Greenpeace Magazin

Gleiches Recht für alle

Als Zeuge wurde der Schimpanse Kiko nicht befragt, wie das Bild suggeriert. Aber um ihn und seine Würde ging es in einem Verfahren im Bundesstaat New York Ende 2013: Tierschützer hatten geklagt, weil er in einem Zoo „in einer ungerechtfertigten Gefangenschaft“ gehalten werde. Kiko würden aber Persönlichkeitsrechte zustehen, da er wie alle Menschenaffen so menschenähnlich sei. Die Richter lehnten das ab. Doch eine ähnliche Klage hatte nun vor einem argentinischen Gericht Erfolg: Dem Orang-Utan-Weibchen Sandra, das seit 20 Jahren in einem Zoo in Buenos Aires lebt, sprachen die Richter im Dezember 2014 Persönlichkeitsrechte zu. Deshalb soll Sandra ihren Lebensabend in einem Schutzgebiet in Brasilien verbringen dürfen. Weltweit hoffen Tierschützer, dass dieses Urteil wegweisend ist und die Unterbringung von Menschenaffen und anderen hoch entwickelten Tieren in Zoos, Zirkussen, Aquarien und Laboren in Zukunft vor Gericht angefochten werden kann.