greenpeace magazin 5.97

Panorama

Greenpeace in aller Welt

London, 25.6.97

Bären gegen Kahlschlag

Ein sieben Meter großer Grizzly und 20 kleinere Bären demonstrieren vor der kanadischen Botschaft für den Schutz des „Great Bear“-Regenwaldes im westkanadischen British Columbia. Mit der Aktion protestiert Greenpeace gegen Premier Jean Chretien, der in Kanada riesige Urwaldflächen zum Kahlschlag freigibt. Die Hälfte der artenreichen nordischen Regenwälder ist bereits zerstört. „Wenn nicht mal eins der reichsten Länder seine Wälder schützt“, so Waldcampaigner Tim Birch, „was sollen wir dann vom Rest der Welt erwarten?“

 

 

Rockall, Nordostatlantik, 27.7.97

Protest in der Brandung

Greenpeacer holen die Flaggen von Großbritannien, Dänemark, Island und Irland ein und hissen die Fahne von Waveland auf dem Rockall-Felsen. Nach 48 Tagen Protest gegen die Erschliessung neuer Ölfelder räumen die Aktivisten das Eiland im Nordostatlantik. Mit Schlauchbooten hatte ein anderes Team in den letzten Wochen Untersuchungsschiffe behindert, die seismisch die Lage und Größe von Öl- und Gasfeldern erkunden. Die britische Regierung erklärt derweil, daß sie die UN-Seerechtskonvention unterzeichnen werde, wodurch sie auf den größten Teil des von ihr beanspruchten Gebietes westlich des Rockall verzichten müßte. Ein weiterer Greenpeace-Erfolg ist, daß der oberste britische Gerichtshof die Klage der Organisation gegen die Regierung zuließ, weil diese Ölförderprojekte genehmigte, ohne sie auf Umweltverträglichkeit nach den EU-Richtlinien prüfen zu lassen.

 

 

Sydney, 25.6.97

Giftmüllfund neben Olympiagelände

Die olympischen Spiele 2000 in Sydney sollen als die „grünen Spiele“ in die Geschichte eingehen. Doch vor-her muß noch gründlich aufgeräumt werden. Greenpeace-Aktivisten finden am Ufer der Homebush Bay – in der Nähe des Olympia-Geländes – mehr als 50 rostende Fässer, gefüllt mit dioxinverseuchtem Abfall. Daß die Fässer bereits undicht sind, beweisen erste Fisch-Proben. Die Dioxin-Mengen liegen um das zehn- bis 15fache über den zulässigen Werten. Von 1957 bis 1978 produzierte das Chemieunternehmen „Union Carbide“ an der Bucht das dioxinhaltige Entlaubungsmittel „Agent Orange“. Greenpeace-Australien überwacht mit anderen Gruppen die Einhaltung der ökologischen Richtlinien für die Spiele. „Noch haben die grünen Spiele einen braunen Fleck“, kommentiert Greenpeacer Michael Bland.

 

 

Bering-Gletscher, Alaska, 28.7.97

Eisriesen schmelzen ab

Mächtig, scheinbar unanfechtbar ruht der Eiskoloß im Wasser. Doch der Bering-Gletscher zeigt deutliche Spuren des Klimawandels: Er schmilzt nämlich. In den letzten hundert Jahren ist er zehn bis zwölf Kilometer kürzer geworden. Anfang der 90er Jahre hat er sich sogar jährlich um einen Kilometer zurückgezogen. Während ihrer zweimonatigen Arktis-Expedition mit der MV Arctic Sunrise zählen Greenpeace-Campaigner tausende von Eisbergen, die vom Gletscher abgebrochen sind und im Schmelzwasser-See an dessen Basis treiben. Das Schrumpfen des Bering-Gletschers ist nur ein Beispiel für den weltweit beobachteten Rückgang des Eises, der laut Wissenschaftlern eine erste Auswirkung des Treibhauseffekts sein könnte. Diese Beobachtungen stützen die Aussage des führenden Klimaforschergremiums IPCC, daß die Menschheit in diesem Jahrhundert einen schnelleren Anstieg der globalen Temperatur erlebt als jemals in den letzten 10.000 Jahren.





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