greenpeace magazin 5.97

Natürlich shoppen

1998 öffnet Deutschlands erstes Öko-Kaufhaus. Weitere folgen.

Während der Einzelhandel in der Krise steckt, vermelden Naturkost- und Naturwarenläden Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent jährlich. Der Boom zeige das Marktpotential, sollte die Öko-Branche aber nicht in Sicherheit wiegen, warnt Frank Wassow vom „Ökologischen Zentrum“ Köln: Vor allem im „Non-Food-Bereich“ müßten Kunden weite Wege in Kauf nehmen, um an alternative Ware zu kommen. „Auf Dauer will aber niemand für einen Eimer umweltfreundliche Farbe 30 Kilometer fahren.“ Für Wassow liegt deshalb nichts näher als ein Öko-Kaufhaus. Das erste deutsche öffnet im September 1998 in Bietigheim-Bissingen nahe Stuttgart. Die Rommelmühle, eine frühere Getreidemühle, bietet auf 6500 Quadratmetern praktisch das gesamte Sortiment eines herkömm-lichen Einkaufscenters, inklusive Supermarkt, Baumarkt und Bekleidung. Das Angebot werde nach ökologischen Kriterien ausgewählt, versichert die Betreiber-Gruppe „Archi Nova“. Sie erhofft sich glänzende Geschäfte: 190.000 Kunden sollen, bedient von 120 Verkäufern, jährlich 14 Millionen Mark Umsatz bringen. Das Kölner Ökologische Zentrum, an dem Frank Wassow beteiligt ist, will am 1. Januar 2000 eröffnen – nach derzeitiger Planung in bester Lage direkt am Rhein. Laut der Wuppertaler Beraterfirma „CAF“ sind auch in Krefeld und an einem zweiten Kölner Standort Öko-Kaufhäuser geplant.





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