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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.17

Berg und Tal

Spannend und entspannt: Die schönsten Bahnstrecken der Alpen

Die Höchste: Berninabahn
Verbindet Chur in Graubünden mit Tirano in der Lombardei / Schweiz–Italien
An extra hohen Panoramafenstern ziehen auf dieser Strecke erst Gletschereis und schließlich Palmen vorbei. Die höchste Bahnstrecke der Alpen klettert auf 2253 Höhenmeter, die Züge überwinden dabei Steigungen von bis zu sieben Prozent. Seit 2008 ist die berühmte Linie Teil des Unesco-Weltkulturerbes.
Augen auf: Bei Brusio windet sich die Bahn um 360 Grad in einem Kreisviadukt, um die große Steigung zu schaffen.
Fahrtzeit: 4 Stunden und 13 MInuten
Preis pro Strecke: ab 79 Schweizer Franken (69 Euro), Rhätische Bahn
rhb.ch

Die Erste: Semmeringbahn
Verbindet Gloggnitz in Niederösterreich mit Mürzzuschlag in der Steiermark / Österreich
Diese Strecke hat Geschichte geschrieben: 1854 wurde sie als erste Gebirgsbahn der Welt gebaut. Die feine Wiener Gesellschaft fuhr damals auf dieser Linie in die Sommerfrische der Berge. Auch die Semmeringbahn gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
Augen auf: 15.000 Menschen bauten sechs Jahre an den Gleisen, Brücken und steinernen Viadukten. Das beeindruckendste Werk ist das mächtige, zweigeschossige „Kalte-Rinne-Viadukt“.
Fahrtzeit: 57 Minuten, mit Umstieg in Payerbach-Reichenau
Preis pro Strecke: ab 9,30 Euro, Österreichische Bundesbahnen
oebb.at

Die Abwechslungsreiche: Mittenwaldbahn
Verbindet Garmisch-Partenkirchen mit Innsbruck / Deutschland–Österreich
Wer möchte, kann schon in München starten und die Strecke durchs Voralpenland genießen. Wer hoch hinaus will, kann in Garmisch einen Stopp einlegen und die Zahnradbahn auf die Zugspitze nehmen. Von Garmisch geht’s dann durchs Karwendelgebirge bis nach Innsbruck.
Augen auf: Auf der Höhe von Kranebitten bietet sich immer wieder ein unverstellter Blick auf die markante Martinswand, einen 600 Meter hohen Abbruch des Kleinen Wandkopfs.
Fahrtzeit: 2 Stunden und 51 Minuten
Preis pro Strecke: ab 34,30 Euro, Deutsche Bahn
bahn.de

Die Mediterrane: Croix-Haute-Bahn
Verbindet Grenoble mit Aspres-sur-Buëch in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur / Frankreich
Am Fuß der französischen Alpen schlängelt sich diese Linie durch Tunnel und über Viadukte. Bergig wird es, nachdem die Bahn den Pass „Col de la Croix-Haute“ überwunden hat. Auf der Strecke, die auch „Ligne des Alpes“ genannt wird, wechseln sich Sonnenblumen- und Lavendelfelder mit Tannenwäldern ab.
Augen auf: Grenoble ist traditionell die Stadt der Walnussbäume – Spezialitäten wie Nussbonbons, Nussquiche oder Brot mit Walnüssen können Sie als Proviant mitnehmen.
Fahrtzeit: 1 Stunde und 42 MInuten
Preis pro Strecke: ab 18,50 Euro, Société Nationale des Chemins de Fer Française
sncf.de

Die Nostalgische: Rittnerbahn
Verbindet Maria Himmelfahrt mit Klobenstein in Südtirol / Italien
Die Lokalbahn bei Bozen bietet seit 1907 auf knapp sieben Kilometern einen imposanten Ausblick auf die Dolomiten. Am einfachsten erreicht man die Bahnstrecke, indem man die Seilbahn von Bozen nach Oberbozen nimmt und dort in den Zug steigt.
Augen auf: Neben der Bahnlinie gibt es schöne Wanderwege, die einst Sigmund Freud gegangen sein soll. Zum Beispiel die 2,6 Kilometer lange „Fennpromenade“, ein Rundwanderweg mit Bergpanorama, der am Bahnhof Klobenstein beginnt.
Fahrtzeit: 18 Minuten
Preis pro Strecke: ab 3,50 Euro, Verkehrsverbund Südtirol
ritten.com/mobil

Entdecken

Mobil ohne Auto
Als „Perlen der Alpen“ haben sich bis jetzt 25 Gemeinden in sechs Alpenländern zusammengeschlossen, die durch ihr Mobilitätskonzept einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Grundprinzip: Das Auto bleibt zu Hause. Die Gäste sollen per Bus und Bahn anreisen. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist oft gratis, viele Orte stellen E-Autos und -Bikes zur Verfügung. Die größte Elektroflotte der „Perlen der Alpen“ hat Werfenweng im Salzburger Land. Komplett autofrei ist dagegen die Gemeinde Chamois: Der Ort im Aostatal ist nur per Seilbahn oder zu Fuß erreichbar und damit einzigartig in den italienischen Alpen.
alpine-pearls.com

Mehr als Rauf und runter
Man kann die Alpen herrlich auf eigene Faust erwandern, mit diesen Naturexkursionen können Sie jedoch noch mehr entdecken: „Per Pedes Bergferien“ organisiert in enger Zusammenarbeit mit der schweizerischen Naturschutzorganisation „Pro Natura“ Wander- und Trekkingtouren. Die Philosophie: mit Muße die Naturlandschaft, Architektur und kulinarischen Besonderheiten abseits der ausgetretenen Pfade entdecken.
perpedesbergferien.ch

Anwenden

Tausende Touren
Die App „Alpenvereinaktiv“ bietet Tourentipps und Karten für die deutschen, österreichischen und Südtiroler Alpen – von kinderwagengerecht bis hochalpin.

Von Hütte zu Hütte
Für alle, die nur sich selbst und kein zusätzliches Gepäck auf die Gipfel schleppen wollen: In der „Hüttenapp“ sind mehr als 800 Hütten und bewirtschaftete Almen in Österreich verzeichnet.

Mit dem Bergradl über die Alpen
Die App „MTB Transalp“ verrät die besten Mountainbike-Touren in den und über die Alpen.

Reinlesen

Spielerisch zum Gipfel: Nicht immer haben Kinder „Wanderlust“, zuweilen braucht man gute Argumente, um sie zu mobilisieren. Die Buchreihe „Bergfloh. Bergwandern mit Kindern“ beschreibt tolle Routen und Spiele für wanderende Familien.
Werner Hochrein, Remo Kundert: Bergfloh: Bergwandern mit Kindern, Band 1 bis 4. Rotpunktverlag ab 2009, 28 Euro

5 ausgewählte „Bergsteigerdörfer“, die beim nachhaltigen Alpentourismus neue Wege gehen

Das Höchste
Vent im Ötztal / Österreich
Das Dorf liegt inmitten der Ötztaler Alpen. Es ist mit 396 Quadratkilometern das größte alpine „Ruhegebiet“ in Tirol. Keine lärmenden Betriebe, ratternden Seilbahnen oder brummende Straßen. Nur Stille und Natur.
Besonders: Nahe der Fineilspitze wurde 1991 der „Ötzi“ geborgen. Heute liegt er im Archäologiemuseum in Bozen.
Hinkommen: Vom Bahnhof Ötztal mit dem Linienbus bis Zwieselstein, von dort mit dem Bus 8400 bis Vent.

Das Kleinste
Johnsbach im Gesäuse / Österreich
Das Johnsbachtal liegt im Nationalpark Gesäuse. Die Region gilt als „Hochschule des Bergsteigens“. Es gibt dort sehr viele Kletterrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, an denen sich sowohl Anfänger als auch Profikletterer versuchen können.
Besonders: Das Benediktinerstift Admont, das älteste Kloster der Steiermark, beherbergt in seiner Bibliothek 160.000 Bände sowie zahlreiche Handschriften.
Hinkommen: Das Mobilitätsprojekt Gseispur erleichtert die Anreise ohne Auto. Mit der Bahn bis Liezen oder Selzthal, danach mit der „GseispurCard“ Shuttle oder Taxi buchen.

Das Schönste
Das Große Walsertal / Österreich
Weitgehend unberührt vom touristischen Treiben liegen sechs Ortschaften in einem Tal in Vorarlberg. Das Große Walsertal, mit 192 Quadratkilometern eigentlich eher klein, ist Unesco-Biosphärenpark, Klima- und Energie-Modellregion und wurde mit zahlreichen Umweltpreisen prämiert.
Besonders: Beim Umweltbildungsangebot „Abenteuer Biosphärenpark“ erkunden Kinder und Jugendliche drei bis fünf Tage lang begleitet den Biosphärenpark, um Kultur und Tradition
kennenzulernen und die Natur zu erforschen.
Hinkommen: Mit der Bahn bis Bludenz, Nenzing oder Ludesch. Von dort mit dem Bus 76 bis Thüringen/Gemeindeamt und je nach Zielort in die Busse 77 oder 78 umsteigen.

Das Gipfelreichste
St. Jodok; Schmirn- und Valsertal / Österreich
Der Ort St. Jodok liegt am Eingang des Schmirn- und des Valsertals, in denen Blumen- und Alpentierfreunde besonders auf ihre Kosten kommen. Entdecken Sie den seltenen und artenreichen Grauerlenwald der Täler: Rund 420 Pflanzen- und Tierarten leben hier, etwa der seltene Alpenbock.
Besonders: Alle Stromleitungen im Tal verlaufen unterirdisch - das Panorama wird nicht durch Masten und Leitungen gestört. Gut für Fotografen und Romantiker.
Hinkommen: Vom Bahnhof St. Jodok fahren Busse in beide Täler.

Das Wegweisende
Ramsau / Deutschland
Das bisher einzige deutsche Bergsteigerdorf liegt am Fuß des 2713 Meter hohen Watzmanns in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Ungewöhnlich ist das Geotop „Zauberwald“: Vor etwa 4000 Jahren entstand hier durch einen Bergsturz ein urwüchsiger Bergwald, der mit zwischen den Bäumen verstreuten Felsen beinahe magisch anmutet.
Besonders: Am Eingang des Hochtals zwischen Watzmann und Hochkalter liegt die Wimbachklamm. Brücken und Stege führen Wanderer an den steilen Felsen entlang durch die enge Schlucht.
Hinkommen: Von Berchtesgaden mit dem Bus 846. Viele Hotels bieten einen Abholservice.