Greenpeace Magazin Ausgabe 3.03

Geheime Pflanzen aus der Schweiz

Die Industrie will genmanipulierten Weizen durchsetzen.

Unser Engagement in der Biotechnologie ist jederzeit von Offenheit und der Bereitschaft zur Informationsvermittlung geprägt“, verkündet der Schweizer Agrokonzern Syngenta auf seiner Website. Hehre Worte – in der Praxis jedoch offenbar bedeutungslos. So wollten die Schweizer beim thüringischen Friemar versuchsweise eine genmanipulierte Weizensorte mit Pilzresistenz anbauen – und verheimlichten wichtige Details. Weder machten sie bekannt, welches spezifische Gen dem Weizen künstlich eingesetzt wurde, noch welchem Organismus es entstammt. Greenpeace-Aktivisten konnten den Versuch allerdings verhindern: Sie säten Anfang April kurz vor dem geplanten Versuchsstart auf der Testfläche Bioweizen aus. Syngenta blies daraufhin den Freisetzungsversuch ab, „da die erforderliche Reinheit des Pflanzenbestandes nicht erreicht werden kann“. Weizen – die wichtigste Nahrungspflanze der Welt – ist derzeit im Visier der Gentechniker. In den USA will der Syngenta-Konkurrent Monsanto eine Genweizensorte einführen, die gegen das firmeneigene Herbizid Roundup resistent ist. Allerdings wurde auch dort die Markteinführung nach heftigen Protesten – nicht zuletzt von Bauern – verschoben.