greenpeace magazin 1.99

Panorama

Greenpeace in aller Welt

Weltweit setzt sich Greenpeace für die Umwelt ein. 30 Länderbüros gibt es rund um den Globus. Hier berichten wir über einige Aktionen, die im Oktober und November 1998 stattfanden.

 

AMERIKA

 

Atommüllager

Texas, 23.10. Erfolg für Umweltschützer: Das US-Atommüllendlager in Sierra Blanca an der Grenze zu Mexiko wird aus Sicherheitsgründen doch nicht eingerichtet, entscheidet die Umweltbehörde des Staates Texas. Seit Jahren hatte Greenpeace gegen den Plan gekämpft, radioaktiven Abfall ausgerechnet in einer Erdbebengegend abzulagern.

 

Salzmine

Mexiko, 11.11. Gemeinsam mit 25 anderen Organisationen protestiert Greenpeace beim mexikanischen Präsidenten Zedillo gegen den geplanten Bau einer Salzmine auf der Halbinsel Baja California. Das dortige Naturreservat — unter anderem leben vor der Halbinsel Grauwale — wäre durch die Minenabwässer gefährdet.

 

Urwaldholz

Los Angeles, 23.10. 200 Polizisten beenden im Hafen von Long Beach eine dreitägige Aktion von Greenpeacern gegen den Frachter „Thorseggen“ (Foto unten). Kletterer hatten sich an den Entladekran gekettet, Schwimmer das Schiff an der Weiterfahrt gehindert. Der aus Vancouver kommende Frachter hat 8000 Tonnen Papier an Bord, das zum Teil aus kanadischem Urwaldholz hergestellt worden ist. Konzerne wie Interfor schlagen seit Jahren das letzte große nördliche Regenwaldgebiet an Kanadas Westküste kahl; aus den Holzspänen der uralten Bäume werden später unter anderem Telefonbücher und Zeitungen.

 

Windkraft

Buenos Aires, 2.11. Stadtbildverschönerung: Mit fünf Windrädern im Zentrum der argentinischen Haupstadt fordert Greenpeace zum Start des internationalen Klimagipfels den Ausbau der Windenergie. Gleichzeitig schmücken Aktivisten einen 70 Meter hohen Obelisken, das Wahrzeichen der Stadt, mit einem riesigen Transparent zum Klimaschutz.

 

 

ASIEN

 

Walfang

Shimonoseki, 6.11. Schulkinder müssen zur Jubelfeier antreten und Fähnchen schwenken (Foto oben), als die japanische Walfangflotte zur mehrmonatigen Fahrt Richtung Antarktis ausläuft. Allen internationalen Protesten zum Trotz und entgegen dem Verbot der Internationalen Walfang-Kommission IWC sollen die Schiffe im Walschutzgebiet im Südpolarmeer Minkewale jagen — angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken. Ende November startet Greenpeace weltweit eine Unterschriftenkampagne, mit der wirksame Schutzmaßnahmen für die Meeressäuger erreicht und die Wilderei der Japaner endlich beendet werden sollen.

 

Ölbohrinsel

Sachalin, 24.10. Im Ochotskischen Meer vor der Insel Sachalin will Rußland jetzt auch offshore nach Öl bohren. „No new oil“ heißt die Parole von sechs Greenpeacern im Schlauchboot, die ihren Protest unmittelbar vor der ersten russischen Ölplattform kundtun. Einem Demonstranten gelingt es, die Wand der Anlage zu erklimmen (Foto Mitte).

 

Spielzeug

Hongkong, 28.10. Als „Toxic Toy Terminators“ verkleidete Aktionisten in orangenen Overalls inspizieren eine Filiale des US-Spielwarenkonzerns Toys’R’Us. Sie werden fündig: Der Multi, der in vielen anderen Ländern nach Greenpeace-Aktionen sein Sortiment bereits entgiftet hat, verkauft hier nach wie vor für Kleinkinder schädliches Spielzeug aus Weich-PVC. Mitte November gibt die Konzernleitung bekannt, daß ab sofort und weltweit sämtliche Weich-PVC-Produkte aus den Regalen genommen werden.

 

 

EUROPA

 

Stromwechsel

Neuss, 26.10. Sechs Meter hoch und zwei Tonnen schwer ist der Dinosaurier aus Schrott, den Greenpeacer auf dem Marktplatz der rheinischen Stadt aufgestellt haben: ein Symbol für die überholte Energieversorgung aus Atom und Braunkohle. Die Umweltschützer werben bei den Bürgern für die „Aktion Stromwechsel“, deren Ziel die Versorgung der Verbraucher mit „sauberem“ Strom ist. Eine Woche lang tourt das Ungetüm durch das rheinische Braunkohlerevier.

 

Klimagipfel

Piz Buin, 8.11. Protest-Camp mit Aussicht: Sechs Greenpeacer besteigen den 3312 Meter hohen Piz Buin im österreichisch-schweizerischen Silvretta-Massiv, um angesichts der zähen Verhandlungen beim Klimagipfel in Buenos Aires auf die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen aufmerksam zu machen. Die dortigen Gletscher haben in den vergangenen 150 Jahren die Hälfte ihrer Masse verloren. Sechs Tage lang harren die Bergsteiger in ihrem kalten Lager aus.

 

Luftbelastung

La Hague, 9.11. Der Luftraum über der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ist massiv radioaktiv verseucht. Die von belgischen Forschern im Auftrag von Greenpeace mit Hilfe eines riesigen Lenkdrachens genommenen Proben weisen mehr als 90.000 Becquerel pro Kubikmeter Luft an Krypton-85 auf — weltweiter Durchschnitt sind ein bis zwei Becquerel. Modellrechnungen zeigen, daß sich die radioaktiven Gase in kürzester Zeit ausbreiten, aufgrund der üblichen Windrichtungen vor allem nach England, Deutschland und in die Benelux-Staaten.



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