greenpeace magazin 5.97

Giftige Handarbeiten

Orientteppiche sind häufig mit dem Insektizid DDT belastet.

Wenn Patienten über unerklärliche Kreislaufprobleme und Schmerzsensibilität klagen, schalten Ärzte gerne die „Umweltambulanz Deutschland“ ein. Das Lübecker Institut untersucht die Wohn- und Arbeitsräume und findet die Ursache der Beschwerden oft im Teppich – vor allem in handgeknüpften Orientteppichen. „Bei 1000 Staubanalysen wurde in 250 Fällen DDT nachgewiesen“, bilanziert Klaus Peter Böge von der Umweltambulanz. In Deutschland ist das Gift seit 1974 verboten, in vielen Entwicklungsländern wird es weiter als Insektizid eingesetzt. Teppichhersteller schützen mit DDT ihre Ware vor Motten. In 80 Prozent der Fälle, in denen Böge das Gift fand, lag der über einem Milligramm pro Kilo – ein Wert, der als gerade noch akzeptabel gilt. Aber nicht nur Orientware, auch deutsche Teppiche werden mit Insektizid behandelt: mit „Permethrin“, das Böge ebenfalls als bedenklich einstuft. Er empfiehlt, es sich beim Kauf schriftlich geben zu lassen, daß der neue Teppich pro Kilogramm nicht mehr als ein Milligramm Biozid enthält. Das sei zwar keine Garantie für einen giftfreien Teppich. Doch sichere sich der Käufer so zumindest seinen Schadensersatzanspruch.



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