Greenpeace Magazin Ausgabe 1.97

Greens statt Grün

Baupläne gefährden Spaniens wichtigsten Nationalpark.

Ein Projekt des in Spanien lebenden deutschen Investors Alfonso von Hohenlohe bedroht den Nationalpark „Coto de Doñana“ in Südspanien. Unmittelbar neben dem Park, den die Unesco zum „Weltnaturerbe“ zählt, will der Prinz einen Golfplatz, zwei Luxushotels und 1200 Apartmenthäuser setzen. Der Wasserverbrauch für Touristen und Golfplatz könnte den Grundwasserspiegel absinken lassen, befürchtet ein Bündnis aus Umweltgruppen, Parteien und Wissenschaftlern. Vor allem die berühmten marismas, die nahrungsreichen Salzsümpfe, seien bedroht. Das Schwemmland des Guadalquivir bildet eines der größten Naturschutzgebiete Europas – ein Refugium für Schwarzstörche und Luchse, Kaiseradler, Gänsegeier und Ibisse. „Der größte Bauskandal Andalusiens“, schimpft Juan Clavero, Sprecher der regionalen Umweltorganisation CEPA. Das Terrain der Edel-Touristensiedlung war – zum Schutz des Nationalparks – ursprünglich für eine Bebauung blockiert. Die sozialistische Regierung der autonomen Region Andalusien hat dem Promi-Prinzen zuliebe die gewünschten Flächen aus dem Schutzplan genommen.