greenpeace magazin 3.99

Die NATO sieht weg!

Die NATO hat ihre Militärmaschinerie in Gang gesetzt, damit der serbische Präsident Milosevic die Unterdrückung der albanischen Minderheit im Kosovo beendet. Aus humanitären Gründen steht die NATO den von der serbischen Soldateska Verfolgten bei und will nicht länger wegsehen. Bei humanitären Katastrophen, da sind sich seit dem Völkermord in Bosnien die meisten Menschen einig, dürfen die westlichen Demokratien nicht tatenlos zuschauen. Mehr noch: Humanitäre Katastrophen müssen Organisationen wie die NATO bereits im Vorfeld verhindern.

 

Doch da steht es schlecht um Glaubwürdigkeit und Moral: Beim NATO-Mitglied Türkei etwa drücken die Bündnispartner seit langem beide Augen zu. Ähnlich wie in Jugoslawien die Kosovo-Albaner werden in der Türkei die Kurden mit Füßen getreten. Ganze Landstriche werden dem Erdboden gleichgemacht, gewählte Abgeordnete sitzen im Gefängnis, nur weil sie kulturelle Autonomie fordern. Die Machthaber in Belgrad und Ankara handeln ähnlich.

 

Zu den Verbrechen türkischer Militärs gegen die kurdische Bevölkerung aber schweigt das Militärbündnis.

 

Wer so deutlich mit zweierlei Maß mißt wie die NATO, verliert an Glaubwürdigkeit.

 

Je klarer die NATO im eigenen Hause ihre Werte durchsetzt, um so stärker ist ihre Position gegenüber menschenverachtenden Diktatoren vom Schlage Milosevics. Das würde den Albanern im Kosovo helfen. Und all jenen Völkern und Minderheiten, die demokratisch und gewaltfrei für Selbstbestimmung eintreten.



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