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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.15

Hoffnung pflanzen

Daniel Nguyen, 26
35 Grad, die feuchte Luft hängt in den Häuserschluchten New Orleans‘. Daniel Nguyen steht auf seinem subtropischen Acker und blickt stolz auf die kommende Ernte: Wasserspinat, Okraschoten, Ingwer, der vietnamesische Salat Jute. „40 Prozent der Menschen im Viertel sind Vietnamesen, sie bauen seit Ewigkeiten privat Gemüse an, das die Läden hier nicht führen“, sagt Nguyen. Das wurde seit 2005 immer wichtiger. Nach Hurrikan Katrina war die Versorgungslage lange Zeit angespannt, dann kam 2010 die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Die Fischerei vor Ort war davor fest in vietnamesischer Hand, danach standen die Menschen vor dem Nichts. „Wir mussten niemanden überzeugen, den urbanen Anbau auszuweiten“, sagt Nguyen. „Die Leute waren verzweifelt!“ Der damals erst 21-Jährige gründete die „Village de l’Est Green Growers Initiative“ und vernetzte die Farmer mit lokalen Märkten und Händlern. Ein Glücksfall für die Gemeinde. Die Gärten machten das Viertel nicht nur grüner, sondern verbreiteten Hoffnung. „Ich mag es, Pflanzen wachsen zu sehen – es gibt mir das Gefühl, dass wir immer wieder von Neuem beginnen können.“
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