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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.15

Energie von oben

Charlie Njonmou, 35
Das Dorf Mourdiah liegt im Nordwesten Malis, der Boden ist fruchtbar, die gut 5500 Einwohner leben von der Viehzucht. Doch nach Sonnenuntergang sitzen sie im Dunkeln, keine der Lehmhütten ist elektrifiziert. „Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Sonnenenergie“, sagt Charlie Njonmou vom Start-up Mobile Solarkraftwerke Afrika im hessischen Eschborn. Der aus Kamerun stammende Ingenieur will in Mourdiah eine dezentrale Energieversorgung mit Sonnenenergie etablieren – im Rest des Landes wird Strom meist durch teure Dieselgeneratoren erzeugt. Mourdiah ist das Pilotdorf: „Der Sonnenertrag ist hier dreimal höher als in Deutschland und Solarstrom über 20 Prozent günstiger als der Strom aus Generatoren.“ Statt auf Großprojekte setzt die Firma auf Flexi-bilität und Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Ihr mobiles Solarkraftwerk passt in einen Schiffscontainer und kann innerhalb von einer Stunde aufgebaut werden. Die Kunden kaufen den Strom per Guthaben übers Handy.
Fünf Wochen lang hat Njonmou die Infrastruktur aufgebaut, um den ersten rund 100 Haushalten Zugang zum Solarstrom zu ermöglichen. „Elektrizität ist das, was uns in Afrika fehlt“, sagt er.
solarcontainer.org