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malediven

19. Oktober 2009

Kabinett tagt unter Wasser

Um auf die Bedrohung seines Landes durch den Klimawandel aufmerksam zu machen, hat der maledivische Präsident Mohamed Nasheed sein Kabinett zu einer aufsehenerregenden Unterwassersitzung in vier Meter Tiefe einberufen. Dabei unterzeichneten die Minister eine Erklärung, in der eine Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase gefordert wird.

Neu Delhi/Malé (dpa/GPM) – Die in Taucheranzüge gekleideten Minister verbrachten eine halbe Stunde auf dem Meeresboden. Sie verständigten sich mit Handzeichen und mittels schriftlicher Botschaften auf weißen Schildern, wie der britische Sender BBC berichtete.

 

 

Der für Dezember in Kopenhagen geplante Weltklimagipfel dürfe nicht scheitern, forderten sie. Bei einer späteren Pressekonferenz sagte Nasheed auf die Frage, was dem Land in diesem Fall drohe: «Wir sterben.» Er fügte hinzu: «Wenn die Malediven jetzt nicht gerettet werden können, dann glauben wir kaum, dass es für den Rest der Welt noch Hoffnung gibt.»

Die Inseln des kleinen Staats am Äquator mit dem blühenden Tourismusgeschäft würden im Wasser versinken, wenn sich der Meeresspiegel durch den Klimawandel weiter anhebt, befürchten die Malediven. Nach Vorhersagen der Vereinten Nationen kann der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um bis zu knapp 60 Zentimeter steigen. Damit würden weite Teile der rund 200 bewohnten Koralleninseln überflutet. Insgesamt besteht der kleine Staat mit seinen rund 385 000 Einwohnern aus 1190 Inseln. Tourismus und Fischerei sind Haupteinnahmequellen.

 

Auf die Frage von Journalisten, was er sich von der Tauchaktion verspreche, antwortete Nasheed: «Ich hoffe, ich kann auf den Malediven leben und hier  meine Enkelkinder aufwachsen sehen.»

 

 

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