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aktionskunst26. September 2012
Betongrab für deutsche WaffenfabrikDas Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit” will das Werk des Waffenproduzenten Heckler&Koch in einen riesigen Sarkophag einbetonieren. Mit einem Zwei-Punkte-Plan soll die „tödlichste Fabrik Deutschlands” erlegt werden.Die Waffenfabrik Heckler&Koch liegt in Oberndorf in Baden-Württemberg. Sie produziert neben Maschinen- und Präzisionsgewehren auch das Sturmgewehr G36, den Nachfolger des G3. Das G3 war lange Jahre das Standardgewehr der Bundeswehr. Es soll das zweitmeistverkaufte der Welt sein. Bis in die 80er-Jahre vergaben der Hersteller Heckler & Koch und die Bundesregierung großzügig Herstellungsgenehmigungen ins Ausland. Das Zentrum für politische Aufklärung geht davon aus, dass mindestens 1,5 Millionen Menschen durch Heckler&Koch-Waffen gestorben sind, täglich kommen rund 100 Opfer hinzu. Nun will die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit” die Waffenfabrik Heckler&Koch unter Beton begraben. Als „Bekenntnis zur europäischen Humanität”, wie es in ihrer Pressemitteilung heißt, möchte die Künstlergruppe als erstes ein Sand-Blei-Gemisch mit Helikoptern über dem Unternehmen abwerfen. Im folgenden Jahr soll dann im zweiten Schritt das Fundament des zukünftigen Sarkophags gegossen werden. Spätestens 2017 soll die Deckelung fertig gestellt sein.
In Anlehnung an den Umgang mit dem Reaktorunglück in Tschernobyl soll das „tödlichste Unternehmen Deutschlands” unter Blei und Sand verschwinden, damit aus der Fabrik keine „weiteren tödlichen Produkte mehr entweichen” können. Das Künstlerkollektiv „Zentrum für Politische Schönheit” macht so darauf aufmerksam, dass Deutschlands Rüstungsindustrie weiterhin an Krisen und Kriegen weltweit Geld verdient. Immer wieder hat die Gruppe in der Vergangenheit mit Kunstaktionen auf brisante Themen wie Kriege, Flüchtlingsdramen und Bankenspekulationen hingeweisen. KERSTIN PASEMANN Lesen Sie mehr über deutsche Rüstungslieferungen im Artikel „Krieg statt Frieden” aus dem Greenpeace Magazin 4.08. Genaueres können Sie über das Leben in der Stadt Oberndorf, in der Heckler&Koch ansässig ist, im Greenpeace Magazin 1.04 erfahren. Sie können die Ausgaben auch direkt in unserem Warenhaus bestellen. |
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