Aktuell

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

6 Ausgaben im Jahr
gedruckt oder als App
ab 29,50 Euro

Do, 2016-06-30 07:26
Ludwigshafen (dpa)

Träger fordern Gleichbehandlung von BFD und FSJ

Ludwigshafen (dpa) - Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)? Fünf Jahr nach dem Start des BFD fordern große Träger eine Gleichbehandlung der beiden Freiwilligendienste. Es sei bedauerlich, dass mit dem BFD ein Parallelsystem zum seit 50 Jahren etablierten FSJ geschaffen wurde, sagte Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutschen Presse-Agentur. Auch für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wäre nach eigenen Angaben eine Aufstockung des FSJ sinnvoller gewesen. Die beiden Formate seien «fast identisch».

Nach der Abschaffung der Wehrpflicht und dem Aus für deren Ersatz - des Zivildienstes - rief das Bundesfamilienministerium 2011 den BFD ins Leben. Vom FSJ unterscheidet sich das neue Format vor allem durch die bundespolitische Steuerung. Das FSJ ist hingegen Ländersache.

Do, 2016-06-30 07:26
Ludwigshafen (dpa)

«Die Motivation ist größer» - Fünf Jahre Bundesfreiwilligendienst Von Simon Ribnitzky, dpa

Das Ende des Wehrdienstes bedeutete auch das Aus für den Zivildienst. Vor fünf Jahren ist deshalb der Bundesfreiwilligendienst entstanden. Eine Erfolgsgeschichte?

Ludwigshafen (dpa) - Hühner gackern, Ziegen blöken, Schafe meckern. Lautstark hallen die Tierstimmen über das Gelände der Jugendfarm Pfingstweide in Ludwigshafen. Dominik Veil steigt über das Gatter, greift sich etwas Stroh und ist sofort von einer Gruppe hungriger Schafe umringt. «Die Arbeit mit den Tieren macht Spaß, und ich kann hier viel selbst entscheiden und mir die Arbeit einteilen», sagt der 23-Jährige, der auf der Jugendfarm seit September einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) absolviert.

Veil ist einer von rund 40 000 «Bufdis», die derzeit in ganz Deutschland ihren Freiwilligendienst leisten - in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Behindertenwerkstätten oder eben Einrichtungen der Jugendhilfe wie die Tierfarm in Ludwigshafen. Als die Politik vor fünf Jahren die Wehrpflicht abschaffte, fiel für junge Männer auch deren Ersatz - der Zivildienst - weg. Obwohl es mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bereits einen Freiwilligendienst für beide Geschlechter gab, wurde der BFD ins Leben gerufen. Um das freiwillige Engagement weiter zu stärken, hieß es.

Veil war vor seinem BFD länger arbeitslos, eine Tischlerlehre hat er abgebrochen. «Der BFD ist super für mich, um wieder in die Arbeitswelt reinzukommen», erklärt er. Doch die Motivationen für einen Freiwilligendienst können ganz unterschiedlich sein. «Viele machen das nach der Schule, wollen etwas Neues kennenlernen», sagt Bundessprecherin Sondes Jriou, die selbst einen BFD in einer Pflegeeinrichtung in Karlsruhe macht.

Anders als der Zivildienst ist der BFD aber auch für ältere Teilnehmer offen. Sie können den Dienst auch in Teilzeit leisten. «Wir hatten hier schon eine Mutter, die für ihren BFD immer nachmittags bei uns war», erzählt Pferdewirtin Sabine Kippenhahn von der Jugendfarm in Ludwigshafen. Durch diese Öffnung zeigt sich für Kippenhahn auch der größte Vorteil des BFD gegenüber dem bisherigen Pflichtdienst. «Die Leute sind viel motivierter - schließlich kommen sie freiwillig.»

Eine Erfahrung, die bei großen Trägern wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ähnlich gesehen wird. «Die Freiwilligen nehmen bewusster am BFD teil», sagt DRK-Experte Matthias Betz. Ein großer Teil der BFDler engagiere sich zudem nach dem Dienst ehrenamtlich oder hauptamtlich weiter beim DRK. Der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler ergänzt: «Durch die Freiwilligkeit des Dienstes ist hier die Chance gegeben, junge Menschen für soziale Berufsfelder zu begeistern.»

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zieht deshalb eine positive Bilanz nach fünf Jahren BFD. Ohne die Freiwilligen und ihren Dienst wäre die Gesellschaft wesentlich ärmer. «Sie machen das Leben in unserem Land besser», sagt Schwesig. Das Engagement verdiene Dank, Anerkennung und Wertschätzung.

Doch all das trifft auch auf den seit 50 Jahren bestehenden Freiwilligendienst zu, das FSJ. AWO und DRK hätten sich deshalb lieber einen Ausbau des FSJ-Programms gewünscht als einen zweiten Dienst. «Wir bedauern die Schaffung eines Parallelsystems und setzen uns für eine Gleichbehandlung beider Formate ein», sagt Stadler von der AWO. Auch DRK-Experte Betz hält BFD und FSJ für «beinahe identisch». Den Freiwilligen sei es deshalb meist völlig egal, welchen der beiden Dienste sie leisten.

Positiv gesehen wird das BFD-Sonderprogramm in der Flüchtlingshilfe. Das Ministerium hat dafür zusätzliche Plätze geschaffen - für Deutsche, aber auch für Flüchtlinge selbst. Rund 3000 Stellen in diesem Bereich sind besetzt, fast ein Drittel davon mit Flüchtlingen. Auch beim DRK werde das Angebot gut angenommen, sagt Betz. Er wünscht sich allerdings, dass künftig auch Geflüchtete mit einer Duldung an dem Programm teilnehmen dürfen.

Dominik Veil steht bei den Eseln Benedikt und Käthe und bürstet ihr Fell. Tierpflege, füttern und Ställe sauber machen - das beschäftigt ihn die meiste Zeit. «Ist nicht unbedingt abwechslungsreich», gibt er zu. Spaß mache es trotzdem jeden Tag. «Ich habe hier vor allem die Chance, mich selbst kennenzulernen.» Auch nach seinem Freiwilligendienst würde Veil im Bereich der Tierpflege gern weiterarbeiten. «Wenn nicht hier, dann klappt es ja vielleicht woanders.»

Do, 2016-06-30 08:02
Düsseldorf (dpa)

Das Netz, der Hass und die Politik: der Attentäter von Köln Von Frank Christiansen, dpa

Nach dem Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird nun das Urteil gesprochen. Der Attentäter sieht sich als Opfer einer politischen Verschwörung.

Düsseldorf (dpa) - Er ist der Alptraum eines jeden Strafverteidigers: besserwisserisch, stur, aufbrausend. Rechtsanwalt Jasper Marten hat schon lange aufgegeben, seinen Mandanten Frank S. unter Kontrolle zu bringen. Der Attentäter von Köln hat seine Verteidigung oder das, was er dafür hält, selbst übernommen. Sein Anwalt ist für ihn Teil nur eines großen Komplotts.

An diesem Freitag wird dem Angeklagten im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts das Urteil verkündet. Die Bundesanwaltschaft fordert lebenslange Haft wegen versuchten Mordes, der Verteidiger hat 15 Jahre beantragt.

Die Beweislage ist ziemlich klar: Am 17. Oktober 2015 liegt Henriette Reker in Köln-Braunsfeld an einem Wahlkampfstand auf dem Boden. Sie blutet aus Mund und Nase - ihr Leben hängt am seidenen Faden. Mit ihrer bloßen Hand versucht sie, die Blutung zu drosseln. Als sie einen Tag später dennoch zur Oberbürgermeisterin von Köln gewählt wird, liegt sie im Koma.

Am Tatort wartet Frank S. - seit Dienstag 45 Jahre alt - seelenruhig auf seine Festnahme. Er hat, so scheint es, sein Ziel erreicht. Der Rechtsradikale hat sich Reker mit freundlicher Miene genähert und sie nach einer Rose gefragt. Als sie ihm die Blume reicht, zückt er, wie er es geübt hat, sein riesiges Jagdmesser, Typ Rambo III, und rammt es der 59-Jährigen in den Hals. Die Messerspitze lässt Rekers Brustwirbel splittern. Der Attentäter verfehlt Halsschlagader und Rückenmark um Haaresbreite.

Der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt. Mitte der 1990er Jahre war er in der rechten Szene aktiv. Er ist bei den Neonazi-Aufmärschen für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß mitmarschiert. Auf seinem Bauch prangt aus dieser Zeit eine große Tätowierung in Frakturschrift: «Berserker Bonn», eine rechte Schlägertruppe.

Doch bevor Frank S. zum rechten Gewalttäter wurde, war er vor allem Opfer. Als kleines Kind wurde er - mit vier oder fünf Jahren - von seinen Eltern in einer Düsseldorfer Wohnung einfach zurückgelassen. Tagelang füttert er seine jüngeren Geschwister.

Als kein Essen mehr da ist, klopft er bei den Nachbarn - und kommt erst ins Heim, dann nach Bonn in eine Pflegefamilie. «Er war ein ganz, ganz armer Junge», erinnert sich seine Pflegemutter. Sie entdeckt an seinem Körper eine Brandwunde, als wäre ihm dort absichtlich ein heißes Bügeleisen auf die Haut gedrückt worden.

In der Pflegefamilie wird es kaum besser: Er wird vom Pflegevater geschlagen und von der Familie ausgegrenzt. Ersatz findet Frank S. in der rechten Szene. Bald trägt er Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, begeht eine Reihe überwiegend rechtsradikal motivierter Gewalttaten, für die er drei Jahre im Gefängnis sitzt.

Nach seiner Haftentlassung zieht er nach Köln, weg von den Neonazi-Kreisen. Weil er lange genug straffrei gelebt hat, gilt er inzwischen juristisch als nicht vorbestraft. Doch in Köln ist er häufig arbeitslos, hat kaum noch soziale Kontakte, verkriecht sich in seiner kleinen Wohnung.

Sein Tor zur Welt ist das Internet, und dort ergießt sich in den Monaten vor der Tat wegen des Flüchtlingszuzugs besonders viel fremdenfeindlicher Hass.

Frank S. ist dafür empfänglich, macht die Politik für seine eigene Situation verantwortlich, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel und die in Köln bis dato für Flüchtlinge zuständige Henriette Reker.

«Wenn Worte wie «Volksverräter» und «Lügenpresse» lang genug spazieren gehen, geht auch mal ein Messer spazieren», wird Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller später über das Attentat sagen. Auf der Anklagebank sitzt nun seit zehn Wochen jener breitschultrige, kahlgeschorene große Mann, der mit zwei Messern spazieren ging.

Der arbeitslose Anstreicher bestreitet vehement, dass er mit seinem riesigen Messer weitere Menschen verletzt hat, obwohl an dessen Klinge Blut von drei Opfern klebt und Beweisfotos riesige klaffende Wunden zeigen. Er bestreitet, dass er Reker töten wollte, obwohl er dies nach der Tat mehreren Polizisten bekennt («Ich hoffe, dass sie noch stirbt.»).

Gutachter und Zeugen hätten sich gegen ihn verschworen, er habe sich, was die vier weiteren Verletzten angeht, lediglich gegen einen Lynchmob gewehrt, sagt er. Der vermeintliche Lynchmob, das sind CDU-Wahlkampfhelferinnen, gutbürgerliche Damen jenseits der 50.

Psychiater Prof. Norbert Leygraf hat den Angeklagten begutachtet. Der wittere überall Feindseligkeiten und wähne sich in der Opferrolle, was für seine Kindheit durchaus zutreffend gewesen sei, erklärt der Sachverständige. Die habe ihn geprägt und so sei ein Weltbild mit wahnhaften Zügen entstanden. Voll schuldfähig sei er dennoch.

Die Prognose ist keine gute: Um Frank S. dazu zu bringen, sich zu ändern, werde es viele Jahre dauern und sehr viel Geduld erfordern, sagt Leygraf. Denn der Attentäter werde gemäß seiner Weltsicht jeden Therapeuten dem verhassten «System» zurechnen.

Do, 2016-06-30 07:39
Singapur (dpa)

Ölpreise fallen leicht zurück

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 50,01 US-Dollar. Das waren 60 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 50 Cent auf 49,38 Dollar.

Am Markt wurden die Preisrückgänge mit einer typischen Gegenbewegung begründet. Ein Grund dafür können Gewinnmitnahmen sein. Am Mittwochnachmittag hatten die Rohölpreise zunächst kräftig zugelegt, nachdem das US-Energieministerium einen deutlichen Rückgang der amerikanischen Ölvorräte gemeldet hatte. Zudem war die Ölproduktion amerikanischer Förderer in der vergangenen Woche erneut gesunken.

Do, 2016-06-30 06:15
Baku (dpa)

Steinmeier in Aserbaidschan: Regierungsgegner erhoffen Wandel in Baku

Im Kampf um mehr Demokratie in Aserbaidschan gilt Rasul Jafarov als wichtige Stimme. Der Anwalt kam nur auf Druck des Westens aus dem Gefängnis frei. An Minister Steinmeier appelliere die Opposition in Baku, sich beim Besuch nicht blenden zu lassen, mahnt Jafarov.

Baku (dpa) - Der aserbaidschanische Regierungskritiker Rasul Jafarov erhofft sich von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beim Besuch in Baku deutliche Worte zu Menschenrechtsverletzungen. «Deutschland sollte sich als demokratisches Land in der Pflicht sehen, für seine Werte einzutreten», sagte Jafarov der Deutschen Presse-Agentur in der Hauptstadt Baku. Als Mitglied des Europarates habe sich die autoritäre Führung von Aserbaidschan um Präsident Ilham Aliyev zu Rechtsstaatlichkeit verpflichtet.

«Trotzdem sitzen zahlreiche politische Gefangene nur in Haft, weil sie an gewisse Werte glauben», sagte Jafarov. Der Anwalt wurde 2015 wegen angeblicher Steuerhinterziehung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt und kam erst nach internationalem Druck frei. Steinmeier wird am Donnerstag im dem Land im Südkaukasus erwartet.

«Ich begrüße solche Besuche, aber sie sollten eine klare Botschaft tragen: Deutschland verschließt seine Augen nicht vor den Demokratiedefiziten, und diese könnten zur Isolierung Aserbaidschans führen», betonte Jafarov. Inmitten einer Wirtschaftskrise sei die gas- und ölreiche Ex-Sowjetrepublik auf enge Kontakte mit dem Westen angewiesen. Zudem brauche Präsident Aliyev die internationale Gemeinschaft zur Lösung des blutigen Konflikts um Berg-Karabach. Das Gebiet ist zwischen Armenien und Aserbaidschan umkämpft.

Jafarov rief Steinmeier auf, in Baku auch den Fall von Ilgar Mammadov anzusprechen. Der Oppositionsführer war 2014 in einem umstrittenen Prozess wegen Anstiftung zu Unruhen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. «Die aserbaidschanische Regierung hat sieben Aufforderungen des Europarats ignoriert und zeigt damit, dass sie keinen Respekt vor dem Rat hat - auch vor Deutschland nicht», sagte der 31-Jährige.

Jafarov hatte 2012 das Festival «Sing for Democracy» mitorganisiert. Damit protestierte die Opposition in Baku am Rande des Eurovision Song Contest (ESC) gegen politische Verfolgung in Aserbaidschan.

Do, 2016-06-30 06:14
York (dpa)

Integration geht durch den Magen: Einwanderer kochen mit New Yorkern Von Christina Horsten, dpa

Wie kann man sich einer fremden Kultur schneller nähern als über das Essen? Das dachte sich auch eine junge New Yorkerin und gründete eine Kochschule. Die Kurse leiten Einwanderer bei sich zu Hause.

New York (dpa) - Im bunten Seidenkleid und mit Turban auf dem Kopf öffnet Damira Inatullaeva die Tür zu ihrer Wohnung. Die liegt im zweiten Stock eines Backstein-Appartementhauses in Borough Park im Süden New Yorks, einem von orthodoxen Juden geprägten Stadtviertel. Inatullaeva ist Muslimin, sie lebt seit zwei Jahren hier. Ihre Zwei-Zimmer-Wohnung ist spärlich eingerichtet, nur der Esstisch ist über und über vollgestellt mit Speisen auf grün-lila-geblümtem Geschirr. «Bei uns in Usbekistan ist es üblich, dass wir dem Besucher erstmal etwas zu Essen anbieten», sagt die 58-Jährige. «Und grünen Tee, die Tasse reichen wir mit einer Hand auf dem Herzen und nur halb gefüllt - sonst bedeutet es, dass man die Gäste schnell wieder verschwinden sehen will.»

Auf einem Sofa am Tisch sitzen Dan und Jessica und nippen an ihren henkellosen Teetassen. Inatullaeva reicht ihnen einen runden Brotlaib. «Für uns Usbeken ist Brot sehr wichtig und dieses hier symbolisiert die Sonne. Brecht euch ein Stück ab - das in der Mitte bringt Glück.» Fachmännisch inspizieren Dan und Jessica den Laib. Die beiden sind nach Borough Park gekommen, um von Inatullaeva usbekisch kochen zu lernen. Für den knapp sechs Stunden langen Kurs haben sie 165 Dollar (etwa 150 Euro) bezahlt. Inatullaeva arbeitet seit einigen Monaten für die «League of Kitchens», einer von der Lokalpresse als «Vereinte Nationen des Kochens» gefeierten Kochschule. Das Konzept: Einwanderer bringen einer kleinen Gruppe bei sich in der Wohnung Küche und Kultur ihres Heimatlandes nahe.

Gegründet wurde das Unternehmen von Lisa Gross, Tochter einer koreanischen Einwandererin. Als sie ein Kind war, habe ihre koreanische Großmutter bei ihnen gelebt und immer köstliches koreanisches Essen für gekocht. «Aber immer wenn ich mitkochen wollte, wies sie mich an, für die Schule zu lernen», sagt Gross. Als sie später anfing, für sich selbst zu kochen, wollte sie koreanische Gerichte zubereiten, aber da war die Großmutter schon gestorben. «Also dachte ich: Wenn ich schon nicht mit meiner koreanischen Großmutter kochen lernen kann, vielleicht kann ich eine andere finden?»

Die heute 33-Jährige gründet die «League of Kitchens» und stellt als erstes eine koreanische Einwandererin ein. Inzwischen arbeiten insgesamt neun Frauen für Gross, unter anderem aus Japan, Argentinien, Trinidad, Griechenland und dem Libanon. Yamini aus Indien kochte sogar bereits mit Late-Night-Moderator Stephen Colbert, das Video wurde im Internet zehntausendfach angesehen. Schon haben sich ähnliche Firmen gegründet wie beispielsweise «Eat Offbeat», einen Lieferservice, der Flüchtlinge anstellt und sie Essen aus ihren Heimatländern kochen lässt.

Inatullaeva hat Jessica und Dan unterdessen in die Küche ihrer Wohnung in Borough Park gebeten. «Beeilt euch! Küchenmeister Damira kocht», steht auf ihrer roten Schürze. Sie habe schon alle anderen Kurse aus dem «League of Kitchens»-Angebot belegt, erzählt Jessica, während sie Zwiebeln schneidet. «Jedes mal war es das beste Essen aus der jeweiligen Region, dass ich je gegessen habe. Die Kurse sind ein Highlight meines Lebens in New York.» Er koche zu Hause jeden Abend für sich und seine Freundin, sagt Dan. «Früher bin ich immer mit einem Freund usbekisch essen gegangen und wollte schon immer mal wissen, wie man das zubereitet.»

Auf Inatullaevas Speiseplan stehen für diesen Tag unter anderem ein Rindergulasch namens Dimlama und Achik Chuchuk, ein Salat aus Zwiebeln und Tomaten. «Bei uns in Usbekistan sagt man, wenn man alleine isst, isst man mit dem Teufel, man muss teilen. Die Türen stehen immer auf und wir haben immer mehr Essen im Haus, zur Sicherheit, falls überraschend Gäste kommen.»

Inatullaeva ist eigentlich Ärztin, ihr Mann Geschichtsprofessor. Als der vor zwei Jahren eine Green Card gewinnt, entscheiden sie sich, in die USA zu ziehen, wo schon zwei ihrer Kinder leben. «Dann habe ich nachgedacht, was ich hier machen will. Medizin? Nein. Ich wollte das machen, was ich genieße - kochen, Gäste haben und mit ihnen essen. So bringt man Kulturen zusammen.»

Ursprünglich habe sie nach der Ankunft in den USA amerikanisches Essen kochen wollen, erzählt Inatullaeva. «Aber meine Freunde hier haben mich ausgelacht und gesagt: «Was meinst Du damit? Chinesisch? Italienisch? Es gibt kein amerikanisches Essen, höchstens Burger.»» Dann sei sie in den Supermarkt gegangen, um amerikanisches Essen zu kaufen - «aber alles, was es dort gab, mochte ich nicht.»

Inatullaeva rührt in einem Topf mit Boemjon, einer Art gekochtem Auberginensalat, holt dann eine Flasche Ketchup aus dem Kühlschrank und muss lachen. «Das hier ist ein Rezept von meiner Oma, aber ich habe es verfeinert - mit Ketchup. Vielleicht bin ich doch schon amerikanisiert.»

Produkt der Woche Button

Wasserkaraffe

79,50 €
63,60 €

Der Klassiker unter den Getränkeflaschen wird zur handgefertigten Wasserkaraffe aus Recyclingglas.

Jetzt bestellen
Do, 2016-06-30 05:28
Berlin (dpa)

Europas Energiewende durchwachsen - viele Länder setzen auf Kernkraft

Berlin (dpa) - Die deutsche Energiewende mit Atomausstieg, weniger Kohleverbrennung und mehr Ökostrom findet in anderen europäischen Staaten weiterhin nur zaghaft Nachahmer. Zwar gibt es etwa auch in Frankreich, Belgien oder der Schweiz ähnliche Ziele - die Umsetzung hakt vielerorts aber wegen der hohen Abhängigkeit von der Kernenergie und des politischen Streits um das Thema.

Grenznahe Nuklearmeiler wie im tschechischen Temelin und im belgischen Tihange beunruhigen derweil nicht nur Atomkritiker in Deutschland. In Tschechien und der Slowakei stecken die Ökoenergien noch weitgehend in den Kinderschuhen, im Vergleich zur Kohlekraft gilt Atomstrom dort zudem als «sauber». Die Türkei setzt auf eine Doppelstrategie aus Erneuerbaren- und Kernkraft-Ausbau.

Do, 2016-06-30 05:52
Inn (dpa)

«Eine Geisterstadt» - Simbach einen Monat nach der Flut Von Britta Schultejans, dpa

Anfang Juni riss eine verheerende Flut den Alltag in Simbach mit sich davon. Einen Monat später ist er noch immer nicht zurückgekehrt.

Simbach am Inn (dpa) - Der 2. Juli sollte ein Neuanfang werden für Anna Kluchan und ihren Mann: Der Tag, an dem die beiden endlich in ihr Haus mitten in der Innenstadt von Simbach ziehen wollten. In liebevoller und jahrelanger Arbeit hatten sie das alte Haus renoviert, im Untergeschoss ihr Geschäft eingerichtet, oben wollten sie wohnen. Doch kurz vor dem Tag, auf den sie so lange hingefiebert hatte, steht Anna Kluchan jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz.

Die Flut, die vor einem Monat, am 1. Juni, durch Simbach stürzte, hat ihren gesamten Besitz mit sich gerissen, ihre Zukunft und ihre Träume. «Wir haben jetzt zwei Jahre das Haus renoviert, jede freie Minute darin verbracht - und jetzt, wo es fertig war, ist alles den Bach runtergegangen - im wahrsten Sinne», sagt sie. «Aus eigenen Kräften werden wir das nicht wieder aufbauen können.»

Als die Flut kam, sei sie mit ihrem Mann auf dem Friedhof gewesen. «Es war der Sterbetag meiner Schwiegermutter.» Im Radio hätten sie dann davon gehört, was in Simbach los ist. Zu ihrem Haus seien sie da schon nicht mehr durchgekommen, retten konnten sie nichts. «Alle Sachen sind weggeschwemmt und durch Simbach durchgeschleust worden.»

Sie und ihr Mann warten nun auf die versprochene staatliche Hilfe. «Das wird schon eine Zeit dauern, bis die Kraft wieder zurückkommt», sagt Kluchan und schaut die Straße hinunter, an der sich bis vor wenigen Wochen Geschäft an Restaurant reihte. «Für mich ist unsere Einkaufsstraße jetzt eine Geisterstadt.»

Überall türmen sich Schuttberge, Bauarbeiter in Schutzkleidung kämpfen sich durch die Häuser, entfernen den Putz von den Wänden. Bagger und Lastwagen an jeder Straßenecke, das Surren von Lüftern, die die Wände trocknen sollen, ist allgegenwärtig. Um Häuser, auf denen «Gesperrt - Lebensgefahr» steht, machen die Arbeiter einen Bogen.

Dutzende Häuser sind nach Angaben des Landratsamtes Rottal-Inn nach den verheerenden Unwettern, die in der Region sieben Menschen das Leben kosteten, einsturzgefährdet, einige Gebäude mussten bereits abgerissen werden. Insgesamt wurden mehr als elf Millionen Euro Soforthilfe an die betroffenen Haushalte ausgezahlt.

Eine gute Nachricht: Wasser- und Stromversorgung sind wieder hergestellt. Nach Einschätzung des BRK sind aber noch rund 30 Haushalte nicht versorgt, weil die Hausanschlüsse kaputt sind. Ein Shuttle-Bus bringt diejenigen, die kein Wasser haben, abends zwischen 17.00 und 22.00 Uhr kostenlos zum Duschen ins Schwimmbad.

«Die Bandbreite reicht von Aktionismus bis zur völligen Lethargie, bis zur Verzweiflung», beschreibt Herbert Wiedemann vom Bayerischen Roten Kreuz den Seelenzustand der betroffenen Simbacher. «Es sind dramatische und auch hoch traumatische Situationen.» Manche müssten erst ihre «Identität wiederbeschaffen», sagt er. «Die haben ja nichts mehr.» Bis zu 400 Häuser seien derzeit noch nicht oder nur sehr eingeschränkt bewohnbar. «Häuser kann man reparieren, Seelen reparieren dauert länger.»

Besonders schwer sei die Situation für alte Menschen, die nicht einmal - wie die meisten Berufstätigen - in einen Arbeitsalltag zurückfinden können. Er erzählt von einem älteren Ehepaar, das bei der Flut sein gesamtes Hab und Gut verloren habe - und kurz danach von einer sehr traurigen medizinischen Diagnose bei einem der beiden erschüttert worden sei. «Das sind Dimensionen, die schon mehr als unter die Haut gehen, wenn jemand dann so doppelt getroffen ist», sagt er.

Seit dem Schicksalstag am 1. Juni ist zwar schon viel passiert in Simbach - aber der Weg ist noch weit. «Ich hab' gedacht, das sieht hier aus wie ein Kriegsgebiet», sagt der junge Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma, der aus Nürnberg nach Simbach gekommen ist, um die Telefonleitungen zu reparieren.

Etwas von der Simbacher Innenstadt entfernt hat der Alltag sich ein wenig zurückgekämpft in den Ort. Dort feiern Abiturienten lautstark und hochverdient, dass sie es geschafft haben. Sie feiern auf dem Schulhof des Schulzentrums, das am 1. Juni stundenlang quasi von der Außenwelt abgeschnitten war, weil die Wassermassen die Zufahrtsstraßen mit sich gerissen hatten. «Die haben tagelang da unten geschuftet», sagt der Leiter der Mittelschule, Bernhard Gemander, nicht ohne Bewunderung.

«Es ist vorbei», singen die Abiturienten - und meinen die Schule. «Von wegen», sagt Gemander - und meint den Ernst des Lebens: «Jetzt geht es erst los.» Das gilt in diesen Tagen vor allem für Simbach.

Do, 2016-06-30 05:43
Baku (dpa)

Opposition: Steinmeier sollte Demokratiedefizite in Baku ansprechen

Baku (dpa) - Der aserbaidschanische Regierungskritiker Rasul Jafarov hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) aufgerufen, bei seinen Gesprächen in Baku die Menschenrechtsverletzungen deutlich zu verurteilen. «Deutschland sollte sich als demokratisches Land in der Pflicht sehen, für seine Werte einzutreten», sagte Jafarov der Deutschen Presse-Agentur in der Hauptstadt Baku. Als Mitglied des Europarates habe sich die autoritäre Führung von Aserbaidschan um Präsident Ilham Aliyev zu Rechtsstaatlichkeit verpflichtet.

«Trotzdem sitzen zahlreiche politische Gefangene nur in Haft, weil sie an gewisse Werte glauben», sagte Jafarov. Der Anwalt wurde 2015 wegen angeblicher Steuerhinterziehung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt und kam erst nach internationalem Druck frei. Steinmeier wird am Donnerstag im dem Land im Südkaukasus erwartet.

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

weiterlesen

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

Außerdem Interessant

Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

weiterlesen

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Außerdem Interessant

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

1 2 3
Do, 2016-06-30 05:45
Berlin/Athen (dpa)

Wie kommt Griechenland auf die Beine? Gabriel besucht Tsipras Von Tim Braune, dpa

Die Welt schaut nach dem Brexit-Votum gebannt auf Großbritannien - dabei schwelt in der EU auch die Griechenland-Krise. Jetzt reist Wirtschaftsminister Gabriel zu Regierungschef Tsipras nach Athen. Können die Griechen auf mehr Nachsicht hoffen?

Berlin/Athen (dpa) - Vor dem Hintergrund der Brexit-Krise in Europa wirbt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für neue Wachstumsimpulse im krisengeplagten Griechenland. An diesem Donnerstag wird der Vizekanzler zu einem zweitägigen Besuch in Athen erwartet. Dort will Gabriel auch den linken griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras sprechen. 

Deutschland und die EU sollten Griechenland wieder eine bessere Wachstumsperspektive bieten, meint Gabriel. Die Lage für die Griechen sei hart: «Finanzkrise, Wirtschaftskrise und die Herausforderungen der Flüchtlingssituation haben ihren Tribut gefordert», sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. 

Angesichts der Volksabstimmung in Großbritannien für den EU-Austritt müsse Europa sein Wohlstands- und Friedensversprechen erneuern. «In der Europäischen Union sind wir jetzt gemeinsam gefordert, unsere einzigartige Gemeinschaft nicht durch Nationalismus, Kleinmut und gegenseitige Vorwürfe zu gefährden», betonte Gabriel.

In Athen will er mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos auch über die EU-Flüchtlingskrise beraten. In Griechenland halten sich derzeit rund 57 000 Flüchtlinge auf. 

Gabriel wird von einer 40-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet, die vor allem das Geschäft mit erneuerbaren Energien im sonnenreichen Griechenland ausbauen will.

Die Konjunktur im überschuldeten Euro-Land springt nicht an. Nach sechsjähriger Rezession hatte Griechenland 2014 erstmals wieder ein leichtes Wachstum von 0,7 Prozent erzielt. In den ersten drei Monaten 2016 wurde jedoch ein Minus von 1,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode verzeichnet. Entsprechend zurückhaltend sind deutsche Investoren vor dem Gabriel-Besuch.  

So erwartet die Mehrheit der in Griechenland aktiven deutschen Firmen keine schnelle Belebung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Außenhandelskammer in Athen hervor. «Die Staatsschulden drücken, der private Konsum und die Investitionen kommen nicht recht in Schwung», sagte der Außenwirtschaftschef des Spitzenverbandes DIHK, Volker Treier, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe aber auch Hoffnungsschimmer. Immerhin jedes zweite Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung der eigenen Geschäfte in Griechenland, nur elf Prozent befürchten eine negative Entwicklung. 

Gabriel hat sich wiederholt für weitere Schuldenerleichterungen für Athen stark gemacht. Zuletzt kritisierte der SPD-Chef die von Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) in Europa durchgesetzte Sparpolitik.

Die Fraktionschefin der Linkspartei im Bundestag, Sahra Wagenknecht, forderte Gabriel auf, in Athen ein Signal für ein sozialeres Europa zu setzen. «Griechenland ist ein guter Ort, um ein Programm für ein anderes Europa vorzulegen», sagte Wagenknecht der dpa. Das Land habe in der Vergangenheit «das Gesicht einer undemokratischen und unsozialen EU in seiner hässlichsten Form zu sehen bekommen». Einem überschuldeten Staat seien noch mehr Schulden aufgedrängt worden, um Banken zu retten. 

Mitte Juni hatte der Euro-Rettungsfonds ESM die Auszahlung einer Kreditrate von 7,5 Milliarden Euro für Griechenland aus dem dritten Hilfsprogramm freigegeben. Europäer und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben seit Mai 2010 bisher rund 237 Milliarden Euro an Hilfskrediten an Athen ausgezahlt - unter harten Auflagen.

Do, 2016-06-30 05:50
Wolfsburg/Berlin (dpa)

Volkswagens juristische Baustellen in der Abgas-Affäre

Bei der Bewältigung der Abgaskrise kämpft VW an mehreren Fronten in mehreren Ländern. Ein erster Vergleich in den USA, wo die Affäre begann, könnte ein wichtiger Schritt werden. Doch Baustellen bleiben.

Wolfsburg/Berlin (dpa) - Volkswagen muss sich weltweit wegen des Diesel-Skandals vor Gericht verantworten. In vielen Ländern gibt es Klagen und Ermittlungen - ob in den USA, Südkorea, den Niederlanden oder Deutschland. Eine Übersicht über das juristische Dickicht:

KLAGEN EINZELNER VW-BESITZER: Weltweit wollen enttäuschte VW-Fahrer auf zivilrechtlichem Wege Schadenersatz einklagen. In den USA haben der Konzern, Kläger und Behörden nach monatelangen Verhandlungen nun einen Vergleichsentwurf eingereicht. Dieser könnte Volkswagen bis zu 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Mrd Euro) an Entschädigungen, Rückkäufen, Reparaturen, Strafen sowie Umweltinvestitionen kosten. Der Richter Charles Breyer in San Francisco, bei dem viele Klagen gebündelt sind, will bis Ende Juli über die Annahme entscheiden.

Anders als in Deutschland sind in Amerika Sammelklagen möglich. Dafür gibt es dort jedoch auch die Option, mit einem Vergleich alle Verfahren abzuräumen. Theoretisch hatten VW laut der Klageschrift in den Vereinigten Staaten bis zu 45 Milliarden Dollar Strafe gedroht.

In der Bundesrepublik urteilte das Landgericht Bochum in einem ersten deutschen Verfahren zwar, dass die Manipulationen keine Pflicht zur Rücknahme des Autos nach sich ziehen. Doch es gibt inzwischen auch andere Urteile. Bisher setzte sich VW in den meisten Fällen durch.

Hintergrund ist unter anderem die Frage, ob die Fälschungs-Software ein Mangel oder ein schwerer Mangel ist und ob Kunden deswegen vom Kauf zurücktreten können. In der EU gelten dafür Vorgaben, die dem Hersteller unter anderem das Recht einräumen, einen Mangel erst einmal zu beseitigen. Insgesamt gehen Verbraucherschützer davon aus, dass es für Autobesitzer schwierig sein dürfte, am Ende Erfolg zu haben. Enttäuschte Kunden machen einen Wertverlust der Wagen geltend - etwa falls sich Leistungs- oder Verbrauchsdaten durch die notwendigen Umrüstungen verschlechtern. Volkswagen betonte allerdings mehrfach, alle betroffenen Autos seien «technisch sicher und fahrbereit».

Auch dürfte es in vielen Fällen für Besitzer schwierig sein, einen konkreten Schaden zu beziffern und ihn auch zu beweisen. Die Zahl der Verfahren scheint hierzulande auch übersichtlich: Laut VW bewegten die sich zuletzt im zweistelligen Bereich - bei allein 2,5 Millionen betroffenen Autos in Deutschland. Spannend wird der Streit, wenn er bei den Oberlandesgerichten angekommen ist - mutmaßlich wird sich irgendwann auch der Bundesgerichtshof damit befassen müssen. Auch in Ländern wie Israel, den Niederlanden oder Südkorea gibt es Klagen.

KLAGEN VON AKTIONÄREN: Die VW-Aktie stürzte nach dem Ausbruch der Abgas-Affäre ab, viele Anleger wollen sich ihre Verluste vom Unternehmen erstatten lassen. Ihr Argument: VW hätte deutlich früher über die Probleme informieren müssen, weil Kursabschläge drohten. Mittlerweile haben auch Großanleger entsprechende Klagen lanciert, darunter der größte US-Pensionsfonds Calpers und die Sparkassen-Fondstochter Deka. Anders als bei Gewährleistungsfragen gibt es Deutschland für Kapitalanleger ein Musterverfahrensrecht - also die Möglichkeit, ein Verfahren stellvertretend zu führen.

Beim Landgericht Braunschweig sind dafür schon viele Klagen eingegangen, den ersten Schritt zu einem Musterverfahren ist das Gericht auch bereits gegangen. VW ist der Überzeugung, alle Regeln für die Information der Kapitalmärkte eingehalten zu haben. Ob das tatsächlich so war, wird sich nicht schnell klären lassen. Eine erste mündliche Verhandlung in dem Verfahren wird es dieses Jahr wohl nicht geben, vergleichbare Prozesse haben sich bereits über Jahre gezogen.

STRAFRECHTLICHE ERMITTLUNGEN: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt in mehreren Verfahren gegen Verantwortliche und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns. Insgesamt laufen Verfahren gegen 26 mutmaßlich Beteiligte, bei 17 davon wegen der Software-Manipulation, etwa wegen des Verdachts des Betruges. Gegen 6 wird im Zusammenhang mit falschen CO2- und Verbrauchsangaben ermittelt, unter anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und inzwischen auch gegen einen Mitarbeiter, der zu einer Datenlöschung aufgerufen haben soll.

Dazu kommen die beiden jüngsten Verfahren: Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und der amtierende VW-Markenchef Herbert Diess hätten die Finanzwelt zu spät über den aufgeflogenen Skandal ins Bild gesetzt und Informationen für Anleger unterdrückt. Auslöser ist eine Anzeige der Finanzaufsicht Bafin. Wann und ob es überhaupt zu Anklagen kommen wird, ist noch völlig offen. Weitere strafrechtliche Ermittlungen werden in den USA geführt, dabei geht es unter anderem um Verstöße etwa gegen Umweltrecht. Auch in einigen anderen Ländern gibt es nach Angaben von VW Untersuchungen.

Do, 2016-06-30 05:40
Berlin (dpa)

Energiewende umgekehrt? - Ökostrom-Umbau hakt in anderen Ländern Von Jan-Henrik Petermann und den dpa-Korrespondenten

Weg von Atom, Kohle und Gas, hin zu Windkraft, Sonne und Biomasse: In Deutschland ist diese Art Energiewende anerkanntes politisches Ziel. Etliche Staaten sehen das anders - und machen teils das Gegenteil.

Berlin (dpa) - Deutschlands Energiewende soll zum Vorbild für die Welt werden und Hightech-Anbietern neue Chancen am internationalen Markt verschaffen - das war ein Leitbild heimischer Energiepolitik. Die teure Subventionierung von Ökostrom, der Streit um die Kosten des Atomausstiegs und der Widerstand gegen neue Leitungen dämpften die Euphorie zuletzt, eine Neuauflage des EEG soll Abhilfe schaffen.

Doch auch ohne das Nachjustieren zeigt sich manch anderes Land wenig beeindruckt vom deutschen Energie-Modell oder fährt sogar einen Kurs in die Gegenrichtung. Einige Beispiele aus Europa im Überblick:

- FRANKREICH: Es war eine kleine Revolution im Atom-Land Frankreich. Das 2015 beschlossene Energiewende-Gesetz sieht vor, den Anteil des Nuklearstroms bis 2025 von derzeit 75 auf 50 Prozent zu drücken. Doch fast ein Jahr später ist weiter unklar, wie das gelingen soll. Der staatliche Stromriese EDF will bislang nur zwei seiner 58 Reaktoren schließen und dringt eifrig auf eine Laufzeitverlängerung. Die Meiler wurden überwiegend in den 1980er Jahren gebaut und nähern sich damit dem Ende ihrer ursprünglich vorgesehenen Nutzungsdauer von 40 Jahren. Grundsätzlich ist die Regierung in Paris einer Verlängerung gegenüber aufgeschlossen, pocht aber auf die Senkung des Atomstrom-Anteils. Der künftige Kurs könnte bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2017 festgelegt werden. Konservativen-Chef und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy kündigte an, bei einem Sieg das 50-Prozent-Ziel zu kippen.

- BELGIEN: Mehr als die Hälfte ihres Stromverbrauchs decken die Belgier mit Atomkraft. Dabei wollte das Land eigentlich ab 2015 Ernst machen mit dem Ausstieg. Doch zum Jahresende verständigten sich die vom liberalen Premier Charles Michel geführte Mitte-Rechts-Regierung und der Betreiber Electrabel darauf, zwei Reaktoren des Kraftwerks Doel bei Antwerpen bis 2025 weiter laufen zu lassen. Belgien hat sieben Reaktoren an zwei Orten, die zur Stromerzeugung genutzt werden. Die ältesten Anlagen gingen 1975 ans Netz. Es kam in den vergangenen Monaten immer wieder zu Pannen und Ausfällen, was insbesondere im benachbarten Nordrhein-Westfalen für Unruhe sorgt - das Akw Tihange liegt gerade einmal 70 Kilometer von Aachen entfernt.

- SCHWEIZ: Nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 hatte die Schweiz ebenfalls den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Ihre fünf Akw müssen zwischen 2019 und 2034 stillgelegt werden. Für den erforderlichen Umbau des Energiesystems wurde die «Energiestrategie 2050» erarbeitet - ein stufenweiser Plan, der auf Effizienzerhöhung und erneuerbare Energien ausgerichtet ist. So sollen der Verbrauch pro Person bis 2035 um 43 Prozent sinken und Erneuerbare schrittweise die Produktion der Atommeiler - 40 Prozent der Strommenge - ersetzen. Kritiker des Pakets - unter ihnen die Schweizerische Energiestiftung (SES) - erklären jedoch, es sei fraglich, ob die großen Ziele mit den vorgesehenen Maßnahmen erreicht werden können. Die «Strategie 2050» ist derzeit in der Schlussphase der parlamentarischen Feinabstimmung.

- TSCHECHIEN: Anders als Deutschland setzt der östliche Nachbar weiter stark auf die Kernkraft. Bis zum Jahr 2050 soll ihr Anteil am Energie-Mix sogar von derzeit rund einem Drittel auf mehr als die Hälfte gesteigert werden. Das sieht ein «nationaler Aktionsplan» vor. Um diesen umzusetzen, sollen bis 2025 neue Reaktoren gebaut werden. Umweltschützer laufen dagegen Sturm, sie halten schon die teils über 30 Jahre alten Anlagen in Temelin rund 60 Kilometer hinter der Grenze zu Bayern und Dukovany 100 Kilometer nördlich von Wien für unsicher. Ergänzend sollen Biomasse- und Solaranlagen helfen, die Braunkohle zu ersetzen, wenn in rund 15 Jahren die Tagebaue in Nordböhmen erschöpft sind. Die Windkraft hat es in Tschechien dagegen schwer.

- SLOWAKEI: In der traditionell atomfreundlichen Slowakei ist der Kernkraft-Ausbau zuletzt ins Stocken geraten. Eine Mehrheit der Bevölkerung und alle Parlamentsparteien sind aber für Atomkraftwerke, eine nennenswerte Alternativbewegung gibt es nicht. Rund die Hälfte seines Stromverbrauchs speist das Land aus den Nuklearanlagen in Jaslovske Bohunice und Mochovce. Dort sind je zwei Reaktoren in Betrieb, je zwei weitere im Bau (Mochovce) oder geplant (Bohunice). Als Vorzug der «sauberen» Atomenergie führen slowakische Politiker gern an, dass diese fast alle Kohlemeiler überflüssig mache. Doch die beiden Reaktoren Mochovce 3 und 4, die schon seit 2012 und 2013 im Vollbetrieb laufen sollten, sind noch nicht fertig gebaut.

- TÜRKEI: Die Türkei deckt ihren Energiebedarf derzeit hauptsächlich aus Gas (35 Prozent), Kohle (28,5 Prozent) und Öl (27 Prozent). Ein Viertel stammt aus eigenen Ressourcen, den Rest aus Importen. Ziel der Regierung ist es, mehr Energie aus eigenen Quellen zu gewinnen. Sie will dazu sowohl Nuklear- als auch erneuerbare Energien ausbauen. Bis 2023 sollen 10 Prozent der Energie aus Kernkraftwerken gewonnen werden. Dazu sind zwei Atommeiler im Bau - einer im südlichen Mersin (Akkuyu), einer in Sinop an der Schwarzmeer-Küste. Der Bau in Akkuyu wurde scharf kritisiert, das Gebiet ist erdbebengefährdet. Präsident Erdogan hatte sich im April laut der Nachrichtenagentur Anadolu außerdem dafür ausgesprochen, die Kohleressourcen stärker zu nutzen.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

weiterlesen

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

weiterlesen

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Do, 2016-06-30 04:10
Berlin (dpa)

Maas für offensive Auseinandersetzung mit Europa-Feinden

Können nationalistische Parteien von der Abkehr der Briten von der EU profitieren? Justizminister Maas will solchen Strömungen den Wind aus den Segeln nehmen - und setzt dabei auch auf abschreckende Wirkungen.

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas fordert nach dem Votum für einen britischen EU-Austritt eine offensive Auseinandersetzung mit europafeindlichen Tendenzen. «Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Rechtspopulisten in Europa werden versuchen, das Brexit-Votum zu instrumentalisieren, um Stimmung gegen Europa zu machen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Es sei daher wichtig, diese Debatte jetzt zu führen. «Dann wird deutlich, wer Deutschland eingebettet in internationale Partnerschaften in die Zukunft führen will und wer auf einen nationalistischen und isolierten Kurs setzt.»

Maas verwies darauf, dass die Diskussion in Großbritannien nicht frei von Ressentiments und Fremdenfeindlichkeit gewesen sei. «Das ist gefährlich. Und dafür gibt es auch Protagonisten in anderen Ländern wie Frankreich, den Niederlanden und Deutschland.» Deshalb müsse dies klar thematisiert werden. In Deutschland gebe es laut Umfragen aber mehr als 80 Prozent Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft. «Insofern habe ich vor dieser Diskussion keine Angst, ganz im Gegenteil.»

Mit Blick auf mögliche Dominoeffekte in anderen Mitgliedsländern sagte der Minister: «Der Brexit-Schock kann heilsame Wirkung haben - mit dem Ergebnis, dass man sich auf ein solches Wagnis eben nicht einlässt.» Viele, die sich ähnliche Gedanken gemacht hätten, würden aufgeschreckt sein. «Jetzt sieht jeder, was so etwas für ein Land wie Großbritannien bedeutet.» Das Vereinigte Königreich bröckele. Und anscheinend gebe es nun keinen Plan für den Umgang mit dem Votum.

«Ich glaube nicht, dass die Europäische Union in Gefahr ist. Es ist aber eine schwierige Situation», sagte der Minister. Der Austritt eines der wichtigsten Mitglieder sei politisch, wirtschaftlich und kulturell ein großer Verlust.

In Zusammenhang mit einer größeren Akzeptanz der EU bei den Bürgern kritisierte Maas: «Die laufenden Verfahren zur Verhandlung und zum Abschluss von Freihandelsabkommen sind sicher kein gutes Beispiel, wie die EU und die Mitgliedsländer mit dem Informationsinteresse der Menschen umgehen sollten.» Dies gelte auch für Pläne der Kommission, beim Kanada-Abkommen Ceta nur die Regierungen und das EU-Parlament an der Ratifizierung zu beteiligen. «Wer nationale Parlamente ausschließen will, erweist Freihandelsabkommen einen Bärendienst. Wenn wir die EU den Menschen näher bringen wollen, brauchen wir gerade mehr offene Debatten.»

Do, 2016-06-30 04:30
Istanbul/Berlin (dpa)

Sicherheitsschleusen haben Istanbuler Attentäter nicht gestoppt

Nach dem verheerenden Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul werden immer neue Details zum Tathergang bekannt. Die türkische Regierung vermutet den IS hinter dem Blutbad - doch ob sich überhaupt noch jemand zu der Tat bekennen wird, scheint fraglich.

Istanbul/Berlin (dpa) - Einer der drei Selbstmordattentäter vom Istanbuler Atatürk-Flughafen ist nach Angaben aus Regierungskreisen doch in die Abflughalle des Internationalen Terminals gelangt. Der erste Attentäter habe sich an der Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich in die Luft gesprengt und damit Chaos ausgelöst, sodass der zweite Attentäter ins Gebäude gelangen und seinen Sprengsatz in der Abflughalle im ersten Stock zünden konnte, hieß es am Mittwochabend aus Regierungskreisen.

Ein dritter Attentäter sprengte sich demnach anschließend draußen vor dem Gebäude in die Luft. Mutmaßlich habe er damit fliehende Menschen treffen wollen.

Zunächst hatte es aus Regierungskreisen geheißen, keiner der drei Angreifer habe die Sicherheitsschleusen zum internationalen Terminal passiert. Augenzeugenberichte und Videos in sozialen Medien hatten jedoch früh darauf hingedeutet, dass mindestens ein Angreifer in den Innenbereich gelangte.

Bei dem verheerenden Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen hatten die drei Selbstmordattentäter am Dienstag Dutzende Menschen mit in den Tod gerissen und 239 verletzt, darunter eine Deutsche. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Mittwochabend unter Verweis auf Quellen im Gesundheitswesen, eine lebensgefährlich verletzte Frau sei inzwischen ebenfalls gestorben und die Zahl der Todesopfer damit auf 42 gestiegen.

Dennoch sah die türkische Regierung keine Versäumnisse bei der Sicherheit. «Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein», sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Erste Hinweise deuteten auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Urheber des Anschlags auf dem größten Flughafen der Türkei hin, sagte er.

Es war bereits der vierte schwere Anschlag in Istanbul seit Jahresbeginn. Der IS hat sich noch zu keinem der ihm in der Vergangenheit zugeschriebenen Anschläge in der Türkei bekannt.

Das Attentat zum Beginn der Feriensaison in Europa dürfte die Krise der Tourismusbranche in der Türkei noch verschärfen. Schon für den Mai war ein Einbruch der Besucherzahlen um 34,7 Prozent gemeldet worden, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland forderte mehr Solidarität: «Europa macht zu oft den Fehler, dass es Terrorismus als zweitrangig betrachtet, wenn er nicht direkt vor der eigenen Tür geschieht», sagte der Vorsitzende des Verbands, Gökay Sofuoglu, der «Rheinischen Post» (Donnerstag). «Die Länder müssten aufhören, sich gegenseitig vorzuwerfen, wer wo an welchen Terroranschlägen mit Schuld trage.» Vielmehr müssten die Kräfte im Anti-Terror-Kampf gebündelt werden, ansonsten gewännen der IS und andere Terroristen weiter an Boden.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen drängt die türkische Regierung indes, die umstrittenen Anti-Terror-Gesetze des Landes zu lockern. «Unter dem Deckmantel der Anti-Terror-Gesetzgebung darf keine allgemeine Anti-Oppositions-Gesetzgebung stattfinden», sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die Sicherheitslage in der Türkei sei besorgniserregend: «Die Häufung der Anschläge in der Türkei drückt eine zunehmende Eskalation von terroristischer Gewalt und staatlich-militärischer Gegengewalt aus.»

Nach Informationen der «Bild»-Zeitung gibt es in der EU-Kommission Überlegungen, vom harten Kurs gegenüber der Türkei abzurücken. Bislang verlangte Brüssel eine Abmilderung der türkischen Anti-Terror-Gesetze im Gegenzug für Visa-Erleichterungen. Nun solle sich Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans am Donnerstag mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu treffen, um über mögliche Zugeständnisse zu beraten, berichtete die Zeitung.

Das Brandenburger Tor in Berlin erstrahlte am Mittwochabend in den Farben der türkischen Flagge. Mit der Aktion zeige die deutsche Hauptstadt ihre Verbundenheit und Solidarität mit der Partnerstadt Istanbul, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Do, 2016-06-30 03:40
Berlin (dpa)

Maas für offensive Auseinandersetzung mit Europa-Feinden

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas fordert nach dem Votum für einen britischen EU-Austritt eine offensive Auseinandersetzung mit europafeindlichen Tendenzen. «Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Rechtspopulisten in Europa werden versuchen, das Brexit-Votum zu instrumentalisieren, um Stimmung gegen Europa zu machen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Es sei daher wichtig, diese Debatte jetzt zu führen. «Dann wird deutlich, wer Deutschland eingebettet in internationale Partnerschaften in die Zukunft führen will und wer auf einen nationalistischen und isolierten Kurs setzt.»

Maas verwies darauf, dass die Diskussion in Großbritannien nicht frei von Ressentiments und Fremdenfeindlichkeit gewesen sei. «Das ist gefährlich. Und dafür gibt es auch Protagonisten in anderen Ländern wie Frankreich, den Niederlanden und Deutschland.» Deshalb müsse dies klar thematisiert werden. In Deutschland gebe es laut Umfragen aber mehr als 80 Prozent Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft. «Insofern habe ich vor dieser Diskussion keine Angst, ganz im Gegenteil.»

Do, 2016-06-30 03:48
Washington (dpa)

Bericht: US-Luftangriffe töten 250 IS-Kämpfer am Rande Falludschas

Washington (dpa) - Bei einer Serie von US-Luftangriffen im Irak sollen einem Medienbericht zufolge mindestens 250 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden sein. Die Extremisten seien Teil eines Konvois gewesen, der am Mittwoch in einem südlichen Außenbezirk der einstigen IS-Hochburg Falludscha bombardiert worden sei, berichtete der US-Sender Fox News unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle innerhalb des amerikanischen Militärs.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte der irakischen Regierung erst am Montag zur Rückeroberung Falludschas gratuliert, die einen Meilenstein im Kampf gegen den IS markiere. Mit Unterstützung des US-Militärs hatte die irakische Armee die Stadt nach eigenen Angaben am Wochenende vollständig eingenommen. Der IS verlor damit eine seiner zwei wichtigsten Hochburgen im Irak.

Do, 2016-06-30 03:53
Bator (dpa)

Mongolische Oppositionspartei gewinnt Parlamentswahl

Ulan Bator (dpa) - Mit überraschend deutlicher Mehrheit hat die oppositionelle Volkspartei (MPP) die Parlamentswahl in der Mongolei gewonnen. Die regierende Demokratische Partei (DP) gestand ihre Niederlage ein. Wie die mongolische Nachrichtenagentur Montsame in der Nacht zum Donnerstag berichtete, gewann die Volkspartei nach vorläufigen Ergebnissen sogar mehr als 60 von 76 Sitzen im Parlament.

Umfragen hatten eigentlich ein knappes Rennen vorhergesagt, doch scheint die jüngste Wahlreform zu einem völligen Mehrheitswahlrecht die Volkspartei begünstigt zu haben. MPP-Parteichef Miyegombo Enkhbold dankte den Wählern, dass sie seiner Partei das Vertrauen ausgesprochen haben: «Uns ist bewusst, welch große Verantwortung hinter diesem Vertrauen steckt.»

Er versprach, mit aller Kraft für die Wiederherstellung von wirtschaftlichem Wachstum, das soziale Wohlergehen der knapp drei Millionen Mongolen und das internationale Ansehen des Landes arbeiten zu wollen, wie Montsame berichtete.

Die Wahl wurde überschattet von der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Mongolei, die unter dem Verfall der Rohstoffpreise und der schwächeren Nachfrage durch ihren größten Handelspartner China leidet. Mit ihrem Sieg kehrt die Volkspartei nach vier Jahren in der Opposition wieder in die Regierungsverantwortung zurück.

Do, 2016-06-30 03:20
Chile (dpa)

Chile verteidigt Verbot ungesunder Lebensmittel mit Kinderspielzeug

Santiago de Chile (dpa) - Chiles Staatsführung hat sich gegen Kritik an einem neuen Gesetz verteidigt, dass unter anderem den Verkauf von Überraschungs-Eiern aus Schokolade in dem südamerikanischen Land verbietet. Genau genommen untersagt es das Angebot von Spielzeugen in Verbindung mit Lebensmitteln, die als ungesund eingestuft werden. «Wir bekämpfen mit dieser Maßnahme mehrere Faktoren, die eine schlechte Ernährung und Übergewicht fördern», erklärte Staatschefin Michelle Bachelet am Mittwoch (Ortszeit).

«So wie wir vor 50 Jahren die Unterernährung der Kinder in Angriff nahmen, so müssen wir heute gegen das Übergewicht handeln», sagte Bachelet, die selbst Kinderärztin ist. Die Hälfte der Sechsjährigen in Chile leide an Übergewicht. «Wir stehen an der Spitze der Statistiken über Fettleibigkeit in Lateinamerika», erklärte sie.

Als gesundheitsschädlich gelten nach der Neuregelung Lebensmittel, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, 4 Gramm gesättigter Fette, 275 Kalorien oder 10 Gramm Zucker aufweisen. Dementsprechend dürfen seit Montag beispielsweise die bekannten Überraschungseier von Ferrero nicht mehr verkauft werden. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, die neue Regelung vor Gericht anzufechten.

McDonald's hat dagegen nach eigenen Angaben bereits vor fünf Jahren begonnen, sein «Happy Meal» mit Spielzeug in mehreren Ländern - darunter Chile - unter diese Grenzwerte anzupassen. Alle Produkte des «Happy Meals» erfüllten die neue Regelung, teilte die Fast-Food-Kette am Mittwoch auf Anfrage mit. Das Unternehmen teile die Sorge der Gesundheitsbehörden um eine bessere Ernährungsqualität der Bevölkerung und insbesondere der Kinder.

Lebensmittel, die die angegebenen Höchstwerte überschreiten, müssen klar mit Warnhinweisen versehen werden. Sie dürfen außerdem weder in Schulen vermarktet werden noch mittels Werbung, die sich an Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren richtet.

In Chile leiden rund 60 Prozent der Erwachsenen an Übergewicht. Nach offiziellen Statistiken stirbt durchschnittlich ein Chilene pro Stunde an den Folgen. Das neue Gesetz folgt Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Do, 2016-06-30 02:01
Heilbronn (dpa)

Verfassungsschutz erwartet 2016 Verdoppelung der Terrorhinweise

Heilbronn (dpa) - Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) rechnet einem Medienbericht zufolge in diesem Jahr mit einer Verdoppelung der Hinweise auf islamistische Terror-Bedrohungen. Beim «Hinweistelefon islamistischer Terrorismus» seien im vergangenen Jahr 500 Mitteilungen von Bürgern eingegangen, berichtete die «Heilbronner Stimme» (Donnerstag) unter Berufung auf eine Behördensprecherin. «Wir rechnen mit einer Verdoppelung der Hinweise im Jahr 2016 gegenüber 2015.» Es seien vor allem Deutsche, die sich an den Verfassungsschutz wenden. Doch es gebe einen sichtbaren Trend: «Immer mehr Menschen mit arabisch-türkischem Migrationshintergrund melden sich», so die Sprecherin.

Do, 2016-06-30 00:51
York (dpa)

UN schicken weitere 2500 Soldaten und Polizisten nach Mali

Blauhelme sind weltweit im Einsatz, doch das westafrikanische Mali gilt als besonders heikel. Nach wiederholten Angriffen reagieren die UN und entsenden weitere Soldaten an das konfliktgeplagte Land.

New York (dpa) - Der UN-Sicherheitsrat hat der Entsendung weiterer 2000 Soldaten und fast 500 Polizisten für die Friedensmission im westafrikanischen Mali zugestimmt. Der Entschluss vom Mittwoch kommt als Reaktion auf die jüngste Welle der Gewalt, in der sich Angriffe auf UN-Stützpunkte gehäuft hatten. In den vergangenen vier Jahren wurden in Mali, wo seit Februar dieses Jahres auch etwa 300 Soldaten der Bundeswehr stationiert sind, mehr als 70 UN-Soldaten getötet.

Mit der von Frankreich entworfenen UN-Resolution wird das Mandat für die Friedensmission Minusma bis Juni 2017 verlängert. Zudem wird die Zahl der zu entsendenden Blauhelme von 11 240 auf insgesamt knapp 13 300 erhöht. Damit ist auch die Entsendung aller der insgesamt vom Bundestag beschlossenen 650 Bundeswehr-Soldaten möglich. Die Zahl der entsendbaren Polizisten steigt auf 1920.

Die UN-Mission in Mali, wo islamistische Gruppen besonders den Norden des Landes terrorisieren, gilt als einer der gefährlichsten Einsätze. Beim dritten Angriff auf UN-Kräfte binnen weniger Wochen waren Anfang Juni vier Menschen getötet worden, darunter ein Franzose und ein UN-Soldat aus China. Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb bekannte sich zu den Anschlägen. Ende Mai waren fünf Blauhelmsoldaten bei einem Angriff im Zentrum des Landes ums Leben gekommen, Mitte Mai starben fünf UN-Soldaten aus dem Tschad im Norden des Landes.

Die Entsendung weiterer Truppen sei «vernünftig und notwendig, wenn eine Mission in dieser Art von Umfeld im Einsatz ist», sagte David Pressman, US-Vertreter bei den Vereinten Nationen, in New York.

Der UN-Truppe in Mali gehören Soldaten und Polizisten aus 73 Ländern an, dazu internationale und einheimische Zivilisten. Der Einsatz läuft seit drei Jahren und wird derzeit von der Bundeswehr geführt. Einsatzgebiet ist bisher der vergleichsweise sichere Süden des Landes. Eine Ausweitung in den Norden ist aber geplant. Die deutschen Soldaten klären vor allem mit Spähpanzern und Drohnen auf, die offensive Bekämpfung der Terroristen überlässt die UN den Franzosen.

Mi, 2016-06-29 23:03
York (dpa)

UN schicken weitere 2500 Soldaten und Polizisten nach Mali

New York (dpa) - Der UN-Sicherheitsrat hat der Entsendung weiterer 2000 Soldaten und fast 500 Polizisten für die Friedensmission im westafrikanischen Mali zugestimmt. Der Entschluss vom Mittwoch kommt als Reaktion auf die jüngste Welle der Gewalt, in der sich Angriffe auf UN-Stützpunkte gehäuft hatten. In den vergangenen vier Jahren wurden in Mali, wo seit Februar dieses Jahres auch etwa 300 Soldaten der Bundeswehr stationiert sind, mehr als 70 UN-Soldaten getötet.

Mit der von Frankreich entworfenen UN-Resolution wird das Mandat für die Friedensmission Minusma bis Juni 2017 verlängert. Zudem wird die Zahl der zu entsendenden Blauhelme von 11 240 auf insgesamt knapp 13 300 erhöht. Damit ist auch die Entsendung aller der insgesamt vom Bundestag beschlossenen 650 Bundeswehr-Soldaten möglich. Die Zahl der entsendbaren Polizisten steigt auf 1920.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
Mehr Infos: greenpeace-magazin.de/deutschebank

Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Seiten