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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Die Vielfalt stirbt, wer rettet die alten Pflanzensorten?

fragt Melanie Peschel aus Hamburg

Wegweiser: Christian Schrefel (57), Arche Noah, Schiltern

Im niederösterreichischen Schiltern sprießt ein erstaunlicher Garten: Neben tiefblauen Kartoffeln wachsen halbmondförmige Kipfler-Bohnen und das grasartige Urgetreide Einkorn. „Wenn wir sie nicht erhalten hätten, wären diese Pflanzensorten heute kaum noch zu finden“, sagt Christian Schrefel. Vor 25 Jahren gründete er mit Bauern, Gärtnern und Journalisten zusammen den Verein Arche Noah, um seltenes Saatgut in einem Archiv zu sichern. Schon damals schrumpfte die Vielfalt der Kulturpflanzen weltweit dramatisch, Gentechnik, Saatgut-Monopole und Kriege verschlimmerten die Entwicklung. „Was nicht gegessen wird, wird auf Dauer vergessen“, sagt er. „Deshalb begeistern wir hier die Leute für alte Sorten und für die Vielfalt der Natur.“ Im Garten des Vereins können Besucher die fast vergessenen Früchte entdecken, Pflänzchen kaufen und lernen, wie man aus ihnen Saatgut gewinnt. Schrefel hat inzwischen Gießkanne gegen Laptop eingetauscht, er setzt sich auch als kommunaler Grünen-Politiker für die Ackervielfalt ein: „Wir sind zu einer Bewegung geworden.“
arche-noah.at