greenpeace magazin 5.97

Dioxin als Dünger

US-Firmen verteilen Giftmüll auf landwirtschaftlichen Anbauflächen – ganz legal.

Die Farmer der Kleinstadt Quincy im US-Bundesstaat Washington wunderten sich über schlech-te Ernten und kranke Kühe – bis sie die Ursache in ihren Düngemittel-Tanks entdeckten: Analysen wiesen Cadmium, Blei, Arsen, Dioxin und radioaktive Substanzen in hohen Konzentrationen nach. Die „Seattle Times“ fand heraus, daß US-amerikanische Düngerfabrikanten ihre Produkte mit Giftmüll mischen – was unabsehbare Umwelt- und Gesundheitsfolgen hat, aber aufgrund einer Gesetzeslücke völlig legal ist. Sie verdienen daran gleich doppelt, weil sie sowohl von den Farmern für den Dünger kassieren, als auch von den Fabriken, die so ihren Sondermüll loswerden. Für diese Firmen ist das immer noch billiger als eine ordnungsgemäße Entsorgung. Quincy ist kein Einzelfall. Die Seattle Times enthüllte ähnliche Skandale in den gesamten USA. Erst in einem Fall reagierte die US-Gesundheitsbehörde und verbot den Verkauf von dioxinverseuchtem Hühnerfutter. In Deutschland ist das Entsorgen von Giftmüll als Dünger laut Landwirtschaftsministerium legal nicht möglich. Die Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Substanzen seien dieses Frühjahr erneut verschärft worden.



greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de