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Mit Abos Minen räumen
Eine Zehn-Zeilen-Meldung erschüttert die Redaktion des Greenpeace Magazins: Drei Kinder in Sarajevo von einer Mine getötet, steht da. Es ist der 11. April 2000. Fünf Jahre nach Kriegsende müssen noch immer Unschuldige sterben.
Kurze Zeit später ist die Redakteurin Andrea Hösch auf dem Weg in die bosnische Hauptstadt, die noch immer von Krieg und Belagerung gezeichnet ist.
Sie begegnet den Eltern der verunglückten Kinder und trauert mit ihnen. Sie begutachtet den Unfallort am „Fetten Berg“ und stellt fest, dass nirgendwo ein Minenwarnschild zu sehen ist. Sie geht auf den Friedhof und überlegt, wie das Greenpeace Magazin helfen könnte, damit nicht noch mehr Kinder aus dem Leben gerissen werden.
„Wir müssen die Minen räumen“ ist die einhellige Meinung der Redaktion. Aber wie? Die rettende Idee: Minenräumen als Abo-Prämie anzubieten. Für jedes neue und Geschenkabo können unsere Leser sechs Quadratmeter eines Minenfeldes in Bosnien räumen lassen.
Die Resonanz ist umwerfend. Sofort wird Minenräumen zur meist gefragten Abo-Prämie – und ist es bis heute geblieben. Also macht sich das Greenpeace Magazin auf die Suche nach Minenräumorganisationen und weiteren Geldgebern. Der deutschen Hilfsorganisation „Help“, die damals in Bosnien Minen räumte, garantieren wir eine Summe von 20.000 Euro. Und als das Auswärtige Amt – wie seither jedes Jahr – eine sechsstellige Summe dazugibt, können die Minenräumteams anrücken. Im August 2003 ist der Fette Berg minenfrei.
Und wir machen weiter, denn auch in den Folgejahren bleiben unsere Leser am Ball: Jede Abo-Prämie ist mit sieben Euro veranschlagt, pro Jahr kommen so rund 20.000 Euro zusammen. In Absprache mit den für Minen zuständigen bosnischen Behörden und den „Deutschen Minenräumern“ (Demira) nehmen wir fast jedes Jahr ein neues Projekt in Angriff. Und immer ist Andrea Hösch in Begleitung eines Fotografen vor Ort, interviewt Schulkinder und Lehrer, spricht mit Minenopfern, feiert mit ganzen Dörfern, dass die Gefahr endlich gebannt ist – und berichtet regelmäßig im Greenpeace Magazin.
Die Bilanz nach zehn Jahren kann sich sehen lassen: Dank des Engagements unserer Leser haben wir mehr als 120.000 Euro für unsere Minenräumaktionen in Bosnien gesammelt. Damit konnten wir bisher fast 600.000 Quadratmeter räumen lassen. Die Projekte im Einzelnen:
PROJEKT 5: 2010 Schule in Trstenci: 140.500 Quadratmeter, 20.000 Euro (GPM-Anteil) Das Minenfeld zwischen Schule und Sava, dem Grenzfluss zu Kroatien, ist geräumt. Im Team der Minenräumer arbeiten zwei Männer aus Trstenci, die in jungen Jahren befreundet waren und im Krieg gegeneinander gekämpft haben.
PROJEKT 6 UND 7: 2011 Minenfelder in Pecigrad und Milosevac: 7.500 Quadratmeter, 20.000 Euro (GPM-Anteil)
Denis Kovacevic war gerade mal 14 Jahre alt, als ihm eine Mine den rechten Fuß wegriss. Doch inzwischen steht der Mann aus der bosnischen Stadt Cazin wieder mit beiden Beinen im Leben. Als Orthopädiemechaniker hilft er heute Invaliden und Minenopfern. Doch noch heute setzt Denis keinen Schritt in unbekanntes Gelände. Selbst in der Nähe seiner Heimatstadt gibt es noch immer Minenfelder. Eines davon, das Gelände unterhalb der Moschee in Pecigrad, haben wir mit Hilfe unserer Abonennten in diesem Jahr räumen lassen.
Auch Pero Vidanovic und seine zwei Söhne Mirko und Bojan können aufatmen. Das 5.500 Quadratmeter große Minenfeld, das keine 50 Meter hinter ihrem Haus lag, können sie jetzt wieder gefahrlos betreten. Das Team der Deutschen Minenräumer hat vier Sprengsätze gefunden und zerstört.
Unsere Leser helfen gerne mit, Bosnien von dieser tödlichen Kriegshinterlassenschaft zu befreien. Weil sie nicht wollen, dass Unschuldige noch Jahrzehnte nach Ende des Krieges verletzt oder getötet werden. Weil sie sich darauf verlassen können, dass das Geld auch wirklich dort ankommt. Und weil wir kontinuierlich am Thema dran bleiben. Auch in Zukunft.
Helfen auch Sie mit, in Bosnien Minenfelder zu räumen – mit einem Abo des Greenpeace Magazins. | |















