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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.05

Abschied der Großfische

Die Artenvielfalt in den Weltmeeren schrumpft

Im Ozean verdichtet sich die Artenzahl von Großfischen in „Hotspots“. Doch in diesen neu entdeckten Gebieten hat Überfischung die Vielfalt an Tun- und Schwertfischen bereits drastisch reduziert, wie eine Analyse von Fischereidaten zeigt. Wo Fischer vor 50 Jahren durchschnittlich zehn Arten fingen, sind es heute nur fünf bis sieben. Auch Klimaänderungen bewirkten Schwankungen, erläutert Boris Worm von der Dalhousie Universität in Kanada, aber eher kurzfristige. „Langfristig ist die Überfischung Ursache für den Abwärtstrend“, so der deutsche Meeresbiologe. Setze er sich fort, drohten die Zentren der Vielfalt zu verwaisen. Das reduzierte Arten-„Portfolio“ berge auch für die Fischerei Risiken, da artenarme Ökosysteme sensibler sind. Worm fordert, die verbliebenen Hotspots – vor der US-Ostküste, Australien, Sri Lanka, Hawaii und im Südpazifik – zu Meeresschutzgebieten zu erklären.