Greenpeace Magazin Ausgabe 2.99

Bakterien für Biobauern

Neue Pflanzenschutzverfahren versprechen bessere Ernten — ganz ohne Pestizide. Eine neue „Bio-Waffe“, um Getreide vor dem Befall von Schimmel und anderen Pilzen zu schützen, kommt aus Schweden. Entwikkelt wurde das bakteriologische Mittel von Agrarwissenschaftlern aus Uppsala, die in den Wurzeln der Krähenbeere das Bakterium „Pseudomonas chlororaphis“ fanden. In einer Lösung wird es auf Getreidesaatgut gesprüht. Es vermehrt sich, wenn die Saat im Boden keimt und bekämpft dann zahlreiche schädliche Pilze, die sonst die Ernteerträge bis zu 20 Prozent reduzieren. „Das Bakterien-Spray ist so wirksam wie chemische Fungizide“, sagt der Leiter des Entwicklungsteams, Berndt Gerhardson. Vor allem aber ist das Mittel völlig harmlos und in Schweden sogar für Biobauern zugelassen. Schon dieses Jahr könnte es in ganz Europa zum Einsatz kommen.