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greenpeace magazin 6.07
Stromfresser InternetVerbrauch lässt sich halbieren
Der Stromverbrauch durch das Internet explodiert. Ob im Büro oder zu Hause, der Rechner ist angeschaltet und allzeit bereit zum „googeln“ oder „chatten“. Immerhin: Seinen PC kann man einfach ausschalten und so kräftig Energie sparen.
Doch hinter jeder Webpage steht mindestens auch ein Server – ein Großrechner, auf dem rund um die Uhr Daten zum Abruf bereitstehen. Allein die Suchmaschine „Google“ – bei der täglich etwa 280 Millionen Anfragen eingehen – läuft auf 450.000 Servern, schätzt Jonathan Koomey von den Lawrence Berkeley National Laboratories. Der Wissenschaftler hat jetzt den Stromverbrauch der Server weltweit überschlagen: 123 Milliarden Kilowattstunden waren es 2005. Nach anderen Schätzungen könnte der Verbrauch dieses Jahr bei 208 Milliarden Kilowattstunden liegen – das entspricht der Leistung von 23 Atomkraftwerken.
Der Grund für den Anstieg sind nicht nur die wachsende Nutzerzahl und der zunehmende Computereinsatz in der Arbeitswelt. Die Server müssen auch immer größere Datenmengen verarbeiten, weil die Webinhalte komplizierter und umfangreicher werden. Die bislang der Umweltsünden eher unverdächtige IT-Branche rückt so in die Kritik.
Die gute Nachricht: Die Einsparpotenziale sind enorm. Der Energieverbrauch der deutschen Server ließe sich durch effiziente Technologien – etwa durch eine bessere Kühlung der Server – binnen vier Jahren halbieren, ergab eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Jeder Betreiber kann zudem einfach auf Ökostrom umsteigen. Wer selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten will, wird auf www.atomstromfreies-internet.de fündig. Dort können sich Internetnutzer einen E-Mail-Account einrichten und ihre virtuelle Post garantiert atom- und kohlestromfrei in alle Welt verschicken. |
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