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Fr, 2016-06-24 21:18
Charleston (dpa)

14 Tote bei Überflutungen im US-Bundesstaat West Virginia

Charleston (dpa) - Nach schweren Regenfällen im US-Bundesstaat West Virginia sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte Gouverneur Earl Ray Tomblin vor Medien am Freitag. Ein verheerendes Tief habe seit Donnerstag zu Erdrutschen, Überflutungen und Schlammlawinen geführt. Es sei womöglich die schlimmste Flut in dem Staat seit 100 Jahren. Unter den Toten sind auch Kinder.

Einige Gebiete des bergigen Bundesstaates in den Appalachen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Straßen und Gleise seien zerstört, sagte Tomblin. Zehntausende sind ohne Strom. Das Fernsehen zeigte Bilder reißender Flüsse, Fahrzeuge trieben durch Städte und Dörfer.

Der Gouverneur verhängte den Notstand, damit ist Bundeshilfe leichter möglich. Mehrere Menschen werden noch vermisst. Das Wetter sollte noch den ganzen Freitag schlecht bleiben.

Fr, 2016-06-24 21:09
Wiesbaden/Berlin (dpa)

Hitze und Unwetter - Kleinstadt überflutet

Erst Hitze, dann Gewitter: Unwetter haben in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Mancherorts ist es aber auch einfach heiß: Der Temperaturrekord des Jahres wird geknackt.

Stromberg/Wiesbaden/Berlin (dpa) - Katastrophenalarm in einer Kleinstadt im Hunsrück, unterspülte Bahngleise auf der Strecke Wiesbaden-Koblenz, dicke Hagelkörner in Hessen: Unwetter haben in Teilen Deutschlands Unheil angerichtet. Gleichzeitig war der Freitag der heißeste Tag des Jahres.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte die größte Unwettergefahr in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Mecklenburg-Vorpommern vorhergesagt. Im Osten und Süden sollten die Unwetter erst am Samstag ankommen. Immer sei mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen, warnten die DWD-Meteorologen.

In der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Stromberg wurden etwa 60 Häuser überflutet. Die Behörden lösten den Katastrophenalarm aus. Der Kreis Bad Kreuznach richtete einen Krisenstab ein. Zeitweise habe das Wasser zwei Meter hoch in den Straßen gestanden, sagte Krisenstabs-Sprecher Philipp Köhler. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern.

Das «Hurricane»-Festival im niedersächsischen Scheeßel musste wegen eines schweren Unwetters unterbrochen werden. Die Festivalmacher riefen zu Rücksicht und Hilfe auf: «Bitte verlasst das Veranstaltungsgelände zu euren Fahrzeugen und nehmt andere Besucher in euren Fahrzeugen auf.» In Mittelhessen kamen vier Zentimeter dicke Hagelkörner vom Himmel. Menschen wurden nicht verletzt. Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz wurden beiderseits des Rheins die Gleise unterspült, Beeinträchtigungen waren die Folge.

Vielerorts in Deutschland strahlte aber auch die Sonne. In Berlin kletterte die Temperatur auf 36,4 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Jena kam auf 35,8 Grad, Potsdam und Bernburg (Saale) je auf 35,5 Grad. Für das Wochenende kündigte der DWD Hagelschlag und heftigen Regen an.

Bis zum Sonntag sollten Gewitter Deutschland überqueren und die Temperaturen auf normales Sommerniveau senken. Kühle Luft vom Atlantik schiebt die Heißluft aus dem Süden weg. Wenn die Gewitter durch sind, werde es rund 10 Grad kühler sein, sagte DWD-Meteorologin Johanna Anger. Wer am Sonntagabend draußen Fußball schauen will, sollte eine Jacke einpacken, riet ein anderer Meteorologe.

Fr, 2016-06-24 20:11
Stromberg (dpa)

Unwetter in Stromberg: Zentrum versinkt im Schlamm-Chaos Von Jens Albes, dpa

Teile der Kleinstadt Stromberg in Rheinland-Pfalz verwandeln sich plötzlich in ein kleines Venedig. Nach einem Gewitter zwingt Hochwasser Bewohner zur Flucht in Booten.

Stromberg (dpa) - Bunte Lockenwickler liegen verstreut im Schlamm, ein Helfer spritzt einen Frisörstuhl ab und ein Radlader schüttet daneben Treibgut auf einen Lastwagen. So etwas hat Harald Hommrich in 35 Jahren noch nie erlebt. So lange schon betreibt er sein Frisörgeschäft in Stromberg im Hunsrück (Rheinland-Pfalz). Am Freitag verwandelte sich während eines Unwetters der sonst so harmlose Welschbach in einen reißenden und über die Ufer tretenden Fluss. Das Wasser stand teils zwei Meter hoch in der Kleinstadt.

Etwa 60 Gebäude werden überflutet. 30 Anwohner sind zunächst in ihren Häusern eingeschlossen. Der Gesamtschaden könnte eine sechs- oder siebenstellige Höhe erreichen. Verletzte gibt es nach Angaben vom Krisenstab des Kreises Bad Kreuznach aber nicht.

Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Organisationen eilen herbei. Etliche Bewohner in der trichterförmigen Tallage des Stromberger Zentrums werden mit Booten gerettet. Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) macht sich in Gummistiefeln ein Bild von der schlammigen Lage.

Die Schaufensterscheibe des Frisörs Hommrich in der Schlossstraße ist zersplittert. «Das war die Wucht vom Wasser», sagt seine Tochter Denise. Ein daneben geparktes Auto haben die Fluten an eine Hauswand gedrückt. Harald Hommrich habe sein Frisörgeschäft gerade erst renoviert, erzählt eine Nachbarin in dem idyllisch gelegenen Kleinstädtchen mit etwas mehr als 3000 Einwohnern.

Viele von ihnen greifen zu Schaufeln und Schläuchen. «Ganz Stromberg hilft», sagt Denise Hommrich. Helfer holen verschmutztes Mobiliar aus Häusern. Manche arbeiten barfuß, es ist hochsommerlich warm.

Helfer Giuliano Ciavarrella berichtet: «Das Gewitter ist gekommen und ich habe aus dem Fenster geschaut. Nichts Neues. Zehn Minuten später habe ich wieder rausgeschaut und hier einen neuen Fluss gesehen.» Auch Hagelkörner seien gefallen. Nur wenige Kilometer weiter: Sonnenschein. Es ist einer der bislang heißesten Tage des Jahres.

Philipp Köhler vom Krisenstab erläutert: «Der Schlamm ist das Problem. Der darf nicht fest werden, denn dann kriegt man ihn nicht mehr weg.» Also schuften die Helfer ohne Unterlass. Und die vollgelaufenen Keller? Köhlers Kollege Florian Seith sagt: «Die können wir erst leerpumpen, wenn das Wasser weiter abgelaufen ist.» Also ein langer Einsatz - wohl auch noch am Samstag. Geschädigte können sich über Nacht in ein Betreuungszentrum flüchten.

Fr, 2016-06-24 20:31
Francisco/Wolfsburg (dpa)

VW steht in USA erste dicke Rechnung für Abgas-Skandal ins Haus Von Felix Frieler, dpa-AFX, und Hannes Breustedt, dpa

Für VW kommt es in den USA in wenigen Tagen zum Showdown. Eine Einigung über milliardenschwere Entschädigungen und Strafen in der Abgas-Affäre steht bevor. Aber damit dürfte es nicht vorbei sein. Bis der Richter das letzte Wort spricht, wird es noch dauern.

San Francisco/Wolfsburg (dpa) - Jetzt wird es zum ersten Mal richtig teuer für Volkswagen im Abgas-Skandal. In den USA steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Am Dienstag (28. Juni/21.00 Uhr MESZ) müssen VW und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Am Tag darauf (29. Juni) müssen sich VW-Vorstandschef Matthias Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch bei der Hauptversammlung der Konzernmutter Porsche SE direkt den Aktionären stellen.

Zunächst richten sich die Blicke aber vor allem auf die USA. Wird der Termin zur Vorlage einer Lösung bei Breyer nicht eingehalten, könnte er einen Prozess eröffnen - das will VW unbedingt vermeiden. Anwälte, die Sammelklagen von Kunden vertreten, wollen möglichst viel Geld für ihre Mandanten herausholen. Nachdem der Konzern bereits im April eine Grundsatzeinigung mit den Klägern erzielt hatte und Breyer einen Fristaufschub gewährte, gehen Beobachter davon aus, dass die Dokumente für den Vergleich diesmal pünktlich eingereicht werden. Danach muss VW aber zunächst weiter bangen - erst am 26. Juli will Breyer verkünden, ob er der Einigung zustimmt.

Über die entscheidenden Details des Kompromisses kann vorerst nur spekuliert werden. Neue Gerüchte machten zuletzt die Runde: Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, VW könnte etwa 480 000 betroffenen VW-Kunden jeweils bis zu 7000 Dollar (6300 Euro) Entschädigung für ihre Autos mit Zwei-Liter-Motoren zahlen. Das «Wall Street Journal» nannte sogar Zahlungen von bis zu 10 000 Dollar in Einzelfällen. Zusätzlich werde VW Milliarden überweisen müssen, die der Umwelt zugute kommen sollen. Volkswagen selbst äußert sich bislang nicht zum Inhalt einer möglichen Einigung.

Insgesamt wird erwartet, dass die Kosten für den Vergleich in einer Größenordnung von mindestens zehn Milliarden Dollar liegen. Das würde auch zumindest grob zu den Rückstellungen passen, die Volkswagen in der Bilanz für 2015 vorgenommen hat. Vorerst wurden gut 16 Milliarden Euro für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen. Möglich also, dass VW bei einem teureren Vergleich noch mehr Geld aufwenden müsste.

Solange jedoch unklar ist, wie viele vom Abgas-Skandal betroffene Dieselwagen VW in den USA zurückkaufen muss, lassen sich die Kosten schwer abschätzen. Hier dürfte die Entscheidung letztlich auch maßgeblich bei den geschädigten Kunden liegen. Als sicher gilt, dass nicht alle Autos in einen gesetzeskonformen Zustand umgerüstet werden können. Aus dem Schneider wäre VW mit dem Vergleich ohnehin nicht - jeder Kläger kann danach einzeln entscheiden, ob er das Angebot akzeptiert oder weiter den Rechtsweg beschreiten will. Auch weitere Strafen und Bußgelder von US-Behörden sind nicht auszuschließen.

Darüber hinaus gilt der Vergleich zunächst sowieso nicht für alle betroffenen Fahrzeuge. Denn neben den 2,0-Liter-Dieseln sind da noch gut 110 000 Drei-Liter-Autos, bei denen die Tochter Audi ebenfalls eingeräumt hat, dass sie illegale Software an Bord haben. Das Problem ist hier etwas anders gelagert als bei den Wagen mit kleineren Motoren - aber Kosten dürfte es dennoch verursachen.

Fest steht, dass es für VW sehr teuer wird. Bis klar ist, wie hoch die «Dieselgate»-Rechnung genau ausfällt, dürfte es allerdings noch dauern. Breyer wird sich beim nächsten Gerichtstermin am Donnerstag (30. Juni) zwar äußern - aber zunächst wohl eher allgemein.

Fr, 2016-06-24 18:07
Wiesbaden/Berlin (dpa)

Unwetterfront bringt Regen und Hagel: Kleinstadt überflutet

Auf die Hitze folgen Gewitter: Die ersten Unwetter nach den tropischen Temperaturen haben in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Vier Zentimeter dicke Hagelkörner prasselten in Hessen nieder.

Stromberg/Wiesbaden/Berlin (dpa) - Katastrophenalarm nach Unwettern in einer Kleinstadt im Hunsrück, unterspülte Bahngleise auf der Strecke Wiesbaden-Koblenz, dicke Hagelkörner in Hessen: Die ersten Unwetter nach der Hitzewelle haben Unheil im Südwesten Deutschlands angerichtet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Freitag die größte Unwettergefahr in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Mecklenburg-Vorpommern vorhergesagt.

Im Osten und Süden sollten die Unwetter erst am Samstag ankommen. Immer sei mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen, warnten die DWD-Meteorologen.

Die Behörden lösten den Katastrophenalarm in Stromberg nach teils meterhohen Überschwemmungen aus. Der Kreis Bad Kreuznach richtete einen Krisenstab ein, wie ein Sprecher mitteilte. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern. Umliegende Orte seien nicht betroffen, sagte ein Sprecher des Krisenstabs.

Vier Zentimeter dicke Hagelkörner kamen bei einem Gewitter in Mittelhessen herunter. Menschen wurden nicht verletzt, aber Keller liefen voll. Das Gewitter setzte am Freitag Straßen unter Wasser und entwurzelte Bäume, wie DWD mitteilte. Teilweise fielen bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Gewitter tobte ungefähr eine halbe Stunde. Danach strahlte wieder die Sonne.

Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz kam es wegen Unwetterschäden im Mittelrheintal zu Beeinträchtigungen. Beiderseits des Rheins seien die Gleise am Freitag unterspült worden, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Linksrheinisch sei der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen betroffen gewesen. Dieser konnte am Nachmittag laut Bahn wieder mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden. Rechtsrheinisch war die Strecke zwischen Lorch und Kaub betroffen. Zunächst war unklar, wann die Züge dort wieder rollen konnten.

Vor allem über dem Norden von Rheinland-Pfalz gingen am Freitagnachmittag Gewitter mit örtlich viel Regen nieder. «Der Schwerpunkt war von der Eifel rüber bis zum Westerwald», sagte ein DWD-Sprecher. Über den Umfang der Schäden lagen zunächst keine genauen Informationen vor.

Am Freitag war es noch einmal sehr heiß geworden. In Sachsen-Anhalt stiegen die Temeperaturen örtlich auf fast 34 Grad. Die Sachsen konnten mit bis zu 37 Grad rechnen. «Aber die schwüle Luft wird die gefühlten Temperaturen in Richtung 40 Grad bringen», sagte ein DWD-Sprecher.

Das Hoch «Wolfgang» hatte Deutschland schon am Donnerstag den bislang heißesten Tag des Jahres beschert. Die höchsten Temperaturen verzeichnete dem DWD zufolge Obersulm bei Heilbronn in Baden-Württemberg mit 35,7 Grad. Mit 40,3 Grad hatten die Meteorologen am 5. Juli und 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen die höchste Lufttemperatur in Deutschland seit dem Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 registriert.

Bis zum Sonntag sollten Gewitter Deutschland überqueren und die Temperaturen auf normales Sommerniveau senken. Kühle Luft vom Atlantik schiebt die Heißluft aus dem Süden weg. Wenn die Gewitter durch sind, werde es rund 10 Grad kühler sein, sagte DWD-Meteorologin Johanna Anger: «Am Sonntag kommt es in weiten Teilen Deutschlands zu einer Wetterberuhigung. Dann ist die heiße Luft endgültig verdrängt. Mit der einfließenden kühleren Luft liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 20 und örtlich 26 Grad.»

Wer am Abend draußen Fußball schauen will, sollte eine Jacke einpacken, riet ein Meteorologe. Am Montag, dem Siebenschläfertag, ist es meist wechselnd bewölkt mit etwas Regen. Die Temperaturen liegen zwischen 19 Grad an der Nordsee und 25 Grad im Südwesten und in Brandenburg.

Fr, 2016-06-24 18:51
Moskau (dpa)

Russlands Nationalisten bejubeln den Brexit Von Friedemann Kohler, dpa

Die Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt wird kurzfristig die russische Wirtschaft treffen: Ölpreis und Rubelkurs dürften schwanken. Aber langfristig hofft Russland auf einen Machtzuwachs.

Moskau (dpa) - Einen Krimsekt auf den Brexit! In Russland wird das Ergebnis der britischen Volksabstimmung vor allem von nationalistischen Politikern bejubelt. Doch die Folgen sind für das Riesenland nicht absehbar. Es kann sein, dass mancher Verantwortliche verzweifelt einen Wodka kippt.

Mit der Europäischen Union kann Russland traditionell wenig anfangen, Brüssel gilt als Feind. «Das ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde», freute sich Parlamentsvize Wladimir Schirinowski (70), Chef der nationalistischen Liberaldemokraten.

Politisch sympathisiert Russland zwar mit den EU-Gegnern, doch in der Realpolitik agiert es vorsichtig. Präsident Wladimir Putin mag keine Unruhe, keine abrupten Entwicklungen, die der Kreml nicht steuern kann.

Äußerungen des britischen Premierministers David Cameron über ein angebliches Interesse Moskaus an einem EU-Ausstieg Londons entbehren aus Putins Sicht jeder Grundlage. «Russland hat sich in die Frage eines Brexits nie eingemischt, nie darüber geäußert, es hat sie nicht beeinflusst und dies auch nie versucht», sagte Putin am Freitag in Usbekistan. Die Vorwürfe seien ein Versuch des scheidenden Regierungschefs Cameron gewesen, die Briten zu beeinflussen.

Einen Seitenhieb auf die EU kann sich der Kremlchef dennoch nicht verkneifen: Er sehe in der Brexit-Entscheidung den Protest der Briten gegen eine zunehmende Machtfülle der Brüsseler Bürokratie.

Anders als Kanzlerin Angela Merkel oder US-Präsident Barack Obama hatte Putin im Vorfeld nicht klar gegen den Brexit Stellung bezogen. «Moskau ist daran interessiert, dass die Europäische Union eine blühende, stabile und berechenbare Wirtschaftsmacht bleibt», sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Freitag.

Für Russland zählt, wie es mit seinen Öl- und Gasexporten weitergeht. Der Brexit werde den Ölpreis noch stärker schwanken lassen, erwartet Vize-Energieminister Alexej Teksler. Außerdem ist Großbritannien ein wichtiger Zielmarkt für die geplante Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Der Bau der Gasleitung zwischen Russland und Deutschland ist in der EU umstritten. «Zum jetzigen Zeitpunkt» erwarte er aber keine Auswirkungen auf das Projekt, sagte Teksler.

Von einem «unangenehmen Ereignis» spricht Finanzminister Anton Siluanow. Dem Rubel täten Turbulenzen in der Weltwirtschaft nicht gut. Insgesamt hält Siluanow aber die Folgen des Brexit für Russlands Wirtschaft für überschaubar. Fraglich ist, was mit dem Handel russischer Aktien, mit russischen Investitionen in London wird.

Russlands Außenpolitiker versuchten abzuschätzen, wie sich der EU-Abschied auf die bilateralen Beziehungen mit Brüssel und London auswirkt. Der russland-kritische Block in der EU aus Briten, Polen und Balten werde geschwächt, sagte der kremltreue Experte Sergej Karaganow. Er tröstete die Europäer: Vielleicht sei die EU ohne die Briten als ständige Spielverderber (wörtlich: Spoiler) besser dran. Das Außenministerium in Moskau erwartet keine Verbesserung im chronisch angespannten Verhältnis seines Landes zu Großbritannien.

Russland hofft allerdings darauf, dass die transatlantische Anbindung der EU geschwächt wird. «Der Austritt trennt Europa von den Angelsachsen ab, also von den USA», meint Boris Titow, Vorsitzender der russischen Fortschrittspartei. «Ab dann dauert es nicht lange bis zu einem geeinten Eurasien - vielleicht zehn Jahre.»

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Fr, 2016-06-24 18:33
Hannover/Gorleben (dpa)

Probleme mit beladenen Castor-Behältern in Gorleben

Hannover/Gorleben (dpa) - Neun Castor-Behälter mit radioaktivem Müll in Gorleben weisen offenbar Qualitätsmängel auf. Darüber habe der Betreiber, die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), informiert, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Freitag mit. Ob es sich dabei um Qualitätsmängel im Material handelt oder es Mängel bei der Dokumentation der Qualitätsprüfungen gegeben habe, werde noch geklärt. Betroffen seien geschmiedete Teile der Behälter, für die ein französischer Hersteller zuständig sei. Erst nach Stellungnahmen von Betreiber und Bundesamt für Materialprüfung könnten mögliche Konsequenzen gezogen werden, erklärte das Ministerium.

Fr, 2016-06-24 18:03
Beirut (dpa)

IS verschleppt 900 Zivilisten in Syrien

Beirut (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Nordsyrien nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern etwa 900 Zivilisten entführt. Die meisten Opfer seien Kurden, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Der IS wird in seinen Herrschaftsgebieten nahe der türkischen Grenze von kurdischen Truppen bedrängt, die unter anderem von den USA unterstützt werden.

Die Opfer seien aus Al-Bab in der Provinz Aleppo verschleppt worden, hieß es. Unter ihnen seien auch einige Araber aus Dörfern aus dem Umland von Al-Bab. Etwa 300 Entführte seien in die syrische IS-Hochburg Al-Rakka gebracht, die anderen auf andere Orte verteilt worden. 13 Zivilisten seien hingerichtet und fünf auf der Flucht erschossen worden.

Fr, 2016-06-24 18:07
Wiesbaden/Berlin (dpa) 

Bahnstrecke am Rhein nach Unwetter unterspült

Wiesbaden/Berlin (dpa) - Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz ist es am Freitag wegen Unwetterschäden im Mittelrheintal zu Beeinträchtigungen gekommen. Beiderseits des Rheins seien die Gleise unterspült worden, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Linksrheinisch sei der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen betroffen gewesen. Dieser konnte am Nachmittag laut Bahn wieder mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden. Rechtsrheinisch war der Bereich zwischen Lorch und Kaub betroffen. Zunächst war unklar, wann der Verkehr dort wieder aufgenommen werden konnte.

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

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Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

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Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Fr, 2016-06-24 19:00
(dpa)

Nach Panama Papers-Skandal: Isländer wählen neuen Präsidenten

Reykjavík (dpa) - Unter dem Eindruck des Skandals um die Panama Papers wählen die Isländer am Samstag (ab 11.00 Uhr MESZ) einen neuen Präsidenten. Großer Favorit ist laut Umfragen der Historiker Gudni Th. Jóhannesson. Er hatte seine Landsleute nach den Enthüllungen der Panama Papers über Offshore-Konten im Zusammenhang mit führenden Politikern mit seinen Analysen in Fernsehinterviews beeindruckt.

Konkurrenz bekommt Jóhannesson unter anderem von dem früheren isländischen Ministerpräsidenten Davíd Oddsson und dem Schriftsteller Andri Snær Magnason. Der bisherige Präsident der Inselrepublik im Nordatlantik, Ólafur Ragnar Grímsson, hatte sich nach 20 Jahren im Amt nicht zur Wiederwahl gestellt. Zuvor war durch die Panama Papers bekannt geworden, dass auch seine Familie Offshore-Konten besessen haben soll. Die Wahllokale sind bis Mitternacht (MESZ) geöffnet.

Fr, 2016-06-24 18:05
Wiesbaden/Berlin (dpa)

Unwetterfront bringt Regen und Hagel: Kleinstadt überflutet

Auf die Hitze folgen Gewitter: Die ersten Unwetter nach den tropischen Temperaturen haben in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Vier Zentimeter dicke Hagelkörner prasselten in Hessen nieder.

Stromberg/Wiesbaden/Berlin (dpa) - Katastrophenalarm nach Unwettern in einer Kleinstadt im Hunsrück, unterspülte Bahngleise auf der Strecke Wiesbaden-Koblenz, dicke Hagelkörner in Hessen: Die ersten Unwetter nach der Hitzewelle haben Unheil im Südwesten Deutschlands angerichtet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Freitag die größte Unwettergefahr in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Mecklenburg-Vorpommern vorhergesagt.

Im Osten und Süden sollten die Unwetter erst am Samstag ankommen. Immer sei mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen, warnten die DWD-Meteorologen.

Die Behörden lösten den Katastrophenalarm in Stromberg nach teils meterhohen Überschwemmungen aus. Der Kreis Bad Kreuznach richtete einen Krisenstab ein, wie ein Sprecher mitteilte. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern. Umliegende Orte seien nicht betroffen, sagte ein Sprecher des Krisenstabs.

Vier Zentimeter dicke Hagelkörner kamen bei einem Gewitter in Mittelhessen herunter. Menschen wurden nicht verletzt, aber Keller liefen voll. Das Gewitter setzte am Freitag Straßen unter Wasser und entwurzelte Bäume, wie DWD mitteilte. Teilweise fielen bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Gewitter tobte ungefähr eine halbe Stunde. Danach strahlte wieder die Sonne.

Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz kam es wegen Unwetterschäden im Mittelrheintal zu Beeinträchtigungen. Beiderseits des Rheins seien die Gleise am Freitag unterspült worden, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Linksrheinisch sei der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen betroffen gewesen. Dieser konnte am Nachmittag laut Bahn wieder mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden. Rechtsrheinisch war die Strecke zwischen Lorch und Kaub betroffen. Zunächst war unklar, wann die Züge dort wieder rollen konnten.

Vor allem über dem Norden von Rheinland-Pfalz gingen am Freitagnachmittag Gewitter mit örtlich viel Regen nieder. «Der Schwerpunkt war von der Eifel rüber bis zum Westerwald», sagte ein DWD-Sprecher. Über den Umfang der Schäden lagen zunächst keine genauen Informationen vor.

Am Freitag war es noch einmal sehr heiß geworden. In Sachsen-Anhalt stiegen die Temeperaturen örtlich auf fast 34 Grad. Die Sachsen konnten mit bis zu 37 Grad rechnen. «Aber die schwüle Luft wird die gefühlten Temperaturen in Richtung 40 Grad bringen», sagte ein DWD-Sprecher.

Das Hoch «Wolfgang» hatte Deutschland schon am Donnerstag den bislang heißesten Tag des Jahres beschert. Die höchsten Temperaturen verzeichnete dem DWD zufolge Obersulm bei Heilbronn in Baden-Württemberg mit 35,7 Grad. Mit 40,3 Grad hatten die Meteorologen am 5. Juli und 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen die höchste Lufttemperatur in Deutschland seit dem Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 registriert.

Bis zum Sonntag sollten Gewitter Deutschland überqueren und die Temperaturen auf normales Sommerniveau senken. Kühle Luft vom Atlantik schiebt die Heißluft aus dem Süden weg. Wenn die Gewitter durch sind, werde es rund 10 Grad kühler sein, sagte DWD-Meteorologin Johanna Anger: «Am Sonntag kommt es in weiten Teilen Deutschlands zu einer Wetterberuhigung. Dann ist die heiße Luft endgültig verdrängt. Mit der einfließenden kühleren Luft liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 20 und örtlich 26 Grad.»

Wer am Abend draußen Fußball schauen will, sollte eine Jacke einpacken, riet ein Meteorologe. Am Montag, dem Siebenschläfertag, ist es meist wechselnd bewölkt mit etwas Regen. Die Temperaturen liegen zwischen 19 Grad an der Nordsee und 25 Grad im Südwesten und in Brandenburg.

Fr, 2016-06-24 18:03
Berlin (dpa)

Steinmeier: Britische Regierung hat mit EU-Schicksal gespielt

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat der britischen Regierung vorgeworfen, die EU-Mitgliedschaft leichtfertig verspielt zu haben. Er erinnerte am Freitag in einem Interview für die ZDF-Sendung «Was nun?» daran, dass das Referendum seinen Ursprung in Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Regierungspartei des britischen Premierministers David Cameron hatte. «Die Regierung (hat) mit dem europäischen Schicksal gespielt und hat verloren», sagte er. Die Haltung zur Europäischen Union sei innenpolitisch instrumentalisiert worden.

Die Briten hatten am Donnerstag in einem Referendum für einen Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt. Mit einer Kettenreaktion innerhalb der EU rechnet Steinmeier nicht. «Ich kenne keinen europäischen Staat, der diesen Weg gehen will», sagte er.

Die EU dürfe nun «weder in Hysterie und Aktionismus verfallen, noch in Schockstarre», mahnte der Außenminister. Als Konsequenz aus dem Referendum müsse sich die Europäische Union nun vor allem intensiver mit der Sicherheitspolitik, der Asyl- und Zuwanderungspolitik sowie der Beschäftigungs- und Wachstumspolitik befassen.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2016-06-24 18:18
Stromberg (dpa)

Etwa 60 Häuser im rheinland-pfälzischen Stromberg überflutet

Stromberg (dpa) - Bei einem Unwetter in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Stromberg sind am Freitag etwa 60 Häuser überflutet worden. Die meisten Bewohner wurden in Booten gerettet, wie Philipp Köhler vom Krisenstab des Kreises Bad Kreuznach berichtete. «Aber es gibt immer noch Leute, die nicht aus dem Haus können.» Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) traf am späten Nachmittag in Stromberg im Hunsrück ein und machte sich in Gummistiefeln ein Bild von der Lage.

«Das Wasser ist ganz schnell gekommen», sagte Köhler. Zeitweise habe es zwei Meter hoch in den Straßen gestanden. Inzwischen laufe das Wasser langsam ab. «Aber der Schlamm bleibt.» Die Stromberger reagierten betroffen über die Wucht des Unwetters. «Damit muss man erstmal umgehen, wenn plötzlich das Haus unter Wasser steht.»

Der Krisenstab koordinierte rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz, Technischem Hilfswerk und Sanitätsdiensten. Mit Blick auf die Versorgung in der Nacht wurde ein Betreuungszentrum eingerichtet.

Stromberg hat etwas mehr als 3000 Einwohner und liegt in 220 Metern Höhe am Rand des Soonwalds, einem der Bergzüge im Hunsrück.

Fr, 2016-06-24 17:48
Stromberg (dpa)

Unwetter überflutet Kleinstadt - Behörden geben Katastrophenalarm

Den bisher wärmsten Tagen des Jahres folgen Gewitter und Starkregen. Heftig erwischt es den Hunsrück: In der Kleinstadt Stromberg wird Katastrophenalarm ausgerufen.

Stromberg (dpa) - Eine Unwetterfront ist nach extremer Hitze am Freitag über den Südwesten Deutschlands gezogen und hat eine Kleinstadt in Rheinland-Pfalz völlig überflutet. In der Stadt Stromberg wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Dort standen manche Straßen zwei Meter hoch unter Wasser, wie ein Sprecher des Krisenstabs der Kreisverwaltung Bad Kreuznach mitteilte. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern.

Bei Trechtingshausen im Kreis Mainz-Bingen kam es nach Angaben eines Polizeisprechers zu einem kleineren Erdrutsch. Die Wasser- und Geröllmassen gingen von einem Steinbruch nahe der Burg Sooneck auf die Bundesstraße 9 nieder. Die Straße wurde gegen 14.00 Uhr in beiden Richtungen gesperrt.

An der Bahnstrecke im Mittelrheintal wurden die Gleise beiderseits des Flusses unterspült, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Betroffen sei linksrheinisch der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen, rechtsrheinisch der Abschnitt zwischen Lorch und Kaub.

Auch in der Eifel und hinüber zum Westerwald gingen am Freitagnachmittag schwere Gewitter nieder. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach erwartet weitere Gewitter in der Nacht und am Samstag. Dabei könne es örtlich auch Hagel, Sturm- oder Orkanböen geben.

Wegen der Gewitterfront wurde auch ein Firmenlauf in Koblenz mit 18 000 Teilnehmern vor dem Start abgesagt. Die Strecke sollte über fünf Kilometer durch Koblenz führen.

Am Donnerstag hatte der rheinland-pfälzische Landtag über die Häufung von Starkregen debattiert. Dabei waren sich die Abgeordneten uneins, ob darin eine Folge des Klimawandels zu sehen ist.

Fr, 2016-06-24 17:30
Havanna (dpa)

In Kolumbien schlägt die Stunde des Friedens

Mit einem Waffenstillstand endet der älteste Konflikt Lateinamerikas. Im Bürgerkrieg zwischen Rebellen, Paramilitärs und Streitkräften kamen Zehntausende ums Leben. Künftig will die Farc-Guerilla ihre Ziele politisch verfolgen. Der Frieden ist in greifbarer Nähe.

Havanna (dpa) - Nach über einem halben Jahrhundert der Gewalt haben die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation Farc einen Waffenstillstand geschlossen. Unterhändler beider Seiten unterzeichneten das Abkommen am Donnerstag (Ortszeit) in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londoño alias «Timochenko» reichten sich die Hände.

«Das ist ein historischer Tag für unser Land», sagte Santos. «Nach 50 Jahren der Kämpfe ziehen wir einen Schlussstrich unter den bewaffneten Konflikt mit den Farc.» «Timochenko» sagte: «Möge dies der letzte Tag des Krieges sein.» Er fügte aber hinzu: «Das ist keine Kapitulation der Aufständischen, sondern das Ergebnis der Verhandlungen zweier Mächte, die sich über ein halbes Jahrhundert bekämpft haben, ohne dass einer den anderen besiegen konnte.»

Bundespräsident Joachim Gauck gratulierte Kolumbien. «Mit dem nun vereinbarten Waffenstillstand gehen Sie einen historischen Schritt auf dem Weg zu einem langfristigen Frieden in Kolumbien, und für Ihr Volk wird die langersehnte Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit greifbar», schrieb Gauck an Santos. Der Weg zur Aussöhnung werde «ein langwieriger und sicher bisweilen auch schmerzhafter Prozess sein».

In dem Abkommen verpflichteten sich die Rebellen, ihre Waffen den Vereinten Nationen zu übergeben und sich in 23 Zonen im Land zu versammeln. Dort sollen die ehemaligen Kämpfer auf die Rückkehr in die Zivilgesellschaft vorbereitet werden und beispielsweise Berufsausbildungen erhalten.

«Das ist das Ende der Farc als bewaffnete Gruppe», sagte Santos. Die Farc werde künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele kämpfen, sagte «Timochenko». «Der Friedensprozess in Kolumbien kann nicht mehr rückgängig gemacht werden», sagte Kubas Präsident Raúl Castro.

In dem Bürgerkrieg linker Guerillagruppen mit rechten Paramilitärs und den Streitkräften wurden seit Anfang der 1960er Jahre rund 220 000 Menschen getötet. Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, der zum Unabhängigkeitstag am 20. Juli vorliegen könnte. Unterhändler einigten sich bereits auf eine Übergangsjustiz, Sozialprogramme sowie die politische Partizipation der Guerilla. Die Wähler müssen das Friedensabkommen mit einer Volksabstimmung billigen.

Ob der Waffenstillstand zwischen Regierung und Farc-Rebellen auch ein Ende der Gewalt bedeutet, ist fraglich. Kriminelle Banden, die in Drogenhandel, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt sind, verfügen noch immer über erheblichen Einfluss. Auch die kleinere linke Guerillagruppe ELN ist noch immer aktiv. «Es ist Zeit für die ELN, dem Beispiel zu folgen», sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Die Gruppe ist allerdings radikaler als die Farc.

Fr, 2016-06-24 17:18
Aires (dpa)

Buenos Aires löst seinen Zoo nach 128 Jahren auf

Buenos Aires (dpa) - Der 128 Jahre alte Zoo von Buenos Aires soll in einen Öko-Park ohne gefangene Tiere umgewandelt werden. Die 1500 Tiere des Zoos, unter ihnen 77 exotischen Ursprungs, sollen in Schutzgebiete in Argentinien und im Ausland umgesiedelt werden, berichtete die Zeitung «La Nación» am Freitag. Nur ein Dutzend alte oder kranke Tiere würden im 18 Hektar großen Park bis zu ihrem Lebensende verbleiben, weil sie eine Verlegung möglicherweise nicht überleben würden.

«Die Ausstellung der Tiere in Gefangenschaft ist nicht die richtige Art, sie zu schützen», erklärte der Bürgermeister von Buenos Aires, Horacio Rodríguez Larreta. Im neuen Öko-Park sollen die Programme des Zoos für verletzt aufgefundene oder beschlagnahmte Tiere fortgeführt werden. Unter anderem waren auf diese Weise zahlreiche Kondore nach ihrer Genesung erfolgreich wieder ausgesetzt worden.

Der Zoo liegt in dem dicht besiedelten Stadtteil Palermo. Die historischen Gebäude sollen nach Abschluss der Übergangsphase zur interaktiven Förderung des Umweltbewusstseins dienen.

Fr, 2016-06-24 17:21
Berlin (dpa)

«Brexokalypse now?» - Pressestimmen zum Anti-EU-Votum

Berlin (dpa) - Das Presseecho auf das britische Votum zum Austritt aus der EU ist enorm. Viele Kommentatoren sehen die Europa in Gefahr und kritisieren den britischen Premier David Cameron. Ein Überblick mit Stimmen aus Deutschland, der EU, weltweit.

DEUTSCHLAND:

«Bild.de»: «Brexokalypse now? Die Briten gehen raus aus der EU - ein schwarzer Tag für Europa! Zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union verabschiedet sich ein Mitglied aus dem Club - und dann noch ein Schwergewicht.»

«Zeit Online»: «Es ist das Ende des Europas, das wir kennen. Der Beginn einer neuen populistischen Ära. (...) Der Sieg der Brexisten ist ein Sieg der Antipolitik gegen die Elite. Ein Triumph ihrer Lügen über seriöse Berechnungen. Ein Votum gegen das Megathema des 21. Jahrhunderts: Zuwanderung.»

«Spiegel Online»: «Keep calm and Euro on? Bloß nicht. Der britische Austritt muss der Anlass dafür sein, dass sich die Bürgerinnen und Bürger der verbliebenen Union mit aller Dramatik bewusst machen, warum es wichtig ist, zusammenzustehen - obwohl und gerade weil es so schwierig ist, sich ständig abzustimmen und Rücksicht zu nehmen auf die Interessen der anderen.»

«Süddeutsche Zeitung»: «Hinter der knappen Entscheidung der Briten steht eine Mentalität. Sie heißt: «Wir gegen die.» Das ist eine gefährliche wirtschaftspolitische Einstellung. Sie verheißt nichts Gutes für die britische Zukunft - und sie gefährdet weltweit Wohlstand.»

«FAZ»: «Jetzt beginnt die Debatte über Großbritannien. Und die über die Europäische Union. Doch ebenso wichtig ist eine Debatte über das Verhältnis zwischen Bürgern und Eliten. Das muss noch ganz anders gekittet werden als mit einem EU-Austritt.»

«Hamburger Abendblatt»: «Es gehört zur Wahrheit, dass sich die (Europäische) Union in ihrer Expansion überdehnt hat, die Idee wirkt ausgeleiert. Und sie hat beim Integrationstempo viele Menschen überfordert. (...) Wir brauchen nicht mehr Europa, sondern zunächst ein besseres Europa. Europa wird nicht als Superstaat gelingen, sondern als Bündnis souveräner Länder.»

«Rheinische Post»: «Die Briten haben Deutschland im Abwehrkampf gegen Zentralisten und Umverteiler in der EU stets unterstützt. Ihre liberale Stimme in der EU geht nun verloren. Deutschland steht künftig weitgehend allein gegen Frankreich, Spanien, Italien und andere Südosteuropäer, die aus Deutschland Transferzahlungen erhalten, gleichzeitig aber in einer EU-Wirtschaftsregierung den Kurs der Politik lenken wollen.»

GROSSBRITANNIEN:

«Independent»: «Ob Cameron im Oktober aus dem Amt scheidet, mit nur einer Union auf dem Gewissen, oder ob seine Dummheit einen Dominoeffekt auslöst, der die ganze EU zu Fall bringt, wird die Zeit zeigen. Vorerst muss er sich mit der Rolle dessen zufrieden geben, der das Vereinigte Königreich, das er so geliebt hat, dass er beinahe weinen musste, wenn er darüber sprach, getötet hat.»

«The Telegraph»: «David Cameron hat immer von einer Nation gesprochen. Das EU-Referendum hat gezeigt, dass Großbritannien nicht eine, sondern mehrere Nationen ist: Nationen, die einander nicht verstehen und es nicht einmal versuchen wollen. Alt gegen jung. London gegen den Rest. Schottland gegen England. Elite gegen Arbeiter. Sie könnten auch auf unterschiedlichen Planeten leben. Das Land hat dafür gestimmt, unsere Demokratie wiederzubeleben. Aber es hat eine wesentliche Frage nicht beantwortet: Wird uns diese Demokratie verbinden - oder trennen?»

FRANKREICH:

«Le Monde»: «Man kann meinen, dass (David) Cameron ein sehr schlechter Verteidiger der Union war - der konservative Regierungschef ist grundsätzlich ein Euroskeptiker, der nur sehr selten ein gutes Wort für die EU übrig hat. Man kann glauben, dass die Briten ein enormes Risiko auf sich nehmen. Es ist jetzt ihre Sache, sie haben sich entschieden, auf demokratische Weise. Sie haben ein Ende gesetzt nach 43 Jahren der Teilnahme an einem europäischen Projekt, das ihnen nicht schlecht bekommen ist. (...) Europa steckt einen Rückschlag historischen Ausmaßes ein. Die 27 (verbleibenden EU-Staaten) können nicht anders als Konsequenzen zu ziehen. Das Schlimmste wäre, weiterzumachen wie bisher, mit einer Dynamik, die - ob zu Recht oder zu Unrecht - eher EU-Skeptizismus als EU-Enthusiasmus erzeugt.»

POLEN:

«Gazeta Wyborcza»: «Hat der Brexit die schlimmste Krise der EU hervorgebracht? Wenn die EU die Angst vor den Populisten abschüttelt, beschleunigt sich die Integration vor allem im Kreis der Euro-Länder. Polen, das den Zloty beibehielt, bleibt außerhalb des harten Kerns. Nach den Schockwellen der nächsten Tage oder Wochen werden die Erschütterungen nicht mehr so gewaltig sein, aber die europäische Integration ist nicht länger unumkehrbar. Das riecht nach einem Domino-Effekt. Der Brexit wird die Populisten anderer Länder beflügeln.»

SPANIEN:

«El País»: «Der Brexit bedeutet einen enormen Rückschlag für das Projekt der europäischen Einigung. Die EU befindet sich jetzt in einem ähnlichen Zustand wie Großbritannien 1973 bei seinem Beitritt: Sie wirkt verloren, desorientiert, von den Ereignissen überrollt und ohne klaren Plan für die Zukunft. Nachdem die EU in den vergangenen Jahren mehrere Mitgliedsstaaten vor der Pleite bewahrt hatte, muss jetzt möglichst rasch das europäische Projekt gerettet werden.»

«El Mundo»: «Der Brexit ist ein Akt der Verantwortungslosigkeit. Die Folgen werden 300 Millionen EU-Bürger ausbaden, die nicht abstimmen durften. Der britische Premier David Cameron brachte seinem Land völlig unnötigerweise ein großes Problem ein und erließ die Fundamente der EU erschüttern. Er hatte das Referendum angesetzt, um durch eine Flucht nach vorne seine Führungsposition bei den Konservativen zu behaupten. Der Brexit schwächt Briten und andere Europäer. Es wird nicht lange dauern, bis die Briten ihre irrationale Entscheidung bereuen werden.»

«El Periódico»: «Beim Brexit hat sich der antieuropäische Nationalismus der tiefen Provinz in England durchgesetzt, der mit der Fremdenfeindlichkeit einhergeht. Die Schuld für das Ende des europäischen Traums tragen aber andere. Die bürokratischen Exzesse, das Defizit an Demokratie, die unmenschliche Behandlung der Flüchtlinge und der Aufstieg einer extremen Rechten illustrieren das Scheitern eines Projekts.»

ITALIEN:

«Corriere della Sera»: «Das Brexit-Referendum stellt eine klare Trennlinie in der Beziehung zwischen Großbritannien und dem alten Kontinent dar und lässt ein unauslöschbares Zeichen auf der Zukunft der Europäischen Union.»

«La Repubblica»: «Das Abstimmungsergebnis ist die klarste Niederlage für die Befürworter eine riesigen europäischen Integration seit dem Zweiten Weltkrieg und könnte einen Domino-Effekt in anderen Ländern auslösen.»

«Il Sole 24 Ore» online: ««Es ist Nebel über dem Ärmelkanal: der Kontinent ist isoliert.» Einst benutzte man diesen alten Titel, um über die englische Mentalität zu frotzeln. (...) Aber heute ist es anders. (...) Was sicher ist: Wenige Augenblicke seit Verkündung des Sieges des «Ja» haben ausgereicht, um den Prozess einer globale finanziellen Zerstörung in Gang zu setzen wie noch nie zuvor.»

ÖSTERREICH:

«Die Presse»: «Sie haben es also doch getan. Die Briten haben die Reißleine gezogen, allen Warnungen von Ökonomen zum Trotz. Die wirtschaftlichen Folgen werden nicht nur auf der Insel lange zu spüren sein. London ist nur das Epizentrum eines Erdbebens. Zuerst erschütterte es die Börsen. Die Indizes rasselten im Schnitt um zehn Prozent hinunter. Das ist der Anfang. Die kommenden Tage und Wochen werden an den Finanzmärkten mehr als turbulent. Noch bleibt die Frage: Ist es ein Schwarzer Freitag für die Finanzmärkte oder erwischt das Beben neuerlich die sogenannte Realwirtschaft?»

«Der Standard»: «Das Pro-Brexit-Lager mag nun also nach dem definitiven Opt-out getrost ein neues Imperium aus Großmacht-Reminiszenzen und nationalen Fantastereien der Eigenständigkeit in einer globalisierten Welt errichten. An Brüssel liegt es währenddessen, London klarzumachen, dass draußen tatsächlich auch draußen meint - und zwar vor allem bei der Personen-, Kapital- und Warenfreiheit, dem Binnenmarkt also. Dabei geht es nicht darum, den Briten zu schaden. Vielmehr ist es nötig, den verbleibenden 27 Mitgliedern vor Augen zu führen, dass die Union eine politische Solidargemeinschaft und kein Selbstbedienungsladen vaterländischer Marodeure ist.»

NIEDERLANDE:

«NRC Handelsblad»: «Dies schlägt eine Bresche in die Europäische Union und schwächt die liberale Ordnung, die in der Nachkriegszeit die Quelle von Sicherheit und Wohlfahrt im Westen ist. Das Leave-Lager feiert das Ergebnis zu unrecht als den Tag, an dem die Nation sich endlich aus dem Brüsseler Würgegriff befreite und auf eigene Kraft als Weltspieler Wohlstand erreichen kann. Das Gegenteil stimmt: Die jahrzehntelange britische Doppeldeutigkeit über Europa führt nun zu unnötiger Selbstverwundung und internationalem Schaden.»

GRIECHENLAND:

«Kathimerini»: «Die Stärke Europas ist die Einheit. Alles andere (wie der Brexit) sind Fantasien eines Fieberwahns. Das «Klein-England» wird - besonders wenn Schottland gehen würde - außerhalb Europas viel weniger Einfluss auf das Weltgeschehen haben. Aber auch für Europa ist der Schlag enorm. Die Populisten aller Art jubeln und fordern auch Volksabstimmungen. Wenn Europa nicht bald Maßnahmen trifft, die die Nachricht der Einigung entsenden, wie die Banken Union, die Vertiefung des gemeinsamen Marktes und die Überwindung des Dogmas der Austerität ohne Ende, dann wird der Brexit der erste Schritt in die Richtung der Auflösung der EU sein.»

UNGARN:

«Index.hu»: «Leider gehört es nicht zu den Bausteinen unserer Kultur, mit der Dummheit zu rechnen. Auch die Politiker, die die EU zusammengefügt haben, hatten gedacht, dass die Menschen, wenn sie schon zwischen Armut und Reichtum, Krieg und Frieden, Chaos und Sicherheit, Eigenbrötlertum und Zusammenarbeit wählen können, glatt immer das Letztere wählen. Wer hätte damit gerechnet, dass man nach einer gewissen Zeit sogar erklären muss, dass Wohlstand, Frieden oder Kooperation Resultate harter Arbeit sind und keine Notwendigkeiten, die sich aus den Gesetzen der Physik ergeben - so wie die Schwerkraft. Oder so wie die Dummheit.»

SLOWAKEI:

«Pravda»: «Ihren Tag des Sieges feiern die Lügner und diejenigen, die mit Fakten und Zahlen jonglieren. Das Vereinigte Königreich ist heute gespalten. Und wenn wir nicht aufpassen, kann auch der Rest Europas ebenso gespalten sein. Nämlich dann, wenn wir auf den Brexit nicht rasch und richtig reagieren. - Aber wie, das weiß im Augenblick noch niemand so wirklich.»

RUMÄNIEN:

«Adaverul»: «Wer denkt jetzt an die wichtigste und tiefgründigste Folge, nämlich an das exponentielle Wachstum aller Ängste, Dilemmata und Beanstandungen im Zusammenhang mit dem europäischen Projekt? Wie lange ist dieses noch gültig unter den neuen Bedingungen und vor allem, wer steht am Rand und lacht mit riesiger Genugtuung? Was wird die Rückkehr zur Autarkie der großen europäischen Wirtschaftsmächte bedeuten und welche Katastrophe wird dies für die wirtschaftlich kleineren Länder zu Folge haben, die ohnehin schon kaum Vertrauen zur Zukunft haben?»

TSCHECHIEN:

«Pravo»: «Der Austritt Großbritanniens kommt einem Tabubruch gleich. Bisher wurde die EU nur erweitert, doch nun kann man sie auch verlassen. Das ist ein starkes psychologisches Moment und schwächt die EU nach außen und nach innen hin. Das Image des ambitionierten Einigungsprojekts, das den Frieden auf dem Kontinent nach zwei Kriegen durch gemeinsame Zusammenarbeit sichern sollte, ist futsch. Die EU hat gezeigt, dass sie wie andere Staaten-Konglomerate auch nur so lange ausgezeichnet funktioniert, wie alle Mitglieder übereinstimmende Interessen verfolgen. Dass nun gerade Großbritannien geht, ist indes wenig überraschend. Auch wenn das Land längst nicht mehr als einzige Weltmacht über die Meere regiert, hat es keine Lust, sich anderen unterzuordnen.»

SCHWEDEN:

«Dagens Nyheter»: «Was wir erleben, ist ein politisches Erdbeben, von dessen Folgen wir nur den Anfang gesehen haben. (...) Dies ist ein tragischer Moment für alle, die ein offenes, demokratisches Europa erhalten wollen, das durch Zusammenhalt gekennzeichnet ist. Das Dramatischste ist eingetreten. Mögen die Folgen für die Welt so glimpflich wie möglich sein.»

DÄNEMARK:

«Berlingske»: «Cameron hat sicherlich geglaubt, dass er das Referendum gewinnen wird. Schließlich hatte er im Jahr zuvor die schottische Abstimmung über ihre Unabhängigkeit gewonnen. Nun rechnete er damit, das Manöver zu wiederholen. Doch das konnte er nicht. Man könnte denken, dass er jetzt den Preis für seine eigene Machtgier bezahlen muss: Das, was ihn an die Macht gebracht hat, hat ihn nun gestürzt. (.) Eine Lehre sollte sein, dass man sich als Politiker niemals von seinem Erfolg so sehr blenden lassen sollte, dass man glaubt, dass man gegen die Gegner gewinnen kann, indem man ihre Politik weiterführt.»

NORWEGEN:

«Aftenposten»: «Großbritanniens Rückzug ist eindeutig eine Krise vom schlimmsten Kaliber. Krisentreffen werden folgen. Das Ende ist ungewiss. (...) Aber diese Krise ist auch eine Chance, die Partnerschaft wieder neu zu erfinden, einen Neustart zu machen, zu definieren, was die Europäische Union wirklich sein soll.»

SCHWEIZ:

«Tages-Anzeiger»: «Die unangenehme Wahrheit ist, dass niemand wirklich sagen kann, wie es weitergeht, weil so viele Entwicklungen möglich geworden sind. Das allein ist eine Katastrophe nicht nur für Großbritannien, sondern auch aus Sicht der Schweizer Wirtschaft.»

«Neue Zürcher Zeitung»: «Die lange, wechselvolle Geschichte der Beziehung Großbritanniens mit dem europäischen Einigungsprojekt endet mit einer Scheidung. Was diesem Sprung ins Ungewisse nach dem knappen Volksentscheid folgen wird, steht in keinem Drehbuch. Denn für sicher gelten kann momentan nur die durch den Brexit verursachte Verunsicherung.»

USA:

«Washington Post»: «Die langsame Qual des Scheidungsprozesses wird in London und anderen europäischen Hauptstädten wertvolle politische Zeit und Energie verbrauchen, wodurch Europas Anführer sich nicht vereinen werden, um andere Krisen zu bewältigen. (...) Der Rat einst vertrauenswürdiger Institutionen wurde ignoriert. Gewählte Anführer wurden beiseite gekehrt. Wenn solch ein Wandel im Vereinigten Königreich stattfinden kann, kann er auch in den Vereinigten Staaten passieren. Wir sind gewarnt worden.»

«New York Times»: «Der kolossale Sprung in die Dunkelheit, den traditionell vorsichtige Menschen - die Briten - bereit zu nehmen sind, muss ernst genommen werden. Er suggeriert, dass solche Sprünge anderswo stattfinden könnten, möglicherweise in Trumps Amerika. Ein Sieg Trumps im November ist jetzt glaubhafter, weil er ein unmittelbares Vorbild in einer entwickelten Demokratie hat, die bereit ist, den Status quo für höchst riskante Unbekannte aufs Spiel zu setzen.»

«Los Angeles Times»: «Die Folgen für die britische Wirtschaft könnten katastrophal sein. Europas vereinte Haltung gegen eines wiedererstarkenden und aggressiven Russlands wird zersplittern. (...) Sich nach innen zu wenden, wird ihre Probleme nur verschlimmern und gefährlicher machen. Großbritannien ist dem isolationistischem Populismus am Donnerstag knapp erlegen. Lasst uns hoffen, dass die Amerikaner mit der Wahl einer Trump-Präisdentschaft im November nicht denselben Fehler machen.»

INDIEN:

«Economic Times»: «Großbritannien hat abgestimmt, die EU zu verlassen. Das ist schlecht für London als Finanzzentrum, Großbritannien im Allgemeinen, die EU, die Weltwirtschaft und die Währungsstabilität. Indische Firmen, die in Großbritannien investiert haben, um es als Brücke nach Europa zu benutzen, werden Prügel einstecken. (...) Populistische Politik ist die Grundlage von Euroskeptizismus und hat den britischen Premierminister Cameron dazu gebracht, ein Referendum zum Verlassen der EU zu versprechen. Die Stimmung ist populistisch in ganz Amerika und Europa.»

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE:

«The Nation»: «Dass so ein so großer Teil der Wählerschaft, 72 Prozent, an dem Referendum teilgenommen hat, verdient Respekt. Dasselbe kann über die Kampagne selbst nicht gesagt werden. Kaum jemals in der politischen Geschichte kann es eine Debatte auf einem so jämmerlich niedrigen Niveau gegeben haben, mit Beleidigungen, Panikmache und Übertreibung, die an die Stelle einer rationalen Diskussion traten. Keine der beiden Seiten ging daraus mit hohem Ansehen hervor.»

Fr, 2016-06-24 17:33
Köln (dpa)

Kölner Polizei nimmt Linksautonomen mit Bombe fest

Köln (dpa) - Einen Linksautonomen mit einer funktionstüchtigen Rohrbombe hat die Polizei in der Kölner Innenstadt festgenommen. «Im Fall einer Explosion hätte für Menschen im unmittelbaren Umfeld erhebliche Gefahr bestanden», teilte die Polizei am Freitag mit. Der 27-Jährige aus Dortmund war einer Polizeistreife am Donnerstagabend aufgefallen, weil er die Aufschrift «FCK CPS» (Fuck Cops) auf seinem T-Shirt trug. Die Beamten kontrollierten den Mann und und fanden in seinem Rucksack eine Plastiktüte mit dem selbst gebastelten Sprengkörper sowie kleine Mengen einer synthetischen Partydroge. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Vorbereitung eines Explosionsverbrechens.

Fr, 2016-06-24 17:47
Francisco/Wolfsburg (dpa)

VW steht in USA erste dicke Rechnung für Abgas-Skandal ins Haus Von Felix Frieler, dpa-AFX, und Hannes Breustedt, dpa

Für VW kommt es in den USA in wenigen Tagen zum Showdown. Eine Einigung über milliardenschwere Entschädigungen und Strafen in der Abgas-Affäre steht bevor. Aber damit dürfte es nicht vorbei sein. Bis der Richter das letzte Wort spricht, wird es noch dauern.

San Francisco/Wolfsburg (dpa) - Jetzt wird es zum ersten Mal richtig teuer für Volkswagen im Abgas-Skandal. In den USA steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Am Dienstag (28. Juni/21.00 Uhr MESZ) müssen VW und die Gegenseite dem zuständigen US-Richter Charles Breyer einen Vergleichsvorschlag vorlegen. Am Tag darauf (29. Juni) müssen sich VW-Vorstandschef Matthias Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch bei der Hauptversammlung der Konzernmutter Porsche SE direkt den Aktionären stellen.

Zunächst richten sich die Blicke aber vor allem auf die USA. Wird der Termin zur Vorlage einer Lösung bei Breyer nicht eingehalten, könnte er einen Prozess eröffnen - das will VW unbedingt vermeiden. Anwälte, die Sammelklagen von Kunden vertreten, wollen möglichst viel Geld für ihre Mandanten herausholen. Nachdem der Konzern bereits im April eine Grundsatzeinigung mit den Klägern erzielt hatte und Breyer einen Fristaufschub gewährte, gehen Beobachter davon aus, dass die Dokumente für den Vergleich diesmal pünktlich eingereicht werden. Danach muss VW aber zunächst weiter bangen - erst am 26. Juli will Breyer verkünden, ob er der Einigung zustimmt.

Über die entscheidenden Details des Kompromisses kann vorerst nur spekuliert werden. Neue Gerüchte machten zuletzt die Runde: Die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, VW könnte etwa 480 000 betroffenen VW-Kunden jeweils bis zu 7000 Dollar (6300 Euro) Entschädigung für ihre Autos mit Zwei-Liter-Motoren zahlen. Das «Wall Street Journal» nannte sogar Zahlungen von bis zu 10 000 Dollar in Einzelfällen. Zusätzlich werde VW Milliarden überweisen müssen, die der Umwelt zugute kommen sollen. Volkswagen selbst äußert sich bislang nicht zum Inhalt einer möglichen Einigung.

Insgesamt wird erwartet, dass die Kosten für den Vergleich in einer Größenordnung von mindestens zehn Milliarden Dollar liegen. Das würde auch zumindest grob zu den Rückstellungen passen, die Volkswagen in der Bilanz für 2015 vorgenommen hat. Vorerst wurden gut 16 Milliarden Dollar für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen. Möglich also, dass VW bei einem teureren Vergleich noch mehr Geld aufwenden müsste.

Solange jedoch unklar ist, wie viele vom Abgas-Skandal betroffene Dieselwagen VW in den USA zurückkaufen muss, lassen sich die Kosten schwer abschätzen. Hier dürfte die Entscheidung letztlich auch maßgeblich bei den geschädigten Kunden liegen. Als sicher gilt, dass nicht alle Autos in einen gesetzeskonformen Zustand umgerüstet werden können. Aus dem Schneider wäre VW mit dem Vergleich ohnehin nicht - jeder Kläger kann danach einzeln entscheiden, ob er das Angebot akzeptiert oder weiter den Rechtsweg beschreiten will. Auch weitere Strafen und Bußgelder von US-Behörden sind nicht auszuschließen.

Darüber hinaus gilt der Vergleich zunächst sowieso nicht für alle betroffenen Fahrzeuge. Denn neben den 2,0-Liter-Dieseln sind da noch gut 110 000 Drei-Liter-Autos, bei denen die Tochter Audi ebenfalls eingeräumt hat, dass sie illegale Software an Bord haben. Das Problem ist hier etwas anders gelagert als bei den Wagen mit kleineren Motoren - aber Kosten dürfte es dennoch verursachen.

Fest steht, dass es für VW sehr teuer wird. Bis klar ist, wie hoch die «Dieselgate»-Rechnung genau ausfällt, dürfte es allerdings noch dauern. Breyer wird sich beim nächsten Gerichtstermin am Donnerstag (30. Juni) zwar äußern - aber zunächst wohl eher allgemein.

Fr, 2016-06-24 17:10
Berlin (dpa)

Katastrophenalarm in Kleinstadt - Regen unterspült Gleise

Berlin (dpa) - Katastrophenalarm haben die Behörden nach Unwettern in einer Kleinstadt im Hunsrück ausgelöst; am Rhein unterspülte heftiger Regen die Bahngleise der Strecke Wiesbaden-Koblenz: Die ersten erwarteten Unwetter haben den Südwesten Deutschlands erreicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartete für Freitag die größte Unwettergefahr in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Mecklenburg-Vorpommern.

Die Behörden lösten den Katastrophenalarm in Stromberg nach teils meterhohen Überschwemmungen aus. Der Kreis Bad Kreuznach richtete einen Krisenstab ein, wie ein Sprecher mitteilte. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern. Umliegende Orte seien nicht betroffen, sagte ein Sprecher des Krisenstabs.

Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz kam es wegen Unwetterschäden im Mittelrheintal zu Beeinträchtigungen. Beiderseits des Rheins seien die Gleise am Freitag unterspült worden, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Betroffen sei linksrheinisch der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen, rechtsrheinisch der Abschnitt zwischen Lorsch und Kaub.

Vor allem über dem Norden von Rheinland-Pfalz gingen am Freitagnachmittag schwere Gewitter mit örtlich viel Regen nieder. «Der Schwerpunkt war von der Eifel rüber bis zum Westerwald», sagte ein DWD-Sprecher. Über den Umfang der Schäden lagen zunächst keine genauen Informationen vor.

Fr, 2016-06-24 17:31
Berlin (dpa)

Katastrophenalarm in Kleinstadt - Regen unterspült Gleise

Berlin (dpa) - Katastrophenalarm haben die Behörden nach Unwettern in einer Kleinstadt im Hunsrück ausgelöst; am Rhein unterspülte heftiger Regen die Bahngleise der Strecke Wiesbaden-Koblenz: Die ersten erwarteten Unwetter haben den Südwesten Deutschlands erreicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartete für Freitag die größte Unwettergefahr in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Mecklenburg-Vorpommern.

Die Behörden lösten den Katastrophenalarm in Stromberg nach teils meterhohen Überschwemmungen aus. Der Kreis Bad Kreuznach richtete einen Krisenstab ein, wie ein Sprecher mitteilte. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern. Umliegende Orte seien nicht betroffen, sagte ein Sprecher des Krisenstabs.

Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz kam es wegen Unwetterschäden im Mittelrheintal zu Beeinträchtigungen. Beiderseits des Rheins seien die Gleise am Freitag unterspült worden, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Betroffen sei linksrheinisch der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen, rechtsrheinisch der Abschnitt zwischen Lorch und Kaub.

Vor allem über dem Norden von Rheinland-Pfalz gingen am Freitagnachmittag schwere Gewitter mit örtlich viel Regen nieder. «Der Schwerpunkt war von der Eifel rüber bis zum Westerwald», sagte ein DWD-Sprecher. Über den Umfang der Schäden lagen zunächst keine genauen Informationen vor.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
Mehr Infos: greenpeace-magazin.de/deutschebank

Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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