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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.16

Gut getarnt

Nicht immer ist für den Verbraucher klar erkennbar, welche Produkte Palmöl enthalten. Vor allem auf Verpackungen von Kosmetika, Shampoos oder Putzmitteln ist der Rohstoff aus dem Regenwald kaum auszumachen

Lebensmittel: Seit Ende 2014 darf nicht mehr nur ganz allgemein „Pflanzenfett“ oder „pflanzliche Öle“ auf der Verpackung stehen. Es muss auch die Pflanze angegeben sein, aus der das Öl gewonnen wurde. Vereinzelt können sich zwar noch Produkte im Handel befinden, die vor dem Stichtag hergestellt wurden. Für alle anderen gilt aber: „Palmöl“, „Palmkernöl“, „Palmfett“, oder „Palm“ muss
in der Zutatenliste auftauchen. Ausgenommen von dieser Kennzeichnungsvorschrift ist der Zusatzstoff Glyzerin. Dieser kann entweder aus tierischen Rohstoffen oder aus Kokos- oder Palmöl hergestellt worden sein.

Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel: Vor allem Palmkernöl fungiert als Grundstoff für Tenside, Emulgatoren, Stabilisatoren oder Ölkomponenten, wird aber auf der Verpackung nicht gesondert ausgewiesen. Bei folgenden Inhaltsstoffen dient das Öl als Rohstoff:

ELAEIS GUINEENSIS
Der lateinische Name für die Ölpalme steht für die Verwendung des puren Öls, etwa in Kosmetika. Es wirkt antioxidativ, hautglättend und rückfettend, kommt aber in dieser Form nur selten zum Einsatz.

CETEARYL /CETYL
Der Inhaltsstoff wird aus Palmitinsäure gewonnen, die aus Palmöl stammen kann. Cetearyl Alcohol stabilisiert etwa Salben und Cremes.

LAURYL / LAUROYL / LAURATE
Diese Tenside, die etwa in Zahnpasta oder Shampoo vorkommen, enthalten Laurinsäure, die aus Palmkernöl gewonnen wird.

PALM / PALMATE / PALMITATE
Steht einer dieser Begriffe auf der Verpackung, ist sicher Palmkernöl im Produkt – etwa als Ölkomponente in Gesichtskosmetik, die Haut vorm Austrocknen bewahrt.

STEARYL / STEARATE
Hier ist Stearinsäure enthalten. Diese kann aus Palmkernöl stammen. Glyceryl Stearate wird etwa häufig als Emulgator in Cremes verwendet.