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ernährung 4. Februar 2013
„Danke Dritte Welt!“Bananen für 20 Cent, Schokolade für 39 Cent und Kaffee für zwei Euro? Der kurze Film „Agraprofit“ zeigt, dass die meisten Menschen bei solchen Schnäppchenpreisen sofort zuschlagen. Selbst wenn der Verkäufer sie mit dem wahren Preis konfrontiert – Massentierhaltung und Ausbeutung.Ein Wochenmarkt in einer deutschen Großstadt: Menschen schlendern zwischen Obst- und Gemüseständen herum, manch einer greift beherzt zum saisonalen Kohl aus regionaler Erzeugung oder zum Sechserpack Bio-Eier. Früher oder später kommen sie am Stand von Agrarprofit vorbei und bleiben stehen, denn die dort ausgewiesenen Preise für Kaffee, Bananen und Schokolade sind zu schön, um wahr zu sein. Auf Nachfrage erklären die zwei schnieken Jungunternehmer bereitwillig, wie sie es schaffen, Luxusprodukte zu Schleuderpreisen feilzubieten. Ihr Credo: „Wir verkaufen Billigwaren und bieten unseren Kunden dabei volle Transparenz!“ Das heißt im Klartext, die beiden berichten den Wochenmarktbesuchern von Kinderarbeit, von Bauern, die ohne Schutzkleidung giftige Pestizide ausbringen, und zeigen ihnen Bilder von gequälten Hühnern, die sich in winzigen Käfigen drängen. Bei einer so drastischen Vorführung ist es dann doch überraschend, wie die Kunden reagieren: Denn während sich nur wenige empören, befüllen die meisten flink ihre Einkaufskörbe. „Danke Dritte Welt, dass wir auf eure Kosten so günstig leben können!“, fasst ein Verkäufer von Agraprofit die Produktions- und Handelsbedingungen zusammen – und einer der Schnäppchenjäger antwortet doch glatt: „Ja, genau!“ Was er nicht ahnt: Das fiktive Unternehmen Agraprofit und die Wochenmarkt-Guerilla-Aktion, bei der dieser Film entstand, waren Teil der „Kampagne Öko+Fair ernährt mehr“ von Naturland und dem Weltladen-Dachverband. Alle Produkte, die am Marktstand gehandelt wurden, stammten in Wahrheit aus Ökolandbau und Fairem Handel.
SUSANNE TAPPE Lesen Sie in unserem „Essen Spezial von A–Z“ unter anderem wie Ökolandbau die Welt ernähren könnte. Sie können das Heft hier bestellen oder das Greenpeace Magazin abonnieren. |
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