Greenpeace Magazin

Ausgabe 1.15

Editorial Ausgabe 1.15

Alle Menschen werden Brüder,

heißt es versöhnlich in der „Ode an die Freude“ in Beethovens grandioser Neunter Sinfonie.

Doch die aktuelle Weltlage sieht anders aus: Die Unordnung erscheint so groß und der Erdball mit so vielen Kriegen und Konflikten überzogen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und nie zuvor waren mehr Menschen auf der Flucht und suchten Schutz und Geborgenheit. Der Klimawandel trägt zur Verschärfung der Lage bei. 

Wir haben uns auf die Suche gemacht nach den Ursachen, nach Menschen, die für den Frieden einstanden, haben inmitten von Krieg und Verderben Projekte der Hoffnung entdeckt und den Beweis gefunden, dass nicht Rache, sondern Versöhnung inneren Frieden stiftet.

Nur Kommunikation vermag Konflikte zu überwinden, doch erneut senkt sich der eiserne Vorhang des Schweigens. Aus G8 wurde wieder G7, Russland wird ausgeschlossen, anstatt gerade jetzt mit Putin zu reden. Vom Westen enttäuschte Menschen suchen ihr Heil in extremistischen, vermeintlich religiösen Gruppierungen. Mit ihnen zu verhandeln ist schwierig, aber den Dialog zu suchen ist tausendmal besser, als zu schießen.

Es muss wieder ein Grundsatz in den Mittelpunkt rücken, der einst die Ostpolitik von Willy Brandt und Egon Bahr prägte: Frieden schließt man nicht mit seinen Freunden, sondern mit seinen Feinden.

Diese Ausgabe ist deshalb ein Plädoyer für den Frieden. Wir vereinen starke Stimmen und gute Gründe gegen Krieg und Gewalt, damit sich nicht fortsetzt, was jüngste Forschung belegt: Kriegstraumata  vererben sich auf Kinder und Enkel – unsere Autorin Svenja Beller schildert dies in ihrer Geschichte über ihren Großvater, der als Jugendlicher Flakhelfer im Zweiten Weltkrieg wurde.

Übrigens: Wir haben unsere Webseite ganz neu gestaltet, klicken Sie mal rein: greenpeace-magazin.de. Es erwarten Sie News, Reportagen, Essays und viele schöne Produkte aus unserem Warenhaus.

Sollten Sie Ihren Liebsten, Freunden oder Kollegen ein Abo des Greenpeace Magazins schenken wollen, würde sich unsere Redaktion freuen. Ich wünsche Ihnen entspannte und schöne Feiertage und ein glückliches, friedliches Jahr 2015.

Und bleiben Sie uns kritisch gewogen.

Jochen Schildt    Chefredakteur