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Mo, 2016-06-27 17:44
Berlin (dpa)

Industrie verpflichtet sich zur Kennzeichnung von Einwegflaschen

Berlin (dpa) - Industrie und Handel wollen Einwegflaschen künftig so kennzeichnen, dass sie für Verbraucher leicht zu erkennen sind. Vertreter von sechs Verbänden wollen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am kommenden Mittwoch in Berlin eine entsprechende Selbstverpflichtung übergeben. Das teilte das Ministerium am Montag mit.

Aus Sicht der Umweltverbände ist die Art und Weise wie Einweg-Pfandflaschen bisher gekennzeichnet werden, oft irreführend und zum Teil sogar illegal. Die Deutsche Umwelthilfe hatte darauf hingewiesen, dass die meisten Verbraucher, wenn auf einer Getränkeverpackung «Pfandflasche» stehte, automatisch davon ausgingen, es handele sich um eine umweltfreundliche Mehrwegverpackung.

Mo, 2016-06-27 17:28
Berlin (dpa)

Zwischen Bremse und Beschleunigung - Die Nöte von Merkels Koalition Von Kristina Dunz, Christoph Sator und Tim Braune, dpa

Das Brexit-Votum der Briten wirbelt auch die deutsche Politik durcheinander. Ein Risiko für den Wahlkampf in Deutschland. Die SPD wittert aber ein Chance, die Kanzlerin zu attackieren.

Berlin (dpa) - Die Kanzlerin verzieht ihr Gesicht. Jetzt bloß nicht die nächste Verwirrung. Ob es womöglich doch noch einen Exit vom Brexit geben könnte, wird Angela Merkel am Montag gefragt. Es antwortet die gelernte Naturwissenschaftlerin: «Ich befasse mich mit den Realitäten.» Das heißt für sie: Die Mehrheit der Briten hat sich für den Austritt ihres Landes aus der EU entschieden, die Regierung in London muss jetzt den Antrag stellen und dann wird mit der EU darüber verhandelt. Das ist die Marschroute - so groß Merkels Enttäuschung über das Votum der Briten auch sein mag.

Ihre Bemerkung vom Samstag am Rande einer Unionsklausur in Potsdam hatten Brexit-Befürworter in Großbritannien und politische Widersacher in Deutschland vielleicht missverstanden. Merkel hatte auf die Frage, wie schnell der EU-Austritt Großbritanniens umgesetzt werden müsse, geantwortet: «Ehrlich gesagt, soll es nicht ewig dauern (...), aber ich würde mich jetzt auch nicht wegen einer kurzen Zeit verkämpfen.» Das ist typisch für sie. Erst einmal für Ruhe sorgen.

Merkel trete auf die Bremse, empörten sich aber die einen, andere frohlockten. Am Montag betont sie noch einmal, sie habe «gewisses Verständnis» dafür, «dass Großbritannien jetzt eine gewisse Zeit braucht». Doch dann dekliniert sie die Lage durch.

Erstens dürfe es keine «dauerhafte Hängepartie» geben, weil das für die Wirtschaft beider Seiten nicht gut wäre. Zweitens werde es keine Vorgespräche vor dem förmlichen Austrittsantrag geben - also keine Verhandlungen über britische Extrawürste. Und drittens - das liegt ihr besonders am Herzen: «Es muss alles getan werden, damit Fliehkräfte oder Zentrifugalkräfte nicht gestärkt werden.» Gestärkt werden müsse vielmehr der Zusammenhalt der «EU-27».

Dabei ist die Gemengelage innerhalb der EU ziemlich kompliziert. Auf der Suche nach dem «Plan B», der richtigen Antwort auf den Brexit, muss auf alle möglichen Verwicklungen Rücksicht genommen werden: Gründungsländer gegen neue Mitglieder, Nord gegen Süd, Ost gegen West, linke Parteien gegen konservative. Zudem ist 2017 nicht nur Bundestagswahl, sondern vorher schon Präsidentenwahl in Frankreich.

Deshalb sind - bei all der geteilten Sorge über die Zukunft der EU - die Interessen der verschiedenen Beteiligten sehr unterschiedlich. Frankreichs Präsident François Hollande zum Beispiel ist viel daran gelegen, möglichst schnell Klarheit über das künftige Prozedere zu schaffen. Die Angst, dass die rechtsextreme Front National vom Brexit profitieren könnte, ist in Paris ziemlich groß.

Auffällig auch, wie sehr Hollande derzeit die Nähe von Italiens linkem Regierungschef Matteo Renzi sucht. Die beiden trafen sich am Sonntag schon im Élysée-Palast, noch vor einem gemeinsamen Termin bei der Kanzlerin am Montag in Berlin. So etwas wäre, zu besseren Zeiten der deutsch-französischen Partnerschaft, kaum denkbar gewesen.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte besonders die deutsch-französische Verantwortung. Wenngleich das Kanzleramt offensichtlich nicht besonders begeistert über das Vorgehen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault ist, die schnell ein Zehn-Seiten-Papier vorgelegt haben. Im Kern geht es beim Vorschlag der beiden sozialdemokratischen Minister darum, die EU flexibler zu machen: Mehr Spielraum für Länder, die Integrationsschritte nicht mitgehen wollen oder noch nicht können.

Jedenfalls sagt Seibert, nun kämen «aus mehreren Schubladen Diskussionsbeiträge» - die als solche willkommen seien. Merkel kenne das Papier, sagt er. Ob es mit ihr vorher abgestimmt war, wird nicht richtig klar.

In der SPD wird unverhohlen über Merkel und die Union gegrummelt. Die Wortwahl der Kanzlerin vom Wochenende sei eben daneben - zu nachsichtig mit den Briten - gewesen, heißt es bei Sozialdemokraten. Die Konservativen versuchten, auf Zeit zu spielen und sich vor der Frage zu drücken, woher der extrem gefährliche Europafrust - nicht nur auf der Insel - komme. «Die Union verfolgt wieder einmal eine Politik des Wegduckens», meint ein Genosse. Das werde der historischen Herausforderung nicht gerecht. Der Satz von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), London sollte die Möglichkeit haben, noch einmal die Folgen eines Austritts zu überdenken, sei eine «Wahnsinnsaussage» gewesen.

Auch Merkels Appell von Potsdam, man solle gegenüber London jetzt nicht «garstig» auftreten, löste in der SPD Verärgerung aus. Niemand lasse sich von Rachegelüsten treiben. Die Briten aber hätten Europa zwei Jahre im Schwitzkasten gehabt, nun wolle Boris Johnson, Favorit für die Cameron-Nachfolge, Europa noch vor der Scheidung über den Tisch ziehen. Darauf müsse mit kühler Härte reagiert werden - als Warnschuss für Europa-Feinde in anderen Ländern.

So meldet sich Parteichef Sigmar Gabriel, der zusammen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz einen Zehn-Punkte-Plan für ein besseres Europa vorgelegt hat, am Montag selbst zu Wort: «Das Signal der Staats- und Regierungschefs muss lauten: Klarheit statt Taktiererei, entschlossenes Handeln statt Zaudern.» London müsse so schnell wie möglich den Antrag auf den EU-Austritt stellen.

Merkel bemerkt nüchtern: «Die Mitteilung muss von der britischen Regierung geschickt werden und da habe ich weder eine Bremse noch habe ich da eine Beschleunigung.»

Die SPD bewegt sich auf einem schmalen Grat. Die Verlockung ist wohl groß, das Brexit-Momentum für eine Abrechnung mit Merkels Sparkurs und den Versuch zu nutzen, Europas Zukunft ein Stück weit nach links zu rücken. Es könnte aber ein Risiko sein, wenn die händeringend nach neuen Wählern suchende SPD dabei überzöge. In der Brexit-Krise wäre eine zerstrittene Koalition in Deutschland neues Gift für Europa - und eine Steilvorlage für die AfD.

Seibert wird noch zum Wahlausgang in Spanien gefragt, wo der konservative Regierungschef Mariano Rajoy einen überraschenden Erfolg bei der Neuwahl des Parlaments errungen hat und nun mit Unterstützung der Sozialisten (PSOE) eine Regierung bilden will. Seibert sagt: «Vielleicht kann man dem spanischen Volk dafür gratulieren, dass alle Parteien Spaniens sich zur europäischen Bestimmung ihres Landes bekannt haben. Das ist in diesen Tagen eine erfreuliche Entwicklung.»

Mo, 2016-06-27 17:47
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Linke US-Senatorin Warren über Trumps Kappe

«Donald Trump sagt, er wolle Amerika wieder groß machen. Das steht auf seiner albernen Kappe. (...) Aber für wen will Donald Trump Amerika groß machen? Für die Millionen Kinder, die Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildung zu bezahlen? Für die Millionen Älteren, die mit ihrer Rente nur schwer überleben können? Für Familien, die nicht nach Schottland fliegen können, um Golf zu spielen?»

(Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren am Montag in Cincinnati bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit der wahrscheinlichen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Trump hatte Warren wiederholt als albern verspottet. Trump war in der vergangenen Woche nach Schottland gereist.)

Mo, 2016-06-27 17:09
Bujumbra (dpa)

Dutzende Schüler in Burundi nach Protestaktion verhaftet

Bujumbra (dpa) - Weil sie Fotos des Präsidenten bemalt haben, sind fast 660 Kinder in Burundi der Schule verwiesen worden. Mehr als 40 wurden verhaftet. Schüler im ganzen Land haben auf Bildern von Präsident Pierre Nkurunziza die Augen aufgeritzt oder Kreuze auf die Stirn gemalt, wie die Kinderrechtsorganisation Fenadeb am Montag mitteilte. Sprüche wie «Keine dritte Amtszeit» standen unter den Fotos. Nkurunziza hatte im April 2015 angekündigt, sich entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit zu bewerben. Mit den Kritzeleinen protestierten die Schüler gegen das Vorhaben des Präsidenten.

«Die Verhaftung der Kinder ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte», sagte Fenadeb-Präsident Jacques Nshimirimana. Es sei außerdem ein Zeichen dafür, dass die Behörden überhaupt keine Meinungsfreiheit mehr akzeptierten und immer weiter in Richtung eines totalitären Staates steuerten.

Seit Nkurunzizas Ankündigung herrscht in Burundi eine politische Krise. Bei Protesten sind nach Angaben der EU mehrere Hundert Menschen getötet worden, zumeist von Sicherheitskräften. Rund eine Viertelmillion Menschen floh aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt in Nachbarländer. Ein Bürgerkrieg mit rund 300 000 Toten ging in Burundi erst 2005 zu Ende.

Mo, 2016-06-27 17:08
Luxemburg (dpa)

EU-Agrarminister stellen Milchbauern weitere Hilfen in Aussicht

Zehntausende Landwirte stehen europaweit stark unter Druck. Grund sind niedrige Milchpreise. Etliche EU-Agrarminister haben sich für erneute Hilfsmaßnahmen ausgesprochen. Nun ist die EU-Kommission am Zug.

Luxemburg (dpa) - In Finanznot geratene Milchbauern können auf neue Hilfen von der Europäischen Union hoffen. Etliche EU-Agrarminister forderten am Montag die EU-Kommission auf, im Juli ein neues Hilfspaket vorzulegen, wie der niederländische Landwirtschaftsminister Martijn Van Dam nach einem Treffen mit Amtskollegen in Luxemburg sagte. Unter anderem sollen neben weiterer finanzieller Unterstützung auch Maßnahmen möglich sein, mit denen die Milchproduktion schrittweise gesenkt werden kann. Die Niederlande haben derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erhofft sich neue EU-Finanzhilfen in Höhe von etwa 500 Millionen Euro für die Bauern. Das entspricht in etwa dem Volumen des letzten Hilfsprogramms, das die EU im September 2015 bereitgestellt hatte. Davon waren damals rund 69 Millionen Euro auf Deutschland entfallen. Dieses Geld sei inzwischen fast vollständig an deutsche Landwirte ausbezahlt worden, sagte Schmidt.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan signalisierte nun Bereitschaft zur Unterstützung. Man halte die Augen nach allen verfügbaren Optionen offen, um Gleichgewicht auf den Milchmarkt zu bringen, sagte er. Auch weitere finanzielle Mittel seien denkbar. Allerdings hätten viele Staaten die im September bereitgestellten Mittel noch längst nicht ausgeschöpft.

Gesunkene Weltmarktpreise und der russische Importstopp für EU-Agrarprodukte haben bei vielen Landwirtschaftsbetrieben zu heftigen finanziellen Einbußen geführt. Betroffen sind vor allem Milchbauern, doch auch bei Schweinefleisch sowie bei Obst und Gemüse war die Lage zuletzt kritisch. Die Misere ist auch eines der Themen beim Deutschen Bauerntag, der am Mittwoch in Hannover beginnt.

Bereits im März hatte die EU eine Reihe von ergänzenden Stützmaßnahmen auf den Weg gebracht. Unter anderem durften Landwirtschaftsbetriebe sich absprechen, um so die Milchproduktion drosseln zu können, ohne wegen unerlaubter Kartellabsprachen in Bedrängnis zu geraten. Aus dem EU-Haushalt fließen bereits jährlich rund 42 Milliarden Euro in den Milchsektor.

Mo, 2016-06-27 17:58
Moskau/Istanbul (dpa)

Nach Kampfjet-Abschuss: Türkei räumt Streit mit Moskau aus

Der Streit zwischen Russland und der Türkei wegen des Abschusses eines russischen Flugzeugs hat beiden Seiten geschadet. Doch weder Kremlchef Putin noch Präsident Erdogan wollten nachgeben. Nun fand sich ein gesichtswahrender Kompromiss.

Moskau/Istanbul (dpa) - Die Türkei will den vor sieben Monaten durch den Abschuss eines russischen Kampfjets ausgelösten Konflikt mit Russland beilegen. Präsident Recep Tayyip Erdogan entschuldigte sich nach Angaben beider Seiten vom Montag bei den Hinterbliebenen des getöteten russischen Piloten. An den russischen Staatschef Wladimir Putin schrieb Erdogan, die Zerstörung der Maschine Suchoi Su-24 Ende November im syrischen Grenzgebiet sei keine Absicht gewesen.

Eine russische Reaktion stand am Montagabend noch aus. Der Moskauer Forderung nach einer Entschuldigung begegnete Erdogan mit einem Kompromiss. «Ich möchte der Familie des getöteten russischen Piloten noch einmal mein Mitgefühl und mein tiefes Beileid aussprechen und sage Entschuldigung», hieß es nach russischer Übersetzung in dem Brief. Gegenüber dem russischen Staat drückte Erdogan sein «tiefes Bedauern» aus, wie er es auch schon früher geäußert hatte. Eine Entschuldigung gegenüber Moskau hatte er stets abgelehnt.

Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagte, der Präsident habe Putin dazu aufgerufen, die «traditionell freundlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland wiederherzustellen». Beide Seiten wollten dies ohne Verzögerung in Angriff nehmen, sagte Kalin.

Die türkische Luftwaffe hatte die russische Maschine abgeschossen, weil diese angeblich kurz den Luftraum der Türkei verletzt hatte. Russland hatte danach Finanzsanktionen verhängt, den Import türkischer Lebensmittel verboten und den Chartertourismus in die Türkei gestoppt.

Russische Reisebüros machten sich sofort Hoffnung auf eine Aufhebung des Verbots. «Ich denke, dass man die Charterverbindungen in einem Monat wiederanknüpfen könnte», sagte Irina Tjurina vom Verband der russischen Reiseindustrie. Im türkischen Ferienort Anatalya ist die Zahl russischer Touristen in den ersten Monaten des Jahres auf ein Zwanzigstel gesunken.

Vor dem Zwischenfall waren Russland und die Türkei eng befreundet. In Syrien stehen sie aber auf verschiedenen Seiten. Russland ist enger Partner des Regimes in Damaskus. Hingegen verlangt Ankara den Rücktritt von Machthaber Baschar al-Assad.

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Mo, 2016-06-27 16:26
Berlin/München (dpa)

Umweltbundesamt bereitet eigene Auto-Abgasmessungen vor

Schon mehrfach haben Umweltverbände gefordert, das Umweltbundesamt solle im Vergleich zum Kraftfahrt-Bundesamt mehr Kompetenzen bekommen. Die Behörde macht nun selbst einen unerwarteten Schritt.

Berlin/München (dpa) - Das Umweltbundesamt (UBA) bereitet angesichts des Skandals um überhöhte Abgaswerte bei Diesel-Autos eigene Messungen vor. «Unser Messprogramm steht kurz vor der Ausschreibung», teilte das Amt der «Süddeutschen Zeitung», dem NDR und dem WDR (Montag) mit. Demnach sollten Prüffirmen Testreihen auf der Straße übernehmen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) reagierte reserviert: «Die zuständige Behörde ist das Kraftfahrt-Bundesamt» (KBA), sagte er am Montag in München. «Das Umweltbundesamt hat mit uns darüber nicht gesprochen.» Als Reaktion auf den VW-Skandal und auffällige Werte auch bei anderen Herstellern will bereits das KBA eine eigene Prüftechnik aufbauen.

Für Kontrollen auf der Straße sollen für das KBA für 330 000 Euro zwei mobile Messanlagen angeschafft werden. Einsetzbar sollen sie im Herbst sein. Umweltverbände fordern solche Straßenmessungen seit langem, weil Laborwerte nicht realen Fahrbedingungen entsprächen.

Bekommen soll das KBA auch ein eigenes Labor mit Prüfständen. Wann es in Betrieb geht, ist offen. Das Verkehrsministerium veranschlagt die jährlichen Gesamtkosten der eigenen Prüftechnik samt Personalkosten auf zehn Millionen Euro. Bisher nutzen die amtlichen Prüfer für Nachmessungen Einrichtungen von Dienstleistern wie Tüv und Dekra.

Kritiker monieren, dass der VW-Skandal in den USA und nicht vom KBA aufgedeckt wurde. Sie fordern, Abgaskontrollen an das Umweltbundesamt zu übertragen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte sich dem allerdings nicht angeschlossen. «Das Kraftfahrtbundesamt ist dazu geeignet», sagte sie Anfang Juni der Deutschen Presse-Agentur.

Mo, 2016-06-27 16:24
Tianjin (dpa)

Frühling oder Winter? - Globale Folgen des Brexit treffen auch China Von Andreas Landwehr, dpa

Auf dem «Sommer-Davos» wollte Premier Li Keqiang die Sonne über China scheinen lassen. Aber strömender Regen und der Brexit verdarben die Stimmung - der zweitgrößten Volkswirtschaft droht neues Ungemach.

Tianjin (dpa) - Erst das langsamere Wachstum in China, jetzt auch noch der Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union. War bisher die «neue Normalität» in China das Sorgenkind, fügt der Brexit der schwachen Weltwirtschaft «neue Unsicherheit» hinzu, wie Premier Li Keqiang fürchtet. Sein Plan, auf dem «Sommer Davos» genannten Weltwirtschaftsforum in der chinesischen Metropole Tianjin ein rosiges Bild der zweitgrößten Volkswirtschaft zu zeichnen, wurde vom Ausstieg der Briten aus der EU durchkreuzt.

Eine weitere Schwächung der Weltwirtschaft oder des wichtigsten chinesischen Handelspartners Europa würde zweifellos auch Chinas Exporte treffen. «Made in China» ist ohnehin immer weniger gefragt. So funktioniert das alte Wachstumsmodell mit Investitionen und Exporten längst nicht mehr. Ein Dilemma. «Das Wachstum hat sich verlangsamt, die Schulden steigen und die Unternehmensergebnisse haben sich verschlechtert», heißt es nüchtern in einem Bericht, den der Unternehmensberater McKinsey auf dem jährlichen Treffen vorlegt.

Ohne einen Kurswechsel wachse das Risiko einer «harten Landung», warnen die Berater. Die wachsende Gesamtverschuldung, die je nach Experte zwischen 225 und 300 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, macht die meisten Sorgen. Ein «Stress-Test» von McKinsey ergab, dass 2019 schon 15 Prozent der Kredite faul werden könnten. Heute will die Regierung nur offiziell 1,7 Prozent einräumen. Dabei wird allein die wachsende Unternehmensverschuldung auf 160 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt. Keine guten Aussichten also.

Doch Premier Li Keqiang versucht im voll besetzten Saal des Meijiang Konferenzzentrums, die ausländischen Investoren zu beruhigen. «Unser politischer Werkzeugkasten ist darauf vorbereitet, noch größere Herausforderungen anzupacken», versichert der Premier. Überhaupt gebe es «mehr Hoffnung als Schwierigkeiten». «China ist eine aufstrebende Volkswirtschaft mit großem Wachstumspotenzial», umwirbt er die Investoren, sich - möglichst langfristig - in China zu engagieren.

Aber nicht alle im Publikum sind überzeugt. «Er war nicht sehr überzeugend», sagt anschließend die chinesische Managerin eines großen US-Unternehmens, während Regen auf das Dach des Tagungszentrums prasselt. «Er wiederholt sich, zeichnet alles in schillernden Farben, aber dafür sind solche Treffen wohl da.» Auch mahnen Manager wie der Vorsitzende des Aluminium-Konzerns Alcoa und Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld in Diskussionen mehr Offenheit und gerechtere Wettbewerbsbedingungen an, wenn China den nächsten Schritt machen und innovativ werden wolle. «Es muss etwas geschehen.»

Die optimistische Einschätzung des Premiers, der nach der leichten Stabilisierung des Wachstums im Frühjahr schon wieder von «Frühling» sprach, teilen auch nicht alle in der kommunistischen Führung. Im Umfeld von Staats- und Parteichef Xi Jinping, der die Wirtschaftspolitik stärker an sich gezogen hat, wird die Lage mit Blick auf die Überkapazitäten und Schulden viel realistischer eingeschätzt - und noch von «Winter» gesprochen.

Mit dem Brexit kann sich das Klima noch verschlechtern. So warnt Professor Huang Yiping von der Peking Universität, der im Komitee der Zentralbank für die Geldpolitik sitzt, vor den politischen Folgen des EU-Ausstiegs der Briten - und dem wachsenden nationalistischen Populismus auch in anderen Ländern. «Wenn der Brexit ein Meilenstein in Richtung einer Umkehr der Globalisierung sein sollte, wäre das sehr schlecht für die Welt und sehr schlecht für China.»

Mo, 2016-06-27 16:30
Moskau/Ankara (dpa)

Türkei will Streit mit Moskau nach Kampfjet-Abschuss ausräumen

Es war ein Konflikt zweier harter Männer: Der türkische Staatschef Erdogan wollte sich nicht entschuldigen für den Abschuss eines russischen Jets, genau das aber forderte Kremlchef Putin. Nun wurde ein fein abgewogener Ausweg gefunden.

Moskau/Ankara (dpa) - Die Türkei will den sieben Monate alten Konflikt mit Russland nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets beilegen. Nach Angaben des Kremls in Moskau schrieb Präsident Recep Tayyip Erdogan dem russischen Staatschef Wladimir Putin, die Zerstörung der Maschine Suchoi Su-24 Ende November im syrischen Grenzgebiet sei keine Absicht gewesen. Ein Pilot war dabei getötet worden.

Auf die russische Forderung nach einer Entschuldigung antwortete Erdogan mit einer Kompromiss-Formulierung. «Ich möchte der Familie des getöteten russischen Piloten noch einmal mein Mitgefühl und mein tiefes Beileid aussprechen und sage Entschuldigung», hieß es nach offizieller russischer Übersetzung in dem Brief.

Gegenüber dem russischen Staat drückte Erdogan sein «tiefes Bedauern über das Vorgefallene» aus, wie er es auch schon früher geäußert hatte. Eine Entschuldigung gegenüber Moskau hatte er stets abgelehnt.

«Die Familie des russischen Piloten ist für uns wie eine türkische Familie. Um ihren Schmerz und den erlittenen Verlust zu erleichtern, sind wir zu jeder Initiative bereit», hieß es nach Moskauer Angaben in Erdogans Schreiben.

Die türkische Luftwaffe hatte die russische Maschine abgeschossen, weil diese angeblich kurz den Luftraum der Türkei verletzt hatte. Russland hatte danach Finanzsanktionen verhängt, den Import türkischer Lebensmittel verboten und vor allem den Chartertourismus in die Türkei gestoppt. Russland sei für die Türkei ein Freund und ein strategischer Partner, mit dem der türkische Staat die Beziehungen nicht verderben wolle, schrieb Erdogan den Angaben nach.

In den Jahren vor dem Zwischenfall waren Russland und die Türkei eng befreundet gewesen. In Syrien stehen die Mächte auf verschiedenen Seiten. Russland ist enger Partner des Regimes in Damaskus. Hingegen verlangt Ankara den Rücktritt von Machthaber Baschar al-Assad.

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

weiterlesen

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

Außerdem Interessant

Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Außerdem Interessant

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Mo, 2016-06-27 16:47
Istanbul (dpa)

Erdogan entschuldigt sich nach Kampfjet-Abschuss bei Hinterbliebenen

Istanbul (dpa) - Sieben Monate nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets hat sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bei den Hinterbliebenen der Piloten entschuldigt. Erdogan habe seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin einen entsprechenden Brief geschickt, teilte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Montag mit. In dem Schreiben habe Erdogan bekundet, er wolle «die Familien der verstorbenen russischen Piloten darüber informieren, dass ich ihren Schmerz teile, und ihnen mein Beileid ausdrücken. Mögen sie uns verzeihen.»

In dem Schreiben habe Erdogan gegenüber Putin außerdem sein «Bedauern» über den Abschuss des Kampfjets im syrischen Grenzgebiet Ende November ausgedrückt. Erdogan habe Putin dazu aufgerufen, die «traditionell freundlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland wiederherzustellen». Kalin verkündete weiter: «Wir sind erfreut, mitzuteilen, dass die Türkei und Russland übereingekommen sind, ohne Verzögerung die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern.»

Mo, 2016-06-27 16:04
Berlin (dpa)

Schlusssitzung der Endlagerkommission: Streit um Gorleben

Berlin (dpa) - Die letzte geplante Sitzung der Endlagerkommission des Bundestages hat sich zu einem zähen Beratungsmarathon entwickelt. Eine Einigung sei möglich, aber nicht sicher, hieß es am Montag aus dem Gremium.

Die Kommission soll sich bis Ende des Monats auf Kriterien für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll einigen. Sie hätte ursprünglich schon Ende 2015 mit ihrer Arbeit fertig sein sollen, hatte dann aber eine Verlängerung um ein halbes Jahr beschlossen.

Die Entscheidung über den Abschlussbericht bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder. Auf Grundlage der Empfehlungen der Kommission sollen Bundestag und Bundesrat die Kriterien gesetzlich festlegen. Erst danach kann die wissenschaftliche Untersuchung möglicher Standorte für ein Endlager für abgebrannte Brennelemente aus den Kernkraftwerken beginnen.

Heftige Diskussionen gab es erneut um den Salzstock Gorleben. Klaus Brunsmeier von der Umweltorganisation BUND wollte in den Bericht den Satz einfügen: «Angesichts der Geschichte des Standorts wäre ein solches Vorhaben politisch nicht durchsetzbar.» Dies wurde jedoch abgelehnt. Auch um die Frage, wie mächtig und wie durchlässig das Gestein sein muss, in dem die Atommüll-Behälter unterirdisch gelagert werden dürfen, wurde lange gerungen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erwartet, dass das Endlager 2050 in Betrieb genommen wird. Einige Mitglieder der Kommission halten das für unrealistisch.

Mo, 2016-06-27 17:02
Berlin/Bonn (dpa)

Neu entdeckte Wespenart wird nach Universalgelehrtem Leibniz benannt

Berlin/Bonn (dpa) - Der deutsche Philosoph und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) wird Namenspate für eine neu entdeckte Wespenart. Wie die Leibniz-Gemeinschaft am Montag mitteilte, handelt es sich bei Oodera leibnizi um eine aus Südostasien stammende Erzwespe. Entdeckt worden sei sie von zwei Forschern des Bonner Forschungsmuseums Alexander Koenig.

Sie stießen demnach in der Sammlung des British Museum of Natural History in London auf die Wespe - das Tier war noch unbestimmt und lagerte unter alten Sammlungspräparaten. Es komme immer wieder vor, dass Experten in Sammlungen neue Spezies ausfindig machen. Der Erstbeschreiber der Art hat das Recht, ihr einen Namen zu geben.

In diesem Fall fiel die Wahl auf den Universalgelehrten Leibniz, der am Freitag (1. Juli) seinen 370. Geburtstag gefeiert hätte. «Anders als Denkmäler aus Bronze oder Marmor erneuern sich Arten fortlaufend, und noch in 1000 Jahren werden Individuen von Oodera leibnizi genauso glänzen wie heute», erläuterte Mitentdecker Ralph S. Peters. Die Wespe solle ein lebendiges Denkmal sein.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-06-27 16:20
Berlin (dpa)

Hoffen aufs nächste Minsk - Neuer ukrainischer Premier in Berlin Von Christoph Sator, dpa

Der neue ukrainische Premier zum ersten Mal in Berlin - normalerweise ein größeres Ding. Jetzt aber, wegen des Brexits, nur ein Krisengespräch von vielen. Dabei gibt es durchaus Neuigkeiten.

Berlin (dpa) - Der neue Ministerpräsident der Ukraine, Wladimir Groisman, ist gerade mal 38. Gelernter Schlosser, aber Berufspolitiker schon seit dem 28. Lebensjahr. Bis Mitte April war Groisman in Kiew Präsident der Nationalversammlung - was bei den Zuständen in der Werchowna Rada alles andere als einfach ist. Dort fliegen auch schon mal die Fäuste. Kein Grund also, beim Antrittsbesuch im Kanzleramt in Aufregung zu geraten.

Den ersten gemeinsamen Auftritt mit Angela Merkel spulte Groisman am Montag ziemlich routiniert herunter. Die Sätze gegen Moskau («Widerstand gegen russische Aggression») kann er inzwischen im Schlaf. Der Nachfolger des bisherigen Premiers Arseni Jazenjuk, der Mitte April abtreten musste, weiß aber auch, was man von ihm hören will. Sätze wie «An erster Stelle steht bei uns jetzt nicht das Gespräch über die Bekämpfung der Korruption, sondern die Bekämpfung der Korruption» kommen in Berlin gut an.

Trotzdem geht im Westen die Geduld mit den Ukrainern langsam doch zu Ende. Man ist, bei allen sonstigen Krisen, des Konflikts doch ein wenig müde geworden. Zudem ist der Frust darüber groß, dass bei der Umsetzung der schon im Februar ausgehandelten Friedensvereinbarungen von Minsk kaum noch etwas vorangeht. Zwar ist es gelungen, den ganz großen Konflikt im Osten der ehemaligen Sowjetrepublik zu vermeiden. Aber gegen den vereinbarten Waffenstillstand wird Tag für Tag verstoßen, von ukrainischen Einheiten genauso wie von prorussischen Rebellen.

Auch die Bemühungen, das ebenfalls in Minsk vereinbarte Gesetz für Lokalwahlen in den strittigen Gebieten zu verabschieden, treten seit Monaten auf der Stelle. Das Gesetz ist zwar so gut wie fertig. Aber für die Verabschiedung im ukrainischen Parlament gibt es immer noch keinen Termin - und aktuell vermutlich auch keine Mehrheit.

Die Ukrainer fürchten, dass durch die Wahlen Russlands Marionettenrepubliken legitimiert würden. Kiew besteht deshalb darauf, dass die Wahlen unter «internationalen Standards» stattfinden müssen, auch die Binnenflüchtlinge - fast drei Millionen - abstimmen dürfen und die Waffenruhe zuvor vollständig eingehalten wird. Umgekehrt verlangen die Rebellen, dass Kiew den Gebieten zuvor schon einen Sonderstatus gewährt. Die Blockade dauert nun schon seit bald anderthalb Jahren.

Alle Versuche von Deutschland und Frankreich, Bewegung in die Sache zu bringen, hatten bislang keinen Erfolg. Das EU-Tandem versucht sich schon seit Beginn des Ukraine-Konflikts vor mehr als zwei Jahren darin, zwischen Kiew und Moskau zu vermitteln.

Am Montag bestätigte Merkel nun zum ersten Mal, dass es konkrete Pläne für ein neues Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Weißrusslands Hauptstadt gibt, mit Kremlchef Wladimir Putin und mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko: Minsk-II oder Minsk-III, je nachdem, wie man zählt.

Beim Termin mit Groisman sagte sie: «Ich sehe im Moment eine Situation, in der wir mit Hochdruck verhandeln.» Jetzt hänge alles von «Fortschritten im Detail» ab. Auf die Frage nach einem neuen Vierergipfel mit Putin und Poroschenko fügte sie hinzu: «Es ist nicht ausgeschlossen, das es in absehbarer Zeit dazu kommt.» So deutlich wurde Merkel in den 16 Monaten seit Minsk noch nie.

Dafür dämpfte die Kanzlerin an anderer Stelle die Erwartungen der Ukrainer sehr. Zur Hoffnung, wie andere ehemalige Sowjetrepubliken in absehbarer Zeit Mitglied der Europäischen Union zu werden, sagte sie nur knapp: «Ich gehöre zu den Menschen, die versuchen, keine falschen Erwartungen zu erwecken. Die Frage der Beitrittsperspektive steht im Augenblick nicht auf der Tagesordnung.» Deutlicher ging es kaum. 

Mo, 2016-06-27 16:45
Aviv (dpa)

Ende der Eiszeit: Israel und Türkei kehren zu Normalität zurück

Die zähen Verhandlungen zogen sich über Jahre. Jetzt verkündeten die Türkei und Israel die Einzelheiten eines Versöhnungsabkommens. Dabei mussten beide Seiten zurückstecken. Die Gaza-Blockade bleibt.

Rom/Tel Aviv (dpa) - Nach sechsjähriger Eiszeit haben sich Israel und die Türkei auf eine umfassende Normalisierung ihrer Beziehungen geeinigt. Die Länder wollten wieder Botschafter austauschen, teilten beide Seiten am Montag unabhängig voneinander in Rom und Ankara mit. Zwischen den einst engen Bündnispartnern war es 2010 zum Bruch gekommen, nachdem bei der Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffs durch Israels Marine zehn türkische Staatsbürger getötet worden waren.

Laut der Vereinbarung zahlt Israel 20 Millionen Dollar Entschädigung an die Hinterbliebenen, wie der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in Ankara sagte. Die zentrale Forderung einer Aufhebung der seit zehn Jahren andauernden Blockade des Gazastreifens gab die Türkei jedoch auf.

Die Seeblockade des Gazastreifens werde aufrechterhalten, sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Rom. Man werde jedoch den Transport von Hilfsgütern über den Hafen von Aschdod in die Palästinenserenklave ermöglichen. Bereits an diesem Freitag soll nach Worten Yildirims eine Hilfslieferung die Türkei verlassen, die über Aschdod nach Gaza geschickt werde.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßt das Versöhnungsabkommen zwischen Israel und der Türkei. Es sei ein «wichtiges und hoffnungsfrohes Signal für die Stabilität der Region», sagte Ban bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem. Rivlin sprach von einer «Chance zur Erneuerung unserer Beziehungen» mit der Türkei und einer vielversprechenden Zusammenarbeit in der Zukunft.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bewertete das Abkommen als strategisch wichtigen Schritt. Die Vereinbarung könne helfen, die Lage im Nahen Osten zu beruhigen, der «in Aufruhr» sei.

Der Streit geht bis ins Jahr 2010 zurück: Israelische Soldaten enterten damals das Schiff «Mavi Marmara» aus der Türkei vor dem Gazastreifen. Pro-palästinensische Aktivisten hatten trotz Warnungen versucht, eine von Israel verhängte Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Die militärische Zusammenarbeit der beiden Länder endete, die Botschafter verließen ihre Posten und die tiefe Krise begann.

Die Türkei habe sich verpflichtet, von Klagen gegen israelische Soldaten abzusehen, sagte Netanjahu. Teil der Vereinbarung ist nach Netanjahus Worten auch eine Zusage der Türkei, Terroraktionen der radikal-islamischen Hamas von türkischem Boden aus zu verhindern. Dies schließe auch die Finanzierung von Terror ein. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe sich außerdem schriftlich verpflichtet, dass türkische Sicherheitsbehörden bei der Suche nach vermissten Israelis im Gazastreifen helfen, sagte Netanjahu. Die Türkei werde Israel auch beim Beitritt in internationale Organisationen helfen, in denen sie selbst Mitglied sei.

Auf die Frage eines Journalisten, ob die Türkei zugesichert habe, dass die Hamas keine Ziele in Israel mehr angreife, sagte Yildirim in Ankara: «Wir unterzeichnen hier kein Waffenstillstandsabkommen oder dergleichen.» Es gehe einzig um die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei.

Mo, 2016-06-27 16:58
Zorneding (dpa)

Morddrohungen gegen Zornedinger Pfarrer: Rentner überführt

Zorneding (dpa) - Nach den Morddrohungen gegen den dunkelhäutigen Pfarrer von Zorneding bei München ist ein Rentner als mutmaßlicher Absender mehrerer Drohbriefe aufgeflogen. Die Kriminalpolizei hat einen polizeibekannten 74-Jährigen aus München ermittelt, der mindestens zwei Schreiben an den aus Afrika stammenden katholischen Priester geschickt haben soll. Nach Polizeiangaben vom Montag wurden bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Rentners am vergangenen Freitag Spuren entdeckt, die ihn als Absender der Drohbriefe überführen. Gegen den Mann sei bereits mehrfach wegen Volksverhetzung ermittelt worden, hieß es weiter. Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende war im März nach wochenlangen Morddrohungen und rassistischen Beleidigungen zurückgetreten.

Mo, 2016-06-27 16:19
Berlin/München (dpa)

Umweltbundesamt bereitet eigene Auto-Abgasmessungen vor

Berlin/München (dpa) - Das Umweltbundesamt (UBA) bereitet angesichts des Skandals um überhöhte Abgaswerte bei Diesel-Autos eigene Messungen vor. «Unser Messprogramm steht kurz vor der Ausschreibung», teilte das Amt der «Süddeutschen Zeitung», dem NDR und dem WDR (Montag) mit. Demnach sollten Prüffirmen Testreihen auf der Straße übernehmen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) reagierte reserviert: «Die zuständige Behörde ist das Kraftfahrt-Bundesamt» (KBA), sagte er am Montag in München. «Das Umweltbundesamt hat mit uns darüber nicht gesprochen.» Als Reaktion auf den VW-Skandal und auffällige Werte auch bei anderen Herstellern will bereits das KBA eine eigene Prüftechnik aufbauen.

Mo, 2016-06-27 15:55
Johannesburg (dpa)

Hyäne beißt schlafendem Jungen ins Gesicht

Johannesburg (dpa) - Eine Hyäne hat einen schlafenden Jungen im südafrikanischen Krüger-Nationalpark angegriffen und schwer verletzt. Der 15-Jährige schlief in einem Zelt auf einem Campingplatz des Parks, als ihm das Tier in der Nacht zum Sonntag ins Gesicht biss, wie der Sprecher des Parks am Montag sagte. Der Junge wurde notversorgt. «Er ist noch im Krankenhaus», erklärte Park-Sprecher William Mabasa. Am Sonntag sei der 15-Jährige operiert worden, weitere Operationen seien notwendig.

Nach Angaben des Parks suchten Ranger nach der Hyäne, konnten sie aber nicht finden. Stattdessen fanden sie ein Loch in einem Zaun, durch das das Tier vermutlich auf den Zeltplatz gekommen war. Der Junge machte dort mit seinen Eltern Urlaub. Hyänen sind Raubtiere, die bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell rennen können und in großen Teilen Afrikas und Asiens leben.

Mo, 2016-06-27 15:49
Islamabad (dpa)

Pakistan stellt nach neuen Terroranschlägen 20 000 Polizisten ein

Islamabad (dpa) - Die pakistanische Regierung will nach neuen Terroranschlägen vor allem in der Millionenmetropole Karachi 20 000 neue Polizisten einstellen. Das kündigte Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan am Montag an. 2000 dieser neuen Polizisten sollen ehemalige Armeesoldaten sein. Die Armee will die Rekruten auch trainieren. In der vergangenen Woche hatten Extremisten in Karachi den Sohn des obersten Richters der Provinz Sindh entführt und den berühmten Sufi-Musiker Amjad Sabri erschossen.

Die Behörden befürchten, dass der Richtersohn benutzt werden soll, um inhaftierte Extremisten freizupressen. Pakistanische Taliban hatten sich zu der Ermordung des Musikers Sabri bekannt.

Jahrzehntelang war in der 20-Millionen-Metropole Karachi ethnische, kriminelle und religiös motivierte Gewalt eskaliert. 2013 begann die Regierung, mit Erfolg gegen die Kriminellen und Extremisten vorzugehen. Am Sonntag hatte Armeechef Raheel Sharif die Stadt besucht und versprochen, die Gewalt werde nicht zurückkehren.

Mo, 2016-06-27 15:22
Main (dpa)

Gorilla Julchen im Frankfurter Zoo gestorben

Frankfurt am Main (dpa) - Das Gorilla-Weibchen Julchen ist mit fast 52 Jahren im Frankfurter Zoo gestorben. Sie war dort eines der ältesten Tiere, wie der Zoo am Montag mitteilte. Julchen starb in der Nacht zum Montag aus noch ungeklärter Ursache. Im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen wird nun nach der genauen Todesursache gesucht. Das Tier wurde 1964 im Kongo geboren. Mit zwei Jahren kam die Gorilla-Dame nach Frankfurt. Im Zoo hatte sie mit dem Silberrücken Matze eine Tochter und einen Sohn. Ihre zahlreichen Enkel und Urenkel leben in Zoos auf der ganzen Welt.

«Bei einem Tier in diesem für die Art außergewöhnlich hohen Alter muss man damit rechnen, dass sich gesundheitliche Probleme einstellen», sagte Zoodirektor Manfred Niekisch. Nach Julchens Tod leben noch sechs Westliche Flachlandgorillas im Frankfurter Zoo.

Mo, 2016-06-27 15:52
Leipzig (dpa)

Spitzmaulnashorn wohlbehalten zur Auswilderung in Afrika angekommen

Leipzig (dpa) - Das Spitzmaulnashorn Eliska hat seinen Flug von Leipzig nach Afrika zur Auswilderung wohlbehalten überstanden. Das Tier sei am Montagmorgen gesund und munter angekommen und gegen acht Uhr Ortszeit übergeben worden, teilte ein Sprecher der Deutschen Post DHL Group mit. Das drei Jahre alte Tier aus einem tschechischen Zoo war mit einem Lastwagen nach Sachsen gefahren und dort am Sonntag in einen Frachtflieger verladen worden. Im 6500 Kilometer entfernten Tansania sollte Eliska in einem Naturschutzgebiet ausgewildert werden.

Die Umsiedlung des Spitzmaulnashorns ist Teil eines Projektes des George Adamson Wildlife Preservation Trust. Dieses hat das Ziel, bedrohte Tierarten in ihrer angestammten Umgebung wieder anzusiedeln und die Population zu steigern.

Mo, 2016-06-27 15:49
Berlin (dpa)

Anzeige aus Deutschland wegen Kriegsverbrechen gegen Erdogan

Die Vorwürfe sind stark, die Schilderungen ausführlich. Eine Gruppe von Menschenrechtlern und Politikern in Deutschland zeigen Erdogan und andere türkische Offizielle an.

Berlin (dpa) - Im Namen von mehreren Politikern, Menschenrechtlern, Anwälten und Prominenten haben zwei Hamburger Rechtsanwältinnen den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und weitere Offizielle angezeigt. Sie werfen ihnen in ihrer Strafanzeige Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Die mehr als 200-seitige Anzeige wurde am Montag in Berlin vorgestellt. Es geht vor allem um Einsätze in den kurdischen Gebieten im Südosten der Türkei, schwerpunktmäßig der Stadt Cizre. So seien während eines Ausnahmezustands im September 2015 21 Zivilisten getötet worden. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Tod von mindestens 178 Menschen während einer weiteren Ausgangssperre von Dezember bis März in Cizre.

Die Anwältinnen Britta Eder und Petra Dervishaj erklärten, ihre Mandanten fühlten sich ethische verpflichtet, «die systematischen Kriegsverbrechen in der Türkei hier in der Bundesrepublik zur Anzeige zu bringen». Das werde durch das Völkerstrafgesetzbuch ermöglicht. Die Anzeige wurde bei der Generalbundesanwaltschaft gestellt.

Die mindestens 178 Menschen hätten in drei Kellerräumen Schutz vor den Angriffen des türkischen Militärs gesucht. Trotz Hilferufen seien größtenteils verbrannte Leichen geborgen worden. Aufgrund von Zeugenaussagen und sonstigen Beweisen bestehe der Verdacht, dass Sicherheitskräfte teilweise Benzin in die Keller gegossen und diese dann in Brand gesetzt hätten, beziehungsweise die Menschen zuerst mit schweren Waffen getötet und die Leichen anschließend verbrannt hätten.

Die Anzeige richtet sich auch gegen den ehemaligen Premierminister Ahmet Davutoglu und zahlreiche weitere Politiker und Militär-, Polizei- und Behördenvertreter. Zu den Erstattern zählen unter anderem auch der Liedermacher Konstantin Wecker und der Schauspieler Rolf Becker. Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke, die sich ebenfalls dazu zählt, sagte: «Die Gefahr ist weiterhin groß, dass die deutsche Justiz sich wie schon bei einer ähnlichen Strafanzeige gegen Erdogan im Jahr 2011 aus der Verantwortung ziehen will.» Es wäre aber schon etwas erreicht, wenn Bewusstsein Öffentlichkeit und Bundesregierung so geschärft würde, «dass künftig deutlicher Protest gegen das Vorgehen des NATO-Partners gegenüber den Kurden und der Opposition in der Türkei laut wird».

Menschenrechtsorganisationen hatten die meist wochenlang andauernden Ausgangssperren in mehreren Städten im Südosten der Türkei kritisiert. Kurdische Orte wie Cizre waren nach den Militäroperationen kaum mehr von Städten im von Bürgerkrieg gezeichneten Syrien zu unterscheiden, so verheerend waren die Zerstörungen.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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