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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.18

Der Anwalt pro bono

Wegweiser: Peter Braun hilft, wo nur Anwälte helfen können: Er vermittelt kostenlose Mandate für gemeinnützige Vereine
Sie wollen die Umwelt schützen und werden von einem Konzern verklagt – wenn Initiativen vor Gericht landen, kann es schnell brenzlig werden. Denn Anwälte sind teuer und die Budgets oft überschaubar. Da kann ein engagierter Jurist schon viel bewirken: „Pro Bono“, „Für das Gemeinwohl“, nennt man Mandate, bei denen Anwälte kostenlos helfen. In den USA vertritt fast jede größere Kanzlei solche Mandate. „In Deutschland fristen sie bislang allerdings ein Schattendasein“, sagt Peter Braun. „Das will ich ändern.“ Zusammen mit vierzig anderen Kanzleien und Anwälten hat er deshalb den Verein „Pro Bono Deutschland“ gegründet.

Mithilfe einer Onlineplattform vermitteln sie seit 2011 engagierte Kanzleien und Anwälte an Vereine oder Nichtregierungsorganisationen, drei Festangestellte kümmern sich mittlerweile darum. „Wir leisten Übersetzungsarbeit zwischen zwei Welten“, sagt Braun. „Denn NGOs und Juristen sprechen oft nicht dieselbe Sprache.“ Eigentlich berät er als Partner einer Anwaltskanzlei Kommunen und Länder bei öffentlichen Ausschreibungen, Zwölf-Stunden-Tage sind für ihn Alltag. Trotzdem arbeitet er zusätzlich noch umgerechnet einen Monat im Jahr für „Pro Bono“. „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagt er. „Und meiner Arbeit einen höheren Sinn geben.“ Der Berliner Flüchtlingsinitiative „Kiron University“ hat er geholfen, ihre Gründung auf rechtlich sichere Füße zu stellen. Für ein europäisches Projekt gegen Kinderehen hat er im Herbst ein Rechtsgutachten erstellt.

„Wir helfen Vereinen, damit sie ihre Arbeit gut machen können“, sagt Braun. Und fügt hinzu: Er könne seiner „Lieblingsinitiative“ natürlich auch einfach Geld geben. „Aber meine Zeit und Kompetenz sind kostbarer und effektiver als eine Spende.“  
pro-bono-deutschland.org