Greenpeace Magazin Ausgabe 1.97

Bedrohte Babys

Luftverschmutzung kann bereits Embryonen schwer schädigen.

Smog kann Babys schon im Mutterleib schädigen, haben Wissenschaftler aus Polen, Tschechien und den USA in einer Studie über die stark verschmutzten Regionen Osteuropas nachgewiesen. Mit kleineren Köpfen und Körpern als üblich kamen etwa polnische Babys zur Welt, deren Mütter während der Schwangerschaft die schlechte Luft in Industriegebieten atmen mußten. Anhand von Blutproben aus der Nabelschnur von 163 Neugeborenen untersuchten die Forscher, in welchem Ausmaß die Erbanlagen durch polyzyklische Aromaten in der Luft geschädigt waren. Diese Substanzen entstehen bei der Verbrennung von Erdöl, Kohle und Gas; sie können Mutationen hervorrufen und erhöhen so das Krebsrisiko. Obwohl die Luft westeuropäischer Städte weniger verschmutzt ist, könnten Neugeborene auch dort betroffen sein, befürchten die Wissenschaftler. Denn polyzyklische Aromaten, die weltweit gefunden werden, können selbst in geringsten Mengen eine krebserregende Wirkung bei Embryos haben. Deren Reparaturmechanismus für schadhafte Erbanlagen ist noch unterentwickelt.