greenpeace magazin 5.97

Nationalpark in Gefahr

Die Mittelelbe wird 1998 Nationalpark – sofern der niedersächsische Ministerpräsident nicht unter dem Druck lokaler Interessengruppen einknickt.

Zwischen Sassendorf im Kreis Lüneburg und Schnackenburg (Lüchow-Dannenberg) windet sich die Elbe durch eine außergewöhnlich schöne und vielfältige Flußlandschaft. Sanddünen verlieren sich in Feuchtwiesen, Kiefernhaine wechseln ab mit Auwäldern. Fischotter und Biber, Kranich und Wachtelkönig sind hier heimisch. Insgesamt wurden am Strom 250 gefährdete Pflanzen- sowie 150 Vogelarten gezählt. Nicht zuletzt auf Druck tausender Leser des Greenpeace-Magazins, die 1991 an das niedersächsische Umweltministerium schrieben, plante das Land den Nationalpark Elbtalaue – als Teil eines Biosphären-Reservats, das sich entlang der Elbe von Sachsen bis Schleswig-Holstein erstrecken soll. Die notwendigen Verordnungen liegen in Hannover auf dem Tisch, doch vor Ort hat sich der Widerstand einzelner Interessengruppen formiert. Vor allem Bauern, Jäger und Angler fürchten Einschränkungen und halten die Schutzmaßnahmen für überflüssig, wie die Vize-Chefin des „Vereins zum Schutze der Kulturlandschaft und des Eigentums“, Heidrun Busse, erklärt. Sie setzt auf einen Sinneswandel bei Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD), der das Elbe-Schutzgebiet mit anschob, inzwischen aber sagte, er wolle „den Nationalpark nicht gegen die Menschen durchsetzen“. Der Hamburger Zoologe Horst Wilkens befürchtet, daß „nun ein einzigartiges, eminent wichtiges Naturschutzprojekt politisch-taktischen Überlegungen geopfert wird“.

 

Wer sich für den Nationalpark Elbaue einsetzen möchte, schreibt an Ministerpräsident Schröder:

 

Staatskanzlei,

Postfach 223,

30002 Hannover





greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de