greenpeace magazin 6.07

geht doch!

Nordrhein-Westfalen Gifte im Essen 

NRW geht als erstes Bundesland in die Offensive und stellt Pestizidsünder an den Pranger

 

Nur Nordrhein-Westfalen nennt die schwarzen Schafe unter den Supermärkten – und sorgt so vorbildlich für Transparenz bei Pestiziden in Obst und Gemüse. Mit dem „Pestizidreport“ legt das Verbraucherministerium in Düsseldorf alle landesweit durchgeführten Rückstandsuntersuchungen seit dem Jahr 2004 offen – und scheut auch nicht davor zurück, die jeweiligen Handelshäuser anzugeben. Von nun an können die Verbraucher unter www.munlv.nrw.de/verbraucherschutz/lebensmittel/pestizidreport/index.php genau nachlesen, wer gute und wer schlechte Waren verkauft – allein in der ersten Woche verzeichnete das Pestizidportal rund 50.000 Zugriffe. Das NRW-Umweltministerium freut sich über das große Interesse der Verbraucher: „Wir wollen Druck auf Importeure und Handelsketten machen, es mit den Eigenuntersuchungen sehr genau zu nehmen.“ Greenpeace begrüßt diesen lange geforderten Vorstoß und drängt darauf, dass alle anderen Bundesländer nachziehen.

Illustration: Christoph Niemann

 

Paris, Barcelona & Co. Leihräder erobern Metropolen

Geplagt von schlechter Luft und Staus, setzen europäische Metropolen im großen Stil auf das Zweirad. Ob in Kopenhagen, Wien, Zürich, Barcelona oder Paris – über die ganze Stadt verteilt finden sich Tausende von Leihrädern. Allein Paris stellt zunächst mehr als 10.000 Räder bereit, bis Jahresende sollen es doppelt so viele sein. Gegen eine Jahresgebühr von 29 Euro und einen kleinen Obulus kann man bei Bedarf an jeder Ecke zugreifen. Um die Pariser zum Umsteigen zu bewegen, ist die erste halbe Stunde kostenlos. Zurückgeben kann man das Rad an jeder beliebigen Station. Mit großem Erfolg startete auch das Selbstbedienungssystem in Barcelona: Binnen drei Monaten haben sich schon 80.000 Fahrradnutzer registrieren lassen. Laut einer Schätzung der Stadtverwaltung Lyon legt ein Leihrad etwa 10.000 Kilometer pro Jahr zurück und vermeidet so den Ausstoß von etwa 500 Kilogramm C02 pro Jahr. Call-a-bike ist auch in etlichen deutschen Städten zu finden, doch im großen Stil hat sich der Trend zum Leihrad bislang nicht durchsetzen können.

www.velib.paris.fr
www.zuerirollt.ch
www.visitcopenhagen.com
www.citybikewien.at

 

USA Eine Stadt speckt ab

Somerville sagt dem Übergewicht den Kampf an. In der Stadt in Massachusetts waren 2003, beim Start des Vorsorgeprogramms „Shape up“ (in Form bringen), 46 Prozent der Kinder übergewichtig. Die Bilanz nach acht Monaten: Die Kinder nahmen im Schnitt ein Pfund weniger zu als Altersgenossen in Nachbargemeinden. Denn viele radeln oder laufen zur Schule, lernen, wie man sich gesund ernährt, bekommen Obst statt Fastfood. Viele Res-taurants bieten fettarme und kleinere Portionen an, die Stadt legt Radwege und Zebrastreifen an und bietet ihren Bediensteten Gratisbesuche im Fitnessstudio.



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