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endlagersuche

21. Januar 2013

„Gorleben aufgeben!“

Am Tag nach dem knappen Rot-Grün-Sieg in Niedersachsen fordern Umweltschützer und Bürger einen neuen Anlauf für die Endlagersuche: unter Ausschluss des umstrittenen Salzstocks.

Mit Rückenwind von Schwarz-Gelb in Hannover kann der Bundesumweltminister nicht mehr rechnen, wenn er am heutigen Montag das Städtchen Lüchow im Wendland besucht. Stattdessen erwarten Peter Altmaier (CDU) wütende Anwohner und eine Castorattrappe von Greenpeace. Die Umweltschützer und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) verlangen einen Neustart bei der Endlagersuche – ohne Gorleben.

„Die Endlagerpolitik von Peter Altmaier ist bisher geprägt von Intransparenz und  Hinterzimmer-Deals. Damit wird er nie das nötige Vertrauen bei den Menschen gewinnen können“, sagte Mathias Edler, Atomexperte von Greenpeace.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke erklärte, der Wahlsieg von Rot-Grün sei ein deutliches Signal. „Stephan Weil (SPD) und Stefan Wenzel (Grüne) stehen jetzt im Wort, das geplante Endlagersuchgesetz zu stoppen, das letztlich wieder auf Gorleben als Endlagerstandort hinausläuft.”

Im Wahlkampf waren CDU und FDP von Gorleben abgerückt, wollten den Standort jedoch in einer bundesweiten Endlagersuche nicht von vornherein ausschließen. Dem noch amtierenden Umweltminister Stefan Birkner (FDP) waren noch nicht einmal geologische Gründe bekannt, die gegen Gorleben sprechen.

Die Gorleben-Gegner befürchten, dass eine neue Suche automatisch wieder auf den umstrittenen Salzstock hinausläuft, weil nebenan bereits hochradioaktive Castorbehälter lagern und weil die Atomwirtschaft bereits seit 35 Jahren Geld in die Untersuchung und den Ausbau dieses willkürlich festgelegten Standorts steckt.

Ehmke betont, ein „Desaster wie in der Asse II“ müsse abgewendet werden. Er sieht da durchaus Parallelen. „Wasserkontakt und Gaseinschlüsse, Ausbau des Bergwerks ohne atomrechtliches Genehmigungsverfahren und ohne Klagerechte der Öffentlichkeit, das muss endlich zu Ende sein“, fordert er. Eine umfassende Atommülldebatte und ein faires Verfahren seien mit Gorleben nicht möglich.

Greenpeace hat einen eigenen Entwurf für ein Endlagersuchverfahren vorgelegt. Neben der Aufgabe Gorlebens fordert die Organisation, Wissenschaftler, die die Endlager in der Asse und in Morsleben mitzuverantworten haben, nicht mehr zu beteiligen. Zudem solle eine  Ethikkommission die Prinzipien und Ziele des Umgangs mit dem jahrtausendelang strahlenden Atommüll festlegen.

GP/BI/KM

Einige Köpfe hinter dem Langzeitwiderstand im Wendland stellte das Greenpeace Magazin in seiner Reportage „Die Unbeugsamen“ vor. Das Heft können Sie hier bestellen oder gleich ein Abo abschließen.




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