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konsum

23. November 2009

Verschnaufen statt Kaufen: Kauf-Nix-Tag 2009

Können Sie sich vorstellen, einen Tag lang einfach mal nichts zu kaufen? Genau das will der „Buy Nothing Day“, der Kauf-Nix-Tag am Samstag, dem 28. November. Ein internationaler Aktionstag, an dem Menschen aus über 60 Ländern ihren Konsum für 24 Stunden symbolisch verweigern. Ziel dieses Protests ist es, ein Bewusstsein für die Folgen des ungehemmten Konsumierens zu schaffen.

Die Idee eines „Konsumfastentags“ stammt von dem Künstler Ted Dave aus Kanada. Frustriert über den täglichen Konsumwahn, initiierte Dave, damals Grafiker beim Georgia Straight Magazine, 1992 den ersten Kauf-Nix-Tag in Vancouver. Die amerikanisch-kanadische Organisation Adbusters griff seine Idee auf und machte daraus einen weltweiten Aktionstag zum Thema Konsumverweigerung. Dieser findet seitdem immer einen Tag nach Thanksgiving statt, dem geschäftigsten Shopping-Tag des Jahres in Nordamerika.

 

„Es gibt nur einen Weg, den Kollaps dieses Experiments des Menschen mit dem Planeten Erde zu verhindern: Wir müssen weniger konsumieren“, so Adbusters zum weltweiten Happening. Fernseher, Handys und Computer sollen ausgeschaltet werden, Autos stehen bleiben und ein „Ramadan-ähnliches Fasten“ zelebriert werden.

 

Auch die natürlichen Ressourcen des Planeten stehen dabei im Fokus. Schon am 25. September hatten wir diese für das Jahr 2009 theoretisch aufgebraucht. „Das nächste Quartal leben wir wieder auf Pump“, erklärt Jürgen Knirsch, Greenpeace-Experte für nachhaltigen Konsum. Seit 1986 übersteigt die menschliche Nachfrage die biologische Leistungsfähigkeit der Erde. Würde man sich nur am Kaufverhalten des deutschen Durchschnittskonsumenten orientieren, bräuchten wir zukünftig fast zweieinhalb Erden zum Überleben.

 

Die Aktionsformen des Kauf-Nix-Tags sind vielfältig: Vom Einkaufswagenballett, bei dem möglichst viele Menschen mit leeren Wagen eine Choreographie aufführen, bis hin zur entschleunigenden Schlange mit leeren Einkaufskörben an Supermarkt-Kassen. Nix-Gewinnspiele ohne Gewinne und Verkaufsstände ohne Produkte gehören ebenfalls dazu.

 

Doch was soll ein solcher Protesttag, wenn wir die restlichen 364 Tage im Jahr weiter konsumieren? Die Antwort ist denkbar einfach: ein Zeichen setzen! Der Kapitalismus lässt sich nicht an einem Tag in die Knie zwingen. Es geht darum, „dem Konsumenten seine Marktmacht zurückzugeben“, erklärt der Gründer Ted Dave.

 

Neben der symbolischen Konsumverweigerung gibt es für Konsumenten und Verbraucher viele Möglichkeiten, diese Macht zu demonstrieren: zum Beispiel durch den Wechsel zu sauberem Strom und den Kauf von regionalen und saisonalen Produkten. Oder man kauft einfach weniger und achtet dafür auf bessere Qualität.

 

Mehr zum internationalen Buy Nothing Day 2009 gibt es hier.

 

CHRISTIAN BIEDERSTAEDT


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