Guten Abend,

Frühlingsanfang! Den hatten wir uns anders vorgestellt, oder? Statt Wochenend‘ und Sonnenschein: Corona auf allen Kanälen. Wobei erfreulicherweise großer Bedarf an seriösen Informationen herrscht und Qualitätsmedien offenbar entsprechenden Zuspruch verzeichnen. Nicht selten wird diskutiert, ob und wie die derzeitigen Verhaltensänderungen den ökologischen Fußabdruck beeinflussen.

Was bringt das Social Distancing (könnte Wort des Jahres werden) fürs Klima?, fragt zum Beispiel die New York Times. Die Wissenschaftlerin Kimberly Nicholas von der Universität Lund in Schweden hat das 2018 schon einmal in einer Studie durchgespielt. Nicht fliegen und nicht mit dem Auto zur Arbeit pendeln, sondern von zu Hause arbeiten verkleinere den ökologischen Fußabdruck erheblich, sagt sie.

Im Homeoffice arbeiten, mehr heizen und Energie verbrauchen kann diesen Effekt allerdings zunichtemachen. Wobei es natürlich auch darauf ankommt, wie Heizenergie und Strom erzeugt werden. Wer Ökostrom bezieht, ist fein raus. Und dank frühlingshafter Außentemperaturen wird es auf der Nordhalbkugel auch drinnen langsam wärmer. Das hat weitere Vorteile: Wer keinen irrsinnig weiten Weg zur Arbeit hat, kann und sollte mit dem Rad fahren. Schützt Gesundheit (null Ansteckungsgefahr) und Klima. Die New Yorker Verkehrsbehörde verzeichnet auf den Brücken über den East River 50 Prozent mehr Radverkehr im Vergleich zum März 2019.

Ob im Restaurant oder zu Hause gegessen wird, ist weniger entscheidend als das, was auf den Tisch kommt. Dass pflanzliche Kost einen klaren Klimavorteil gegenüber Fleisch hat, vor allem Rindfleisch, dürfte sich wohl herumgesprochen haben. Jetzt also bitte die gehamsterten Nudeln, den Reis und die Dosenbohnen brav aufessen. Wozu auch sonst all das Klopapier? Auf HowMuchToiletPaper.com können Sie übrigens errechnen, wie lange Ihr Vorrat reicht. Dazu hat auch der niederländische Premierminister Rutte beim Besuch eines Supermarktes klare Worte gefunden

Während die Niederländer außer den Klopapier- auch die Cannabisvorräte aufstocken, decken sich die Franzosen mit Rotwein ein und die US-Amerikaner mit Waffen und Munition. Umfragen zufolge befürchten dort viele den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Noch mehr Todesfälle durch Schusswaffen könnten also ein Kollateralschaden der Pandemie sein.

Machen wir danach weiter wie gehabt, wird fehlendes Klopapier eines Tages unsere geringstes Problem sein. Werfen wir mal einen Blick in die Zukunft: Um etwa 50 Prozent könnte die Anbaufläche für Kaffee bis zum Jahr 2100 wegen der Klimakrise schrumpfen. Die Elfenbeinküste, die ein Drittel der globalen Kakaoernte erzeugt, kämpft mit zunehmender Wüstenbildung infolge der Klimakrise. Die wichtigste Export-Bananensorte Cavendish ist von Pilz- und anderem Schädlingsbefall bedroht. Oliven aus Italien? Die musste das vom Virus schwer gebeutelte Land schon 2019 wegen Ernteausfällen nach Extremwetter importieren. Für den französischen Bordeaux sieht es auch nicht gut aus. Leere im Einkaufskorb also. Die gute Nachricht: Handeln hilft. Die deutschen Emissionen sind 2019 gefallen, wenn auch weniger stark als der Aktienindex, und die Klimaziele für 2020 womöglich doch noch zu erreichen.

Aber werden die auferlegten Verhaltensänderungen denn von Dauer sein? Charles Duhigg, Autor des Buches „Die Macht der Gewohnheit“, hält es für durchaus möglich, dass es auch nach der Coronakrise mehr Videokonferenzen und Home-Office und weniger Dienstreisen geben wird. Eher unwahrscheinlich sei es hingegen, dass die Leute schwärmen: „Es war toll, nicht in Urlaub zu fahren. Und ich habe gemerkt, wie bereichernd es ist, mit meinen Kindern zu Hause zu bleiben!“

Bereichernd ist es jedoch, jeden Abend um 19 Uhr dem Pianisten Igor Levit zu lauschen, der Hausmusik macht und Beethoven spielt; via Twitter @igorpianist oder im Netz. Hier gibt es noch mehr kulturelle Online-Angebote. Oder Sie klatschen um 21 Uhr auf dem Balkon oder am offenen Fenster für alle, die den Laden am Laufen halten, wie es in immer mehr Städten geschieht. Und sollten irgendwo noch Zweifel bestehen, wie richtiges Händewaschen geht: Hier eine Anleitung, musikalisch untermalt von Brahms.

Frühling in Zeiten des Virus

Kerstin Eitner
Redakteurin

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