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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.05

Grabsteine ohne Kinderarbeit

Demnächst soll es auch Grabsteine mit Gütesiegel geben: Das „Xertifix“-Zertifikat wird „Grabsteine ohne Kinderarbeit“ kennzeichnen. Kaum jemand weiß, dass inzwischen rund zwei Drittel der Grabmäler auf deutschen Friedhöfen aus Indien kommen: Die Importsteine sind trotz des langen Transportwegs im Vergleich zu heimischen Steinen konkurrenzlos billig. Oft aber sind es 12- bis 15-jährige Kinder, die schwere Presslufthämmer halten, um Löcher für Sprengarbeiten zu bohren. Teilweise schuften in den Exportsteinbrüchen im Süden Indiens sogar Kinder im Vorschulalter. Benjamin Pütter, Kinderrechtsexperte beim katholischen Hilfswerk Misereor, und eine Gruppe Freiburger Steinmetze haben diese Missstände in Indien aufgedeckt und das Siegel initiiert. Xertifix garantiert dem Käufer soziale Mindeststandards in den Steinbrüchen, die ein unabhängiges Kontrollsystem überprüft. Dazu gehören: keine Kinderarbeit, Arbeitsschutz-Vorschriften und Mindestlöhne. Ab November sollen „Xertifix“-Steine in ganz Deutschland zu beziehen sein – vorausgesetzt, die Steinmetze machen mit.
Infos unter www.xertifix.de