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fußballsponsoren 9. August 2012
Shitstorm über dem WeserstadionWerder Bremen hat den Geflügelproduzenten „Wiesenhof“ als Trikotsponsor gewonnen. Tausende Fans laufen im Internet Sturm gegen die Kooperation mit der umstrittenen Firma.Werder Bremen gilt als besonders sympathischer Bundesligaclub, doch eine geplante Zusammenarbeit mit „Wiesenhof“ droht für den Verein zu einem Image-GAU zu werden. „Bild“ hatte am Mittwoch gemeldet, der Geflügelproduzent habe einen Zwei-Jahres-Vertrag als Trikotsponsor mit Werder abgeschlossen und werde dafür jährlich fünf Millionen Euro zahlen. Der Verein hat den Deal inzwischen bestätigt – obwohl im Internet tausende Fans dagegen protestieren. „Wiesenhof“ ist die Hauptmarke von Deutschlands größtem Geflügelverarbeiter, der PHW-Gruppe. Das Unternehmen, das wöchentlich rund 4,5 Millionen Hähnchen schlachtet, steht wegen der Haltungsbedingungen in Mastanlagen immer wieder in der Kritik von Tierschützern. Darüber hinaus gab es in Schlachthöfen schwere Hygienemängel, die Fastfoodkette McDonald's verzichtet deshalb zurzeit auf Wiesenhof-Geflügel. Im vergangenen Jahr hatte die ARD-Reportage „Das System Wiesenhof“ für Aufsehen gesorgt. Nach Bekanntwerden der geplanten Kooperation brach im Internet sofort ein Proteststurm gegen Werders „Hühnerbrust“ los. Auf der Facebook-Seite des Vereins werden im Minutentakt Kommentare gepostet, von denen die große Mehrzahl die Forderung „Nein zu Wiesenhof!“ unterstützt. „Ihr habt eine Vorbildfunktion und macht euch mit einem derartigen Desaster in kürzester Zeit das positive Image kaputt“, heißt es dort, oder einfach nur „Wir wollen Wiesenhof nicht als Sponsor“. Die umgehend gegründete Facebook-Gruppe „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein danke“ hat bereits mehr als 15.000 Fans. Die Werder-Geschäftsführung verteidigt den Deal mit Wiesenhof: „Im Leitbild des Unternehmens sind Leitsätze wie ökologisches und nachhaltiges Denken, verantwortungsbewusstes Handeln, Pflegen einer offenen Kommunikation, Sicherheit und Vertrauen für den Kunden sowie Wertschätzung und Respekt gegenüber den Mitarbeitern verankert“, heißt es. Dies passe zu den Grundsätzen des Vereins. wh In der Bundesligatabelle des Greenpeace Magazins für die Saison 2011/12, in der die Hauptsponsoren einem Ökocheck unterzogen werden, hatte Werder mit der „Targobank“ bereits einen enttäuschenden 15. Platz belegt. Über den Widerstand gegen die industrielle Masthuhnhaltung lesen Sie mehr in der Reportage Die Schlachtfabrik von Wietze. |
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