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diskriminierung

29. März 2012

Kapuzenpullis erregen Verdacht

Vor einem Monat wurde ein schwarzer Jugendlicher von einem Nachbarschaftswächter im US-Staat Florida auf offener Straße erschossen. Der Todesschütze, der noch immer auf freiem Fuß ist, gab an der Jugendliche sei ihm aufgrund des Kapuzenpullis verdächtig vorgekommen. Der Fall löste eine Protestwelle aus.

Der schmächtige, afroamerikanische Jugendliche Trayvon Martin war in einer Kleinstadt in Florida mit Süßigkeiten und Eistee auf dem Weg nach Hause, als er sich im Regen die Kapuze seines Pullovers über den Kopf zog. Dies sollte sein Todesurteil sein. Denn der 17-Jährige kam George Zimmermann, der Mitglied einer Art Bürgerwehr ist, suspekt vor. Er meldete der Polizei, dass er einen „verdächtigen“ schwarzen Jugendlichen verfolge. Kurz darauf erschoss er den Jungen, angeblich in Notwehr.

Der unbewaffnete Jugendliche sei ihm vor allem wegen des Tragens eines Kapuzenpullis verdächtig erschienen, gab Zimmermann an. Wie es zu den tödlichen Schüssen kam, ist bislang unklar.

Dass der Todesschütze noch immer auf freiem Fuß ist, ist für viele Afroamerikaner ein Skandal. Sie vermuten einen rassistischen Hintergrund. Anfang der Woche versammelten sich tausende Menschen in mehreren Städten der USA und forderten Aufklärung des Falles und die Festnahme Zimmermanns. Die Demonstration fand unter dem Motto „Million Hoodie March“ statt – der Hoodie (Kapuzenpulli) ist zum Symbol des Protests geworden.

Auch Online formiert sich Widerstand: Auf der Website „Eine Million Hoodies für Trayvon Martin“ sind bislang über 300.000 Solidaritäts-Fotos von Menschen eingegangen, die sich mit einer Kapuze über dem Kopf ablichteten.

Sogar die Politik hat der Protest bereits erreicht. Anfang der Woche erschienen die Senatoren Kevin Parker, Bill Perkins und Eric Adams im State Capitol New York demonstrativ in Kapuzenpullis und protestierten so gegen die Untätigkeit der Polizeibehörden. Selbst US-Präsident Barack Obama hat die Aufklärung des Falles gefordert.

KURT STUKENBERG


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