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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.05

Dreckschleuder Herd

In vielen Entwicklungsländern verschmutzen Kochfeuer und Herde die Atmosphäre mehr als Kraftwerke oder Waldbrände, errechneten indische Wissenschaftler. Bei der unvollständigen Verbrennung von Holz, Dung oder anderer Biomasse entstehen große Mengen von Ruß, der die Atmosphäre aufheizt und Millionen von Menschen vorzeitig an Atemwegserkrankungen sterben lässt. Die Forscher vom Indian Institute of Technology sehen daher in verbesserter Kochtechnik eine wichtige und bislang vernachlässigte Klimaschutzmaßnahme. Dies bestätigt eine US-Studie, deren Autoren am Beispiel von Afrika südlich der Sahara kalkulierten, dass eine Umstellung von Holz auf Kerosin oder wenigstens auf Holzkohle das Klima enorm entlasten würde. Obwohl die Herstellung von Holzkohle kein umweltschonendes Verfahren ist, könnte ihr Einsatz die Treibhausgas-Emissionen um etwa zwei Drittel senken und bis 2030 drei Millionen vorzeitige Todesfälle vermeiden.