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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Ich habe gehört, dass Biohühner aus konventionellen Brütereien kommen. Aber woher stammen Biokühe und -schweine?

Text: Wolfgang Hassenstein

fragt Sandra Labs aus Mönchengladbach

Laut EU-Öko-Verordnung müssen Biotiere auf Biohöfen geboren sein – und in der Regel ist das auch so. Inzwischen gibt es sogar genügend Bio-Brütereien, die Küken an Legehennenhalter liefern. Allerdings sind es meist Großbetriebe, die mit Bauernhofidylle nichts zu tun haben. Auch dort werden männliche Küken getötet – wer das ablehnt, muss nach Eiern Ausschau halten, bei denen die Aufzucht der „Bruderhähne“ garantiert ist. Bioschweine stammen von Bio-„Ferkelerzeugern“, Biokühe meist vom eigenen Hof. Spannender ist ein Blick auf die genetische Herkunft der Tiere: Die meisten Ökobauern halten die gleichen Hochleistungsrassen wie ihre konventionellen Kollegen, in Norddeutschland zum Beispiel Holstein-Kühe. Zwar verändern sie ihre Tiere züchterisch, sodass Kühe robuster werden oder Säue weniger Ferkel werfen. Biokühe geben also nicht nur wegen des Futters weniger Milch und bleiben länger gesund. Aber viele Probleme der Turbozucht bleiben. So setzen männliche Holstein-Kälber in der Mast kaum Fleisch an – egal ob bio oder nicht (siehe auch Frage 23).