Greenpeace Magazin Ausgabe 3.03

Good bye Sunshine?

Dem "Sunshine Projekt", das sich für die weltweite Ächtung von Biowaffen einsetzt, droht das Aus.

GPM: Ihnen geht das Geld aus — das Ende des Sunshine Project?
Jan van Aken: Wir erhalten Geld von einer Stiftung, aber nicht mehr lange. Wenn wir nicht rasch 30.000 Euro auftreiben, müssen wir dichtmachen. Dabei gibt es Arbeit genug: Newsletter, Medienanfragen, Recherchen oder Lobbyarbeit bei UN-Verhandlungen.
Sie haben gemeinsam mit dem Greenpeace Magazin enthüllt, dass ein Amerikaner der Anthrax-Attentäter in den USA war. Wer schaut Biowaffenforschern und Politikern künftig auf die Finger?
Unabhängige Informationen zum Thema Biowaffen sind absolut rar. Meist lenkt man uns mit Impfstoffen und Handschuhen als Schutz für Briefträger ab, dabei brauchen wir Schutz vor einem weltweiten biologischen Wettrüsten, weil die Amerikaner die Verhandlungen zur B-Waffen-Kontrolle in Genf platzen ließen.
Was machen Sie aktuell?
Ich bin gerade zum UN-Inspekteur ausgebildet worden. Daneben laufen Projekte gegen den Einsatz von nicht tödlichen Waffen wie Betäubungsgasen im Krieg, die das Völkerrecht verbietet. Und wir forschen, wie das weltweite Biowaffenverbot gesichert werden kann, wenn die USA Kontrollen in ihren Laboratorien verweigern.