Jetzt abonnieren Magazinarchiv durchsuchen

Greenpeace Magazin Ausgabe 5.05

Die Opfer des Irakkriegs

Text: Wolfgang Hassenstein

Am 20. März 2003 griffen US-Truppen und Verbündete den Irak an, sechs Wochen später erklärte Präsident Bush die Hauptkampfhandlungen für beendet. Tausende Zivilisten starben während der Invasion, die Kofi Annan als „Bruch der Charta der Vereinten Nationen“ bezeichnete. Seitdem dreht sich im besetzten Irak eine blutige Spirale der Gewalt.

„We don’t do body counts“, hatte General Tommy Franks, US-Oberbefehlshaber im Irakkrieg, verkündet – man werde die Toten des Krieges nicht zählen. Wissenschaftler und unabhängige Gruppen versuchen jedoch, zumindest die Zahl der zivilen Kriegsopfer zu ermitteln. Eine Studie im Fachblatt „The Lancet“ kam 2004 durch Befragungen zum Ergebnis, dass 100.000 Iraker infolge von Krieg und Besatzung starben.

Die US-Organisation „Iraq Body Count“ wertet dagegen Medienberichte aus und hat nun eine Analyse der ersten beiden Kriegsjahre veröffentlicht: Danach starben bis März 2005 24.865 Zivilisten. Die Zahlen sind aufgrund der Methodik zwangsläufig lückenhaft und deshalb kleiner, dokumentieren aber besonders gut die Zunahme der alltäglichen Gewalt, die unter Saddam Hussein auf sehr niedrigem Niveau lag. Anschläge, Überfälle und eine ausufernde Kriminalität kosten inzwischen mehr als 800 Zivilisten monatlich das Leben.

Weil das US-Verteidigungsministerium auch zu eigenen Verlusten nur sporadisch Zahlen bekannt gibt, führt die Organisation „Iraq Coalition Casuality Count“ Buch über die gefallenen Soldaten der Koalitionstruppen. Es sind bereits mehr als 2000. Die ersten August-Wochen waren für die USA die verlustreichsten seit Monaten.
www.iraqbodycount.net
www.icasualties.org