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öl

30. Januar 2013

Shell muss Schadenersatz zahlen

Vier Bauern aus Nigeria warfen dem Ölkonzern Shell vor, drei Dörfer im Nigerdelta verseucht zu haben. In einem Fall machen die Richter in Den Haag den Multi für die Schäden verantwortlich.

Seitdem Shell im Nigerdelta Öl fördert, sind dort Böden und Flüsse großflächig verschmutzt. Mit Hilfe der Umweltorganisation Milieudefensie zogen nun vier nigerianische Bauern vor ein Zivilgericht. Konkret ging es um ein Ölleck aus dem Jahr 2005, durch das drei Dörfer verseucht wurden. Die Bauern warfen Shell vor, die Leitungen nicht gut gewartet, nicht ausreichend vor Sabotage geschützt und die Schäden nicht beseitigt zu haben. Mit ihrer Klage wollten sie erreichen, dass der Ölmulti ihre Heimat säubert und den Menschen vor Ort eine Entschädigung zahlt.

Das Gericht in Den Haag machte Shell nur in einem Fall verantwortlich. Im Dorf Ikot Ada Uto habe Shell „durch besondere Nachlässigkeit“ die Sorgfaltsprlicht verletzt. Dort sei es möglich gewesen, die Leitung ganz einfach mit einem Schraubenschlüssel zu sabotieren. Deshalb muss der Mineralölkonzern nur dem Dorfbewohner Friday Alfred Akpan Schadenersatz zahlen. Die Höhe des Betrags wird in einem weiteren Verfahren festgelegt. In allen anderen Fällen sei Shell nicht haftbar zu machen, da die Öllecks nicht aufgrund von unzureichender Wartung, sondern durch Sabotage entstanden seien.

Dennoch freut sich Milieudefensie über das Urteil, denn zum ersten Mal ist ein europäischer Großkonzern für Nachlässigkeiten einer Tochterfirma in einem Entwicklungsland zur Rechenschaft gezogen worden. Außerdem mache das Urteil vielen anderen Opfern Mut, ebenfalls gegen die erlittene Umweltverschmutzung juristisch vorzugehen.

AH

Lesen Sie dazu auch die Reportage „Allein gegen die Macht des Öls“ im Greenpeace Magazin 6.97 und den Bericht „Am schwarzen Fluss“ in der Ausgabe 3.03. Sie können das Heft auch hier bestellen oder gleich ein Abo abschließen. 

 

 

 

 




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