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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.05

Greenpeace-Aktivistin in Bulgarien bedroht

Albena Simeonova, Bulgariens bekannteste Atomkraftgegnerin, wird wegen ihres Engagements gegen den Neubau des AKW Belene massiv bedroht. Zwar fürchtet die 40-Jährige nicht mehr um ihr Leben, seit die Polizei ihr – freilich erst auf internationalen Druck hin – Personenschutz gewährt. Doch die Kreise, die zu Jahresbeginn Simeonovas Ermordung angekündigt hatten, erklären nun, dass sie die Greenpeacerin wirtschaftlich vernichten wollen. Die Polizei geht davon aus, dass hinter den Drohungen eine Firma steckt, die Ausrüstung und Sicherheitspersonal für Atomanlagen stellt und Verbindungen zum organisierten Verbrechen hat. Simeonova besitzt einen Öko-Bauernhof mit 70 Angestellten. Kürzlich sprangen Abnehmer ihrer Produkte ab; zugleich gab es Streit um Pachtverträge. Die Erpresser verlangen, dass Simeonova ihren Widerstand aufgibt und Bulgarien verlässt. Sie werde auf keinen Fall nachgeben, kündigte die Mutter eines sechsjährigen Sohnes an. Bereits Anfang der 90er Jahre verhinderte sie das erdbebengefährdete AKW Belene, dessen Pläne die Regierung jetzt wieder aus der Schublade geholt hat.