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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.16

Arbeit ohne Grenzen

Wegweiser: Fakhria Najem (36)
Sieben Personen, sechs Jahre, zwei Zimmer – Fakhria Najem weiß, wie es sich anfühlt, als Flüchtling in Deutschland anzukommen. Als sie zwölf Jahre alt war, musste sie mit ihrer Familie Afghanistan verlassen, heute nennt sie Hamburg ihre Heimat. „Gerade in der Arbeitswelt fehlen oft Zeit und Muße, die Menschen an die neuen Gegebenheiten heranzuführen“, sagt Najem. Die Erwartungen auf beiden Seiten seien hoch: Die Geflüchteten wollten so schnell wie möglich unabhängig sein, arbeiten, sich eine Existenz aufbauen. Unternehmen scheuten jedoch oft den Zeit- und Kostenaufwand der Integration. Darum vermittelt Najem zwischen ihnen – als Unternehmensberaterin hat sie viele Kontakte zu Arbeitgebern. „Es braucht Brückenmenschen, die die zum Teil verhärteten Fronten aufbrechen“, sagt sie. Seit einem Jahr unterstützt sie mit ihrem Verein arbeitssuchende Flüchtlinge, erstellt mit ihnen Bewerbungsunterlagen, gibt ihnen Deutschunterricht, bürgt für sie bei Unternehmen und begleitet ihre ersten Schritte im Job. Das alles finanziert Najem bisher aus eigener Tasche. „Ich glaube, dass es sich langfristig für uns alle auszahlen wird“, meint sie.
bin-ev.hamburg