Greenpeace Magazin

Ausgabe 6.16

6.16 – Vorneweg

Schön, dass sie da sind, liebe Leserinnen und Leser!
Der Klimawandel ist eine Erfindung der Chinesen, um die amerikanische Industrie in die Knie zu zwingen! Stimmt nicht? egal, kann man ja mal behaupten. So geht Donald Trump auf Wählerfang – und das erfolgreich. Dass Politiker lügen, um an der Wahlurne zu reüssieren, ist beileibe nicht neu. Doch galt bisher, dass ein Politiker dabei besser nicht erwischt werden sollte, wollte er verhindern, dass die Wähler sich abwenden. Trump hat diese Regel ins Gegenteil verkehrt. Nicht wenigen seiner Fans dürfte klar sein, dass seine Behauptung wahnwitzig ist, Mexiko werde für den Bau einer ungewollten Mauer, die das Land abschottet, auch noch die enormen Kosten übernehmen. Doch sie hängen an Trumps Lippen – nicht trotz, sondern wegen seiner Lügen. „Post truth politics“ wird das Phänomen genannt, bei dem nicht der Wahrheitsgehalt einer Aussage ihr Gewicht bestimmt, sondern ihr Zustimmungspotenzial. Man könnte auch sagen: Derzeit triumphiert oft ein unreflektiertes Bauchgefühl über den kühlen Kopf. Doch wenn Fakten nichts mehr gelten, kann Politik nicht funktionieren, die doch stets ein Ringen um die beste Lösung angesichts der herrschenden Realität sein sollte. Um die besten Lösungen der wirklichen Probleme ihres Landes bemühen sich dagegen die Protagonisten für ein anderes, zukunftsfähiges Amerika, die wir Ihnen ab Seite 22 vorstellen.

Was so alles auf uns zukommt in den zwölf Monaten des nächsten Jahres, wissen wir zwar auch nicht, aber schöne Aussichten können wir Ihnen schon mal versprechen: auf den Kalender des Greenpeace Magazins. „2017 Blatt für Blatt“ ist eine Ode an die Natur, in Szene gesetzt vom bekannten Hamburger Fotografen Hans Hansen. Die 28 Motive geben dem Wort „umblättern“ einen ganz neuen Sinn und machen es zu einem Erlebnis. Weil Hans Hansens Fotos bei den Lesern so beliebt sind, haben wir ihn nun bereits zum vierten Mal gebeten, den Kalender für uns zu bebildern. Ohne Abos kein Greenpeace Magazin – denn wir verdanken unsere journalistische Freiheit ausschließlich der Unterstützung unserer Leser, da wir uns nicht über Anzeigen finanzieren und keine Mittel von Greenpeace erhalten. Deshalb ist der Kalender als Prämie auch unser Dankeschön an alle, die mit einem Abo sich selbst oder andere nette Menschen beschenken.

In vielen Redaktionen sorgt die Frage für Kopfzerbrechen, wie man die Leser stärker an der journalistischen Arbeit beteiligen könnte. In der vergangenen Ausgabe haben wir die Dinge ganz einfach umgedreht und Sie gebeten, uns zu beteiligen – an Ihren Fragen rund um das Thema Essen. Das hat uns, und offenbar auch Ihnen, so gut gefallen, dass wir die Idee weiterführen möchten: Sie haben ein Thema, über das Sie mehr erfahren wollen? Oder kennen engagierte Menschen, die zeigen, dass die Welt nicht so düster ist, wie es scheint, und über die das Greenpeace Magazin unbedingt berichten sollte? Senden Sie Ihren Recherchewunsch per E-Mail an: recherchen@greenpeacemagazin.de

Viel Freude beim Lesen der neuen Ausgabe wünschen Ihnen die Chefredakteure Kerstin Leesch und Kurt Stukenberg