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forschung

4. März 2014

Saure Meere

Die Versauerung der Ozeane ist eine oft vergessene Nebenwirkung steigender Kohlendioxid-Emissionen. Forscher wollen nun herausfinden, welche Folgen sie für Fischer und Tourismus haben könnte.

Ein großer Teil des Kohlendioxids (CO2), das die Menschheit in die Atmosphäre pumpt, wird von den Ozeanen aufgenommen und verbindet sich dort zu Kohlensäure – die Meere werden saurer. In Norwegen will nun ein Forscherteam im Dialog mit Fischereiverbänden, der Tourismusbranche und den Behörden herausfinden, welche Folgen das hat.

Sollte der CO2-Anstieg in der Atmosphäre weiter steigen wie bisher, gehen Forscher davon aus, dass der pH-Wert der Weltmeere bis zum Ende des Jahrhunderts einen Wert von durchschnittlich 7,75 erreichen wird. Zum Vergleich: Zu Beginn der industriellen Revolution lag der pH-Wert bei 8,2.

Vor allem für Organismen mit Schalen ist die Versauerung gefährlich: Weichtiere wie Muscheln, Schnecken und Tintenfische, aber auch Seesterne, Seeigel, Korallen und mikroskopische Kalkalgen sind betroffen. Letztgenannte Planktonorganismen spielen eine bedeutende Rolle für das marine Nahrungsnetz – doch ihre Schalen werden durch die Versauerung des Wassers angegriffen. Das wiederum wird sich vorraussichtlich negativ auf die Fischbestände auswirken.

Bremer Forscher der Gruppe „Biological Impacts of Ocean Acidification II“ untersuchen nun die sozioökonomischen Konsequenzen des marinen Ökosystemwandels und interviewen Menschen, deren Lebensgrundlage das Meer ist. Als Ort dafür wählten sie Norwegen: Vor der Küste des skandinavischen Landes sind bereits jetzt Veränderungen von Fischbeständen wahrnehmbar. Die davon betroffene Fischindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, auch der Fremdenverkehr ist von der intakten Natur abhängig.

In den Gesprächen mit den Fischern vor Ort zeigte sich, dass diese die Ursachen und Folgen des marinen Ökosystemswandels in ihrer täglichen Arbeit vor Augen haben: „Für uns war beeindruckend, wie viel die Fischer über ökologische Zusammenhänge und auch Veränderungen wissen“, sagt Stefan Königstein, Meeresbiologe von der Universität Bremen. Bereits heute ändern zum Beispiel Kabeljau und Makrele ihre Verbreitung und Laichgründe. Wenn sich aber die Fische aus den Fjorden und den Küstengebieten zurückziehen, stehen die traditionellen Küstenfischer vor dem aus, weil sie mit ihren kleinen Booten den Fischen nicht auf hohe See folgen können.

 

JULIA LAUTER

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