Jetzt abonnieren Magazinarchiv durchsuchen

Greenpeace Magazin Ausgabe 3.15

Andenbauer verklagt RWE

Der peruanische Landwirt Saúl Luciano Lliuya will Europas größten CO2-Emittenten RWE zur Verantwortung ziehen. Der Kleinbauer lebt in Huaraz, einer Stadt in den Anden, die unterhalb eines Stausees liegt. Die schmelzenden Gletscher lassen den Wasserstand schnell steigen. Deshalb haben die Talbewohner Angst davor, eine Lawine, herabstürzendes Eis oder Geröll könnte eine Flutwelle auslösen. Genau das ist schon einmal passiert: Tausende Menschen wurden im Jahr 1941 von den Wassermassen fortgerissen. Um eine solche Katastrophe in Zukunft zu verhindern, fordert der Andenbauer den Energiekonzern RWE auf, einen Teil der notwendigen Schutzmaßnahmen zu finanzieren: Wasser muss abgepumpt und Dämme müssen verstärkt werden. Saúl Luciano Lliuyas Hamburger Anwältin Roda Verheyen weiß, dass die Beweiskette kompliziert ist, eine Mitverantwortung durch RWE sei aber unbestreitbar. Entsprechend den globalen Emissionen solle sich der Essener Konzern deshalb mit 17.000 Euro an den Kosten beteiligen – eine Summe, die dem Essener Unternehmen sicherlich nicht wehtut. Doch der Fall könnte eine Flutwelle ähnlicher Klagen auslösen.