv so verändern, dass die eigentliche Wahrheit hinter dem schönen Schein zutage tritt. Die Konzerne finden das meist nicht so gut. Umso mehr haben wir uns über das Gesprächsangebot der Deutschen Bank gefreut, die damit auf unsere Fake-Anzeige der letzten Ausgabe („Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen“) reagierte. Doch nachdem die Pressestelle Öffentlichkeitswirksam auf Facebook die Bereitschaft zum Dialog gepostet hatte, verlief die Sache im Sande. Ein Termin für ein Treffen in der Redaktion war schon gefunden, nur die Uhrzeit stand noch aus. Auf die letzte Mail aber reagierte die Pressestelle nicht mehr. Wie war das noch gleich? „Vertrauen ist der Anfang von allem.“

DIE NEUE CHEFREDAKTION
Kurt Stukenberg hat seit Juni mit Kerstin Leesch in einer Doppelspitze die Leitung des Greenpeace Magazins inne. Der Schwerpunkt von Leesch (59) liegt im Bereich Artdirection, Foto und dem Ausbau des kreativen Netzwerks. Stukenberg (28) konzentriert sich auf die Textredaktion, Vertretung nach außen, digitale Kanäle und Videoproduktionen.