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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.15

Editorial Ausgabe 2.15

Text: Jochen Schildt

Das neue Jahr fängt gut an:
Auf den Kanarischen Inseln erleben wir ein Happy End – die riskanten Ölbohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura sind eingestellt. Der spanische Ölkonzern Repsol begründet das mit der schlechten Qualität des Öls und der geringen Menge. Doch dürfte auch der massive Widerstand der kanarischen Bevölkerung eine wesentliche Rolle gespielt haben. Unsere Reporterin Svenja Beller berichtet.

Ums Öl geht es auch im Osten des Kongo: Bohrpläne der britischen Firma Soco bedrohen den malerischen Virunga-Nationalpark – dort leben die letzten Berggorillas. Der aus dem belgischen Königshaus stammende Prinz Emmanuel de Merode führt hier nicht nur einen lebensgefährlichen Kampf gegen die Ölsucher, sondern auch gegen Wilderer und mordende Banden, die den Osten des Riesenreiches Kongo und seinen Nationalpark heimsuchen.

Im April vergangenen Jahres feuerten Kriminelle auf sein Auto: Von Bauchschüssen getroffen, überlebte der schwerverletzte Prinz nur knapp. Sein Engagement für den Park und die Gorillas setzt er trotzdem unbeirrt fort. Die Reportage aus dem Ostkongo lesen Sie hier.

Außerdem blicken wir auf China, jenen Giganten, der inzwischen schon wegen seiner Einwohnerzahl von 1,4 Milliarden Menschen die meisten Treibhausgasemissionen zu verantworten hat. Doch nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit tut sich etwas im Reich der Mitte: Gepeinigt von immer dickerer Luft, die die Menschen in Ballungszentren wie Shanghai oder Peking zwingt, die Fenster geschlossen zu lassen und nur mit Mundschutz zur Arbeit zu gehen, will die chinesische Regierung den Sprung weg von Kohle und Öl hin zu sauberer Energie schaffen.

Wer das Klima schützen will, muss sich vom kapitalistischen Wirtschaftssystem verabschieden. Diese These vertritt die kanadische Umweltaktivistin und Journalistin Naomi Klein in ihrem neuen Buch „Die Entscheidung“. Im März wird es in deutscher Übersetzung erscheinen. Wir veröffentlichen vorab ein Kapitel, in dem sie einen radikalen Wandel unserer Art des Produzierens und Konsumierens fordert.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, bei der Lektüre des Greenpeace Magazins viele neue Erkenntnisse.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Schildt – Chefredakteur