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Ein belgischer Prinz, Gorillas, Guerillas & die Zukunft des Kongo

Greenpeace Magazin Ausgabe 2.15

Ein belgischer Prinz, Gorillas, Guerillas & die Zukunft des Kongo

Text: Nina Strochlic Fotos: Brent Stirton

Emmanuel de Merode kämpft gegen Rebellen und einen mächtigen Ölkonzern, um den Virunga-Nationalpark, dessen Tiere und Bewohner zu schützen. Seine Verbündeten? Prinz William und Leonardo DiCaprio. Doch seine Gegner werden sich möglicherweise als die Stärkeren erweisen

Am 15. April 2014 wirbelt Prinz Emmanuel de Merode mit seinem bulligen Landrover jede Menge Staub auf. Er lenkt ihn vorbei an den skelettartigen grauen Gebäuden der Provinzhauptstadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo auf die holprige Straße zum Virunga-Nationalpark, seinem Zuhause.

Es ist bereits kurz vor 16 Uhr, und er plant, den restlichen Tag im Hauptquartier des Parks zu verbringen, einer Siedlung aus alternden Kolonialbauten oben in den Bergen. Von dort aus kommandiert der 44-Jährige hunderte schwer bewaffnete Parkranger, wacht über eine Handvoll Dörfer und widmet sich seiner Mission, die größte Artenvielfalt auf dem afrikanischen Kontinent zu schützen. Er ist der einzige Ausländer, der im Kongo solch ein einflussreiches Amt innehat.

De Merode legt die neunzigminütige Strecke in die Stadt regelmäßig zurück und fährt, obwohl es als nicht sicher gilt, lieber ohne Begleitung, um seine Ranger nicht zu gefährden. Als Wächter über Afrikas ältesten und zugleich labilsten Nationalpark macht er sich keine Illusionen über die Risiken seiner Arbeit. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Kalaschnikow. Hinsichtlich Virungas Zukunft ist er zurzeit aber ausgesprochen optimistisch: Gerade erst hat er seine Pläne publik gemacht, den Park von einer Brutstätte für Korruption und Gewalt zum größten Hoffnungsträger für Stabilität im Kongo zu wandeln.

Auf halber Strecke zum Nationalpark lässt er das geschäftige Treiben von Goma und den umliegenden Dörfern hinter sich. Vor ihm erstreckt sich eine grüne Landschaft, ohne Verkehr, ohne Häuser: Mit wildem Gras bewachsene Hügel steigen in der Ferne zu Bergen an, verschleiert von vulkanischem Dunst. Der Blick scheint bis ins Herz von Virunga zu reichen, wo Elefanten auf üppigen Savannen Blätter von den Bäumen pflücken, Schimpansen durch den dichten Urwald jagen, Berggorillafamilien auf Bambushalmen herumkauen und lebhafte Fischerdörfer einen ruhigen See säumen. Hier ist der kurvige graue Asphalt unter seinen Reifen das Einzige, was die verlassene Wildnis stört. Doch dann lenkt de Merode seinen Wagen um eine Kurve und wird von drei bewaffneten Männern empfangen, die auf beiden Seiten der Straße auf ihn gewartet haben. (...)

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