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Formel Grün

Heinz-Harald Frentzen ist schuld an der Klimakatastrophe. Er würgt seinen Williams entweder beim Start ab oder fällt im Rennen aus. Wenn der Formel-1-Fahrer ausnahmsweise mal ankommt, ist er zu langsam gefahren und kriegt kaum WM-Punkte. Ralf und Michael Schumacher geben sich alle Mühe, aber zwei erfolgreiche deutsche Rennfahrer sind einfach zu wenig, um den Treibhauseffekt in den Griff zu bekommen. Dabei weist der Welt-Automobilverband FIA den richtigen Weg. Im Süden Mexikos ließ er ein paar Indios zur Schippe greifen und einen Wald pflanzen. Mit exakt so vielen Bäumen, wie nötig sind, die Menge des Treibhausgases CO2 zu binden, die der Grand-Prix-Zirkus in die Atmosphäre bläst. „Die Formel 1“, verkündet nun die FIA, „ist CO2-neutral!“ Ein paar Bäumchen mehr noch, und wir könnten autofahrend das Klima retten – dafür kämpft die FIA mit aller Kraft. Alle Autofahrer, lautet das Kalkül, sollen der Formel 1 nacheifern und ebenfalls Bäume pflanzen. Diese Botschaft würden die Rennfahrer dank ihrer Berühmtheit mit Vollgas unter die Leute bringen. Leider gibt es zu wenig populäre Fahrer. Niemand nimmt sich eine PS-Blindschleiche wie Frentzen zum Vorbild. Gäbe es dagegen mehr Schumis, würden wir noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.



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