Greenpeace Magazin Ausgabe 3.03

Hochfliegende Atompläne

Die US Air Force lässt ein unbemanntes Flugzeug mit Nuklearantrieb entwickeln. Stürzt die Drohne ab, verwandelt sie sich womöglich in eine „schmutzige Bombe“.

Weil sich ferngesteuerte Flugzeuge vom Typ „Global Hawk“ während der Kriege in Bosnien und Afghanistan als wirkungsvolle Waffen erwiesen haben, drängt die US Air Force nun auf eine nukleare Version der so genannten Drohnen. Mit einem Atom-antrieb könnten die unbemannten Flugobjekte nicht Stunden, sondern Monate in der Luft bleiben. Sie könnten dabei – bis zu 20 Kilometern hoch – Feindgebiet aus der Luft überwachen und jederzeit Bordwaffen auf Ziele am Boden abfeuern. Anders als Atom-U-Boote hätten die Nuklear-Drohnen keinen herkömmlichen Reaktor an Bord. Bei ihnen soll radioaktives Hafnium-178 unter Beschuss mit Röntgenstrahlung Energie freisetzen. Das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ spekuliert, eine Nuklear-Version des Global Hawk könnte sich bei einem Absturz in eine „schmutzige Bombe“ verwandeln. „Es würde einen nicht töten“, behauptet Christopher Hamilton vom Air Force Research Laboratory, einem Forschungsinstitut, dem das Pentagon kürzlich eine Milliarde Dollar für die Entwicklung des neuartigen Quantenreaktors zur Verfügung stellte. Dennoch sei eine abgestürzte Atomdrohne „wahrscheinlich etwas, von dem man sich fernhalte würde“, so Hamilton.